Unsicherheit mit Aggressivität
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Hallo!
Ich habe bereits über eine Stunde lang mich durch das Forum gesucht, aber so richtige Antworten auf meine Fragen konnte ich nicht finden, daher hoffe ich, ihr könnt mir vielleicht helfen:
Mein Hund (angeblich Labrador-Schäferhund-Mix, eher Flat mit drin) ist 1 Jahr und 8 Monate alt. Ich habe ihn mit 6 Monaten bekommen. Er war vorher bei einer jungen Familie, die ihn vom Bauernhof mitgenommen haben, weil er ihnen so leid tat. Dann haben sie festgestellt, dass sie zu wenig Zeit für ihn haben und ihn eben abgegeben. Diego war absolut verträglich mit jedem Hund. Seit einigen Monaten zeigt sich jedoch, dass er leider zunehmend Probleme mit anderen Hunden bekommt, vor allem mit kleinen Hunden. Ohne Leine ignoriert er sie. Schnüffelt der kleine Hund aber an ihm, stürzt er sich mit wildem Getose auf ihn
Er hat noch nie gebissen, aber ich habe ihn ja auch direkt weggezogen. Es kam bisher schon ca. dreimal vor. Mittlerweile nehme ich ihn an die Leine bei kleinen Hunden, weil ich diese Situation verhindern möchte.
Er verträgt sich zusätzlich auch nicht mit eher unsicheren Hunden. Ich vermute, weil er selbst unsicher ist. Mit zwei Rüden im etwa gleichen Alter hat er vor etwa 5-6 Monaten noch gespielt, jetzt geht er mit aufgestelltem Kamm und Rute und hochgezogenen Lefzen an ihnen vorbei. Die zwei sind allerdings auch geringgradig mehr Hund als meiner und etwas penetrant. Ich habe das Gefühl, dass er unsicher ist, ob sie es gut meinen oder nicht, weil er bei ganz freudiger Begrüßung und Spielaufforderung nett und freudig bei anderen (nicht kleinen) Hunden reagiert. Die zwei Rüden zeigen aber eher undeutliches Verhalten, "tauchen ab" und schleichen sich ran oder nerven penetrant und bedrängen Diego. Sein abwertendes bzw. drohendes Verhalten verstehe ich hier also, aber die Aggression gegenüber kleinen Hunden, die Null angreifendes Verhalten zeigen, verstehe ich absolut nicht!
Meine Eltern haben übrigens auch eine kleine Pudelhündin. Diese ist unsicher gegenüber Diego zu Beginn gewesen, hat nach ihm gezickt, wenn er beim spielen mit dem Rüden meiner Eltern, ihr zu nah kam. Daraufhin hat Diego irgendwann (mit 6 Monaten damals ja) "geantwortrt" und sich auf Bonny geschmissen. Ich habe daraufhin nach Absprache mit meinem Hundetrainer Diego beigebracht, Bonny zu ignorieren, d.h. er durfte sie nicht anschnuppern und noch nicht mal anschauen. Zusätzlich haben wir ihren ersten und seinen letzten Rang bestärkt (Hündin zuerst gefüttert, dann Rüden meiner Eltern und dann erst ihn etc.). Hat super geklappt: heute ist das absolut kein Problem, er schnuppert sogar Problemlos mal (in unbeobachteten Momenten oder im vorbeilaufen) an ihr oder sie auch an ihm. Eigentlich ignoriert er sie aber fast komplett.
Ich bin mittlerweile schon unsicher bei Begegnungen mit anderen Hunden, ob ich Diego anleinen sollte oder nicht. An der Lein ist er aber manchmal ebenfalls aggressiv. Manchmal freut er sich, geht hin und plötzlich geht der Kamm hoch. Gestern hat er sogar einen Welpen angeknurrt. Verstehe es nicht und bin etwas hilflos!
Bei dominateren Hunden übrigens gibt er sofort klein bei und macht gar nichts. Ebenso bei verspielten Exemplaren in seiner Größe. Er ist ansonsten super lieb und total verspielt!
Grüße
NicoleP.S. Meine Hundetrainerin ist weggezogen, suche gerade nach einer neuen. Hoffe dennoch schonmal auf zumindest Erklärungshilfen!
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21. Juni 2008 um 01:30
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Ich würde sagen, dass du da wirklich eine neue Trainerin brauchst, die sich die Situation anschauen kann und dir hilft. Und zwar möglichst schnell, bevor er dieses Verhalten zusehr verinnerlicht.
Meine Hündin Bella reagiert schon fast agressiv auf andere Tiere, wenn sie angeleint ist. Da kann man richtig Angst bekommen und ich denke sie würde auch beißen. Ohne Leine dagegen ist sie bei anderen Hunden ein Häufchen Elend so unsicher ist sie. Wir arbeiten in der HuSchu dran. Alleine würd ich das nie schaffen.
lg mäusle
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Zitat
Ich bin mittlerweile schon unsicher bei Begegnungen mit anderen Hunden, ob ich Diego anleinen sollte oder nicht. An der Lein ist er aber manchmal ebenfalls aggressiv. Manchmal freut er sich, geht hin und plötzlich geht der Kamm hoch.
Da du selbst nicht weißt wie dein Hund reagiert gehört er auf jeden Fall an die Leine bei Hundebegegnungen, es sei denn du kennst die Hunde und weißt wie Diego reagiert.
An der Leine wirken die meisten Hunde noch agressiver als ohne, denn sie fühlen sich natürlich mit dem HH im Rücken noch stärker und meistens kommt dazu das der HH aus Unsicherheit eine Reaktion zeigt (wie z.B. plötzliches kurz nehmen der Leine) welches dem Hund Gefahr signalisiert).
