Equitatana 2015-03-22

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    Equitatana 2015-03-22
    Ich war mit drei Freunden/innen zur größten Pferdemesse verabredet. Ich hatte vorsorglich vier Croissants in den Rucksack gestopft, weil ich mir ganz sicher war, dass die anderen Stoffel nicht an unser leibliches Wohl denken würden.


    Vor uns rasten zwei vielleicht achtjährige Mädchen in die erste Halle, und jubelten und waren ganz aus dem Häuschen, denn sie hatten einen Stand, der Fünf-Kilo-Eimer mit hervorragenden Pferde-Leckerchen führte, entdeckt. Am ersten Stand kaufte jede zwei Eimer. Astrid hatte das auch gesehen, verzog das Gesicht und breitete resigniert die Arme aus, wohl in Erinnerung an eigene Torheiten auf der eigenen ersten Equitana.


    Wir machten ein paar Einkäufe und sahen uns die großartige Bodenarbeit von Alfonso Aguilar und seinem Sohn an, danach wollte ich eine der oberen Etagen erklimmen, weil man von dort so einen wundervollen Überblick über die Besucher und ihre Einkäufe bekommt. Gedacht getan. In früheren Jahren zogen ganze Karawanen junger Mädchen, alle mit einer Pitsche bewaffnet durch die Hallen und ich dachte ein wenig wehmütig, welche armen Ponys dafür hatten herhalten müssen, dass nun eine frische Gerte vonnöten sei. Aber, halleluja, die Gerte scheint als Parade-Utensil des Equitana-Besuchs ausgedient zu haben. Heute ist es Glitter…..ja, äh, hmmm, also …..Zeugs.
    Glitter-Zeugs.
    Also man wähle ein Utensil, dass in irgendeiner Form mit dem Reiten zu tun hat, das gibt es in Glitter.
    Garantiert.
    Kopfstück, Trense? Klar, gibt es in tausenderlei Glitter-Version. Sporen? Natürlich. Sporenriemchen? Sicher. Handschuhe? Natürlich. Hufglocken? Aber ja. Es gibt definitiv alles in Glitzer, nur die Glitter-Pitsche habe ich nicht gefunden.


    Und vor einem wahnsinnig gut besuchten Stand posierte ein nackter Muskelmann. Neugierig geworden habe ich eins der quiekenden Mädchen gefragt, was man denn hier so kaufen könne, ihre Antwort lautete: „Keine Ahnung, ist doch scheißegal aber sieh Dir den Body an, die muss mir gar nichts verkaufen, die süße Maus.“


    Nun fand ich es an der Zeit zu gehen. Wir hatten uns vorgenommen, nach dem Besuch der Equitana essen zu gehen. Erst quengelte ich ein wenig, dass ich ja noch die vier Croissants mit mir herumschleppen würde, worauf Astrid ihre vier Bagles zeigte, Marco seine vier Laugenstangen und Herbert vier Do-Nuts. Liebe Freunde, muss ich schon sagen.


    Wir sind in ein nahes und bewährtes italienisches Restaurant eingekehrt. Das Lokal war schon ganz gut besucht, und kurz nachdem wir die Speiskarten aufgeschlagen hatten, startete der vielleicht neunjährige pummelige Junge eines Mittdreissiger-Ehepaares am Nebentisch sein Konditionstraining, in dem er durch das Restaurant joggte. Immer wenn der Bub am Tisch seiner Eltern vorbeikam, brüllte er ihnen die Rundenzahl zu. Ich fand es sehr schäbig, dass die Eltern nicht in der Lage waren die Zeiten zu stoppen und den Bengel ordentlich anzufeuern.
    Herbert ging die Schreierei und das Gerenne natürlich schon wieder auf den….ähm, ja Beutel. Ich habe dann mal ein bisschen geheuchelt und gesagt: „Herbert, schalt runter, wir waren doch auch mal jung.“ „Klar doch“, meinte er, “aber ich wusste mit 10 doch schon, dass nach Runde 6 nicht `etwa 113 oder so´ kommt. Und findet ihr das denn richtig, dass die Bolzplätze leer sind, aber in den Restaurants herumgeflitzt wird?“


    Es war wirklich ein guter Equitana-Ausflug. Und kein Witz, abends musste ich mir Glitterzeug abduschen.

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