Harnwerte - kennt sich jemand aus?

  • Hallo,

    ich schicke regelmäßig den Urin meine Hundes ein und lasse den UPC Wert bestimmen (aufgrund der Rasse rein routinemäßig)
    Den Harnstatus habe mal mitmachen lassen.

    Selbstverständlich gehe ich zum Tierarzt, möchte aber vorab ein bisschen Bescheid wissen, was die erhöhten Werte bedeuten könnten:
    Harnstatus - Trockenchemie

    * spez. Gewicht 1050 g/ml 1016-1040
    * Protein + neg.
    * Hämo/Myoglobin ++ neg.
    * pH-Wert 7.0 5.0-6.5
    * Bilirubin + neg.
    * Urobilinogen normal normal
    * Glucose negativ neg.
    * Nitrit negativ neg.
    * Ketonkörper negativ neg.

    LG

  • Urinspezifisches Gewicht
    Mit diesem Test erfährt der Tierarzt, wie konzentriert der Urin ist. Je niedriger das spezifische Gewichtist, desto ernster ist die Erkrankung der Niere. Letztlich sorgt aber jede erhöhte Wasseraufnahme des Tieres für ein geringeres spezifisches Gewicht des Urins. Aus diesem Grund sollte der Urin des Tieres früh morgens, am besten noch vor der Wasseraufnahme, gesammelt werden.
    Proteingehalt des Urins und mikroskopische Untersuchung
    Bei einer schlechten Nierenfunktion geraten Blutproteine in den Urin. Überwiegend handelt es sich um Albumin. Ein hoher Proteingehalt ist meistens das erste Signal für eine Nierenfunktionsstörung. Der Gehalt an weißen Blutkörperchen und abgestorbenen Zellen gibt dem Tierarzt Auskunft darüber, ob es sich um eine plötzliche oder chronische Nierenschädigung handelt.
    Nitrogengehalt des Blutes BUN
    Nitrogen ist ein Abfallprodukt des Stoffwechsels das sich bei einer geschädigten Niere anreichert. Steigt der BUN ungewöhnlich an bedeutet es, dass Nierengewebe zerstört ist. Je höher der Gehalt an BUN, um so erster ist die Schädigung.Nitrogen- und Kreatinin Werte zeigen an, ob die Behandlung der Niere erfolgreich ist, darum werden diese Tests häufiger während der Therapie durchgführt.
    Kreatiningehalt des Blutes
    Kreatinin ist ein Proteinmetabolit dessen Gehalt in Verbindung mit dem BUN fällt oder steigt. Dabei ist aber der Kreatiningehalt der bessere Informant, weil es nicht so schnell reagiert wie Nitrogen wenn das Tier z.B. dehydriert ist oder gerade eine proteinreiches Mahl zu sich genommen hat. BUN und Kreatinin werden meist zusammen gemessen und werden dann als Verhältnis von BUN und Kreatinin ausgewertet. Ein hohes Verhältnis kommt oft bei dehydrierten Tieren vor, ein niedriges Verhältnis kommt vor bei mäkeligen Fressern, schlechter Nährstoffaufnahme, fortgeschrittener Leberschädigung oder später Trächtigkeit.
    Mit Werten unter 2,8 mg/dl kann ein Tier noch viele Jahre leben, bei Werten über 4 mg/dl sind immer noch Lebensmonate bis -jahre zu erwarten, bei einem Wert ab 5 mg/dl bedeutet es, das 80-90% der Niere zerstört sind. Man kann diese Tiere zwar am Leben erhalten, aber hier sollte man sich fragen, ob das die richtige Antwort auf die Liebe Deines Tieres ist. Egoismus kann mit Tierliebe entschuldigt werden, aber hier sollte man wirklich gut entscheiden.
    Bestimmung von Kalzium und Phosphor im Blut
    Phosphor ist eines der Mineralbestandteile des Blutes, es ist aber auch reichlich im Futter des Tieres enthalten. Eine geschädigte Niere kann nicht die Übermenge des Phosphors in den Urin umleiten, darum ist ein erhöhter Phosphorgehalt des Blutes ein Zeichen für eine Nierenschädigung. Ist das Verhältnis vomnn Kalzium und Phosphor im Blut abnormal, dann leiden die Knochen. Aus diesem Grund sollte das Tier bei einer Nierenschädigung wenig Phosphor mit der Nahrung aufnehmen.
    Der Stoffwechsel dieser Tiere verliert dann auch die Fähigkeit Calcitrol zu bilden. In diesem Fall nimmt der Stoffwechsel dann auch zu wenig Kalzium aus der Nahrung auf.
    Kalium
    ist ausgesprochen wichtig für die Körperfunktionen. Arbeitet die Niere schlecht, steigt der Kaliumgehalt an. Das nennt man Hyperkalämie, das Tier ist dann lustlos, erbricht und das Herz arbeitet unregelmäßig. Verliert das Tier wegen weit fortgeschrittener Nierenschädigung des Appetit, kann der Kaliumgehalt gefährlich fallen.
    Hämatokrit
    Mit dem Hämatokrit stellt man eine mögliche Anämie fest. Ist der Wert niedrig, produziert der Körper zu wenig rote Blutkörperchen. An der Produktion roter Blutkörperchen ist ein Hormon der Niere beteiligt, Erytropoetin. Ist die Niere geschädigt, produziert sie zu wenig von diesem Hormon.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!