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Streß / Hohe Erwartungshaltung auf Fressen

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    Hallo.



    Ich grübel seit einiger Zeit an einem gniffligen Thema und wünsche mir gerade ein wenig Input und Erfahrungsberichte, seid also bitte so frei und teilt sie mir gerne mit (bitte Nettiquette bewahren ;-)


    Ich habe einen Mini-Aussie, 4 Jahre. Er steht sehr fein im Gehorsam, ich bin da wirklich stolz auf das was ich/wir an Erziehungsarbeit geleistet hab. (Es war auch sehr intensive Arbeit). Faro hat eine gute Impulskontrolle, "hinterfragt" nicht, auch wenn er mir zeigt, wenn er mal keinen Bock hat - so reagiert er doch. Er verknüpft mega schnell (Fluch und Segen zugleich). Ich habe Faro so erzogen, dass er gegenüber Futter entspannt ist und nie zu sehr aufdreht, es sanft nimmt, auch wieder ausspuckt wenns sein muss, es sich weg nehmen lässt, beim Essen (der Menschen) hat er geschlafen, also kein Problemfeld.
    Ich habe ihn mit Marker konditioniert/erzogen, sowohl Grunderziehung als auch Tricks, er hat ein Signal für konditionierte Entspannung. Gewalt und Zwang habe ich vermieden, aber sicher war ich auch mal genervt oder ungeduldig, bin ja auch nur ein Mensch.....Ist sehr an mich gebunden, aber nicht fixiert. Im Grunde also ein Traumhund.


    Wir leben als 2 Familien in einem großen Haus zusammen, im EG meine Mutter mit Lebensabschnittsgefährte (im folgenden Klaus), im OG mein Partner und ich.
    Klaus ist seit April Teil meiner Familie. Und da fing der Spaß an.
    Wir haben im Sommer oft gemeinsam gegessen, gegrillt, wie man das so macht. Klaus mag Faro sehr. Viel falsch verstandene Tierliebe endete in jeder Menge "plötzlich gegessener" Steaks und hundeverwerteter Bratwürste etc. Eine Scheibe Salami war für Faro immer drin. Auch vom Tisch, heimlich, mir ist das alles viel zu spät aufgefallen, Klaus kann das super vertuschen... :-/
    Das Ende vom Lied: Ich habe einen Hund, der nun beim Anblick jeglichen Futters 1.) mega sabbert und klar 2.) eine so hohe Erwartungshaltung entwickelt hat, dass nicht nur er dadurch mega gestreßt ist, sondern auch ich.
    Nix mehr mit ruhigem/schlafendem Hund beim Essen (nur bei aktivem Wegschicken auf die Decke, und auch da keine Entspannung mehr), kein sanftes Nehmen von Leckerlies sondern hektischen Schlingen und Schnappen ohne Rücksicht auf Finger (auch wenn ihm kein Futter angeboten wird sondern man einfach was in der Hand hält....). Training mit Futter ist zur Zeit kaum möglich.


    Ich selber kann ich durchaus zwar bitten, Leckerlies sanft zu nehmen, er bleibt auch so lange weg vom Fressnapf wie ich das sage, aber wenn er jetzt keine direkte Anweisung bekommt klaut er vom Tisch, vom Kompost, rennt nur noch hektisch rum wenn gekocht wird, und ist er oben bei mir und unten wird gekocht hockt er jammernd vor der Tür.


    Ich habe mehrmals mit meinen Eltern gesprochen, dass es mir wichtig ist, dass sowas nicht passiert (insb in Hinblick darauf, dass ich auch Nachwuchs erwarte), und ab jetzt Futter nur in Absprache mit mir. Ich hätte auch nem Schaf spanisch beibringen können...
    Jetzt kommt er ohne meine Aufsicht nicht mehr runter (früher durfte er es sich oft "aussuchen" bzw hatte da mehr Freiraum, war ja alles problemlos möglich), da einfach auch mehrere Ansprachen nicht endgültig geholfen haben.



    Jetzt meine Frage (endlich ;-)
    --> Wie gehe ich es an, ihn wieder halbwegs entspannt in Gegenwart von Fressbarem zu bekommen? (ich will nicht ständig verbieten/ Alternativverhalten einfordern müssen)
    Konditionierte Entspannung bringt da nichts, da ist das Futter grade zu wichtig, man merkt richtig, wie in ihm da einfach ein Schalter umgelegt ist...
    Mir ist klar, dass das ein langer Weg wird, und manche finden meine "Sorge" vielleicht überzogen, aber ich merke ja, wie gestreßt er selber ist in seiner Erwartung auf Futter, die einfach lange Zeit erfüllt wurde, ist.


    Wie gehe ich es vom Grundsatz aktueller Lerntheorien an, ohne meine "Prinzipien" zu brechen, also auch so positiv wie möglich...
    Gegenkonditionierung stelle ich mir schwer vor. Und einfach so lange nicht mehr außerhalb der Mahlzeit füttern bis sich die Erwartungshaltung zerstreut, finde ich für ihn sehr mies, und es ist auch für mich anstrengend.
    Noch ist es nicht wirklich ein Fall für einen Trainer, ich durchdenke das gerne erstmal selber. Ich experimentiere da jetzt auch nicht mit Tipps die kommen, dafür ist mir das Endergebnis zu wichtig... Und klar ist mir auch, dass ein Training da langwierig werden kann und mega viel Konsequenz benötigt...


    Aber vielleicht kennt einer das Problem und konnte es schonmal mildern oder gar beheben...



    Freue mich über Tipps, oder eine Gedankenkonstrukte für mögliche Lösungsansätze. Danke im Voraus!


    Eine schöne Adventszeit bis dahin :-)

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  • Ich würde den Hund wegbringen wenn Essen am Horzont auftaucht und wenn Klaus dabei ist auch immer noch mals erwähnen dass "Du armer kleiner Kerl jetzt leider gehen muss weil der Frank dich sonst wieder füttert" Irgendwann wird es Frank aufgehen dass er seinem Liebling mit seiner Fütterei nur Ärger einbrockt. Daneben würde ich mit Frank noch mal reden. Nicht das Füttern verbieten sondern ihm genau sagen wann er ihm was geben darf. Zum Beispiel nach dem Essen, nachdem der Tisch abgeräumt wurde oder nur wenn der Kleine ruhig auf seinem Platz liegt oder wenn er Kunststücke mit ihm übt. Auch für den Menschen muss man sich Positives einfallen lassen, Verbote bringen meist wenig aber wenn man sagt du darfst dies und jenes gerne machen ... :roll:

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