Ob das bei euch schon der Fall ist kannst du ganz einfach testen indem du auf freier Strecke (also ohne das ein anderer Hund in Sicht ist) das tust was du immer machst wenn ein anderer Hund kommt, sei es zögerliches Langsamgehen, oder Leine kurz nehmen oder was auch immer du sonst aus deiner Unsicherheit machst. Zeigt dein Hund irgendeine Reaktion wie suchendes umherschauen, vorpreschen, knurren oder bellen weißt du schon mal woran du arbeiten mußt.ZitatBei dominateren Hunden übrigens gibt er sofort klein bei und macht gar nichts. Ebenso bei verspielten Exemplaren in seiner Größe. Er ist ansonsten super lieb und total verspielt!
ZitatSeit einigen Monaten zeigt sich jedoch, dass er leider zunehmend Probleme mit anderen Hunden bekommt, vor allem mit kleinen Hunden.
ZitatEr verträgt sich zusätzlich auch nicht mit eher unsicheren Hunden.
Also dein Hund sucht sich sehr wohl aus bei wem er sich was wagen kann und bei wem besser nicht.
Mein Vorschlag: Leine dran, zügig mit Ablenkung durch Leckerchen an den anderen vorbei, wenn er den Ansatz macht eine Reaktion zu zeigen sofort ein scharfes Nein und evtl. zur Unterstützung ein leichten Ruck an der Leine, benimmt er sich daraufhin loben und Leckerchen geben, wenn nicht natürlich nicht. Klappt nicht von heute auf morgen aber funktioniert.
Etwas Geduld gehört wie immer dazu.Viel erfolg

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@ Manuela und mäusle
Vielen Dank für die Tipps! Mit meiner Trainerin hatte ich bereits genau das, was Du Manuela geschrieben hast, auch schon erarbeitet. Ich wende es auch so an und es klappt schon ganz gut! Natürlich weiß ich, dass ich generell das Problem bin und nicht mein Hund.
Was mir aber viel mehr am Herzen liegt, ist eine Erklärung und eine Idee für das Problem mit der Aggressivität gegenüber kleinen Hunden und unsichern Hunden. Ich kann meinen Hund schon einschätzen und erkenne sofort, wenn ihm der andere Hund unsympathisch ist. Mir bleibt dann nur, ihn anzuleinen. A Möchte ich gerne wissen, wieso er das Problem mit kleinen Hunden hat, obwohl diese nichts machen? Ist das einfach "mobbing von schwächeren", wie mein Trainer schonmal ewähnt hat? Und B möchte ich gerne wissen, wie ich es ihm abgewöhnen kann. Mein Wunsch wäre, dass er diese Hunde ignoriert und nicht angeht. Sie tuen ihm ja nix, also soll er bitte auch nichts machen. Auf dem Feld ohne Leine ist es generell okay. Da hat er Platz und geht vorbei. Es passiert nichts, wenn der andere Hund ihn nicht gerade nervt. Also mein Hund stürzt sich nicht einfach drauf, soweit ist er gut sozialisiert. Probleme entstehen eher in begrenzten Bereichen o.ä. und wenn ich nicht in Bewegung bin: z.B. auf dem Paddockbereich am Stall oder auf der Wiese, wo eine bestimmte Fläche zur Verfügung steht. Verteidigt er diesen Bereich? Wie kann ich seine Unsicherheit angehen und ihm mehr Sicherheit geben? Durchs anleinen wohl eher nicht. Wie soll ich reagieren, wenn er knurrt und den anderen Hund blöd findet und warnt, auf Abstand zu bleiben? Loben? Schimpfen? Bisher schicke ich ihn weg und sage, "alles okay, lass ihn". Leine ich ihn dann aber nicht an, weiß ich, ich muss entweder die ganze Zeit ein Auge auf ihn haben oder es kommt doch zur Überschreitung seiner Toleranzgrenze. Wie kann ich diese erhöhen?Danke für Tipps!
LG
Nicole -
Zitat
Verteidigt er diesen Bereich?
Sicher tut er das, in ihm steckt ein Schäferhund und diese werden ja nicht ganz umsonst gerne für Wach-und Schutzdienste genommen.
Zitat"alles okay, lass ihn".
liest sich als wenn du es in einem lobenden Tonfall sagen würdest, wenn das so ist bestätigst du sein Verhalten damit, besser ein bestimmendes "Nein", dann läßt du ihn Platz machen und immer wenn er (im Platz liegend) dich anschaut und nicht den anderen Hund lobst du ihn (natürlich auch hier gerne mit einem Leckerchen, am besten sogar ein ganz besonderes) solltest du mit dem Clicker arbeiten ist das natürlich auch hier möglich. Dein Hund wird so lernen das du die Situation mit dem "Eindringling" voll im Griff hast und seine Hilfe nicht weiter brauchst.
ZitatWas mir aber viel mehr am Herzen liegt, ist eine Erklärung und eine Idee für das Problem mit der Aggressivität gegenüber kleinen Hunden und unsichern Hunden.
Viele Hunde suchen sich aus wen sie mögen und wen nicht (ist ja bei uns Menschen auch nicht anders).
Bei den unsicheren Hunden ist es oft so das ihre Körperhaltung für den anderen Hund nicht eindeutig ist, er weiß also nicht wirklich ob der andere friedlich bleibt oder nicht also wird er direkt mal eingeschüchtert (mit dem entsprechenden Gehabe, nennt man auch defensiven Angriff) .Zu den kleinen Hunden: beobachte doch mal ob er auf alle kleinen Hunde gleich reagiert? Oder vielleicht auch nur auf die, die nicht eindeutig freundliche Absichten signalisieren.
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