Zusammenhänge Medizin und Verhalten
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HermannDS -
2. Oktober 2013 um 18:02
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Hallo zusammen,
bin gerade neu hier herein geschneit, lese aber schon ein Weilchen passiv mit.
Ich hab vor einem halben Jahr meinen Shar-Pei Hermann (jetzt 2 1/2 Jahre alt) aus einem Kölner Tierheim bei mir aufgenommen und der kleine Mann hat sich hier bei mir zu Hause innerhalb der 6 Monate super eingelebt.
Allerdings gab es von Anfang an doch arge Probleme.Anfangs war es bloß die Leinenführigkeit und eine Artgenossenaggression. Die Leinenführigkeit war kein langes Problem, die Artgenossenaggressionen blieben (sowohl an der normalen Leine, als auch an der 10 meter Schlepp). Nach ein paar Wochen wurde es mit einem Mal schlimmer, weshalb ich mich auf den Weg zu einer Trainerin gemacht hab.
Soweit so gut... es hatte in der ersten Zeit auch deutlich geholfen und der kleine Mann wurde ruhiger, allerdings niemals 100%ig verlässlich (weshalb er auch weiterhin an der Schlepp läuft). Ich erzog mir also einen (extrem) ruhigen Hund, der allerdings immer wieder panische Anfälle bekam, die absolut nicht im Verhältnis zueinander standen. Und so blieb es auch - bis heute.
Ich hab jeden Tag mit ihm trainiert, hab versucht an seiner Toleranz ggü. anderer Hunde etwas zu machen, aber Erfolge brachte es keine. Die Hunde, die er übrigens kennt, interessieren ihn gar nicht (spielt also nicht). Und wenn ich es darauf anlege, kann ich auch 10-15min mit nem panischen Hund parallel zu den andern laufen und dann mahcts irgendwann klick, Hermann ist entspannt und Monsieur guckt, als wenn nie was gewesen wäre...Es fiel auf, dass er mal gute Tage, mal schlechte Tage und mal sehr sehr schlechte Tage hatte.
Die besten Tage:
Das sind wohl die, an denen er entspannt neben mir herläuft. Hunde (außer ein paar wenige Freunde) dürfen nicht ran, aber ich kann relativ stressfrei an ihnen vorbei. Er hält mit Kommando Blickkontakt und auf der Wiese kann ich ihn ohne große Probleme rumlotsen, damit die Abstände groß genug bleiben. Durch die Entspannung erschrickt er nicht, und es ist alles relativ schön... für beide.
Die schlechten Tage:
Er ist weiterhin relativ entspannt, dreht aber voll auf, sobald ein Hund auch nur zu sehen ist. An der Schleppleine driftet er schnell ab, gräbt beim Schnüffeln den halben Park um. Erschrickt schnell und erhöht damit das Risiko aggressiv zu reagieren, aber noch kontrollierbar.
Die ganz schlechten Tage:
Er ist durchweg gestresst, guckt paranoid in alle Richtungen, meistens nach hinten, als würde er verfolgt. Stürzt sich äußerst aggressiv auf jedes Blatt, das vom Baum fällt, bockt vor unsichtbaren Mauern, krallt sich in die Straße und fängt an zu fiepen, springt gerne urplötzlich zur Seite. Alles ohne wirklichen Auslöser. An die Schlepp kann er dann meistens gar nicht, weil er absolut nicht ansprechbar ist. Da geht's nur mit Tunnelblick nach vorn, da hilft kein Geräusch (ob laut oder leise), kein antippen, selbst wenn man sich vor ihn setzt, guckt er durch einen durch... Kommandos kommen natürlich auch nicht an.
weitere Dinge, die bei ihm auffallen:
Alle neuen Gebiete sind für die ersten Stunden eine Qual. Egal ob drinnen oder draußen, er ist durchweg gestresst. Draußen hat er dementsprechend häufige, panische Anfälle; drinnen ist er nur am Wuseln, findet keine Ruhe. Fängt schnell an zu fiepen, etc.
Alleine bleiben geht nach 6 Monaten auch immer nur erst 2 Minuten.Zu Anfang hab ich mich noch darauf eingelassen, als es hieß: Du musst dich durchsetzen! Das ist durchweg respektloses Verhalten. Oder: Du musst ihm vermitteln, dass du alles unter Kontrolle hast!
Wenn ich dann zu Anderen gefahren bin, hab ich nur gedacht, dass er möglicherweise denkt, es ginge zu einem neuen Halter (zur Vorgeschichte: 2 1/2 - ich bin sein vierter Besitzer).
Mittlerweile muss ich sagen, dass ich das nicht mehr akzeptiere
Es ist nunmal so - wenn Hermann entspannt ist, dann hat er (trotz Molosserkopf) einen super Gehorsam. Er ist äußerst folgsam und lässt sich dann durch nichts aus der Ruhe bringen. Und wenn er gestresst ist, dann ist es Panik. Es gibt also 0 und 100, aber nichts dazwischen. Hermann ist auch nicht mein erster Hund und das ist auch kein typisches "Molosser sind eigenständig, die ignorieren einen auch mal gerne...". Der ignoriert nicht, der ist in einer anderen Welt und auf Droge gleichzeitig.Irgendwann las ich dann von der subklinischen Unterfunktion. Und seitdem Hermann seit Freitag eine der schlimmsten Phasen seit Langem hat, sodass er selbst zu Hause nicht mehr wirklich zur Ruhe kam (und da war er sonst nur am schlafen), bin ich Montag zum Tierarzt, um die Schilddrüse checken zu lassen.
40 mal stechen war nötig, aber dann floss Blut (DAS übrigens regt ihn überhaupt nicht auf, wenn ihn mehrere da festhalten und rumpieken)
So viel Vorgeschichte, aber jetzt zur eigentlichen Sache
Heute kamen die ersten Ergebnisse. Meine Ärztin hatte erstmal nur T4, fT4 und TSH gemessen, dafür aber gleich noch ein ganzes Blutbild erstellt, was ich zwar nicht verlangt hatte, aber das Missverständnis kam mir recht.
die Werte liegen zwar im Normbereich, aber doch unten. Deshalb meinte meine TÄ auch direkt, sie würde dann doch lieber mal T3 und fT3 dazunehmen. Allerdings hätten ihr die Schilddrüsenwerte weniger Anlass zur Sorge gemacht, als sein Fructosamine-Wert.
Dieser lag wohl "äußerst untypisch hoch, für einen Hund in seinem Alter", weshalb sie doch die starke Vermutung hat, dass Hermann Diabetes haben könnte. Nunja - sie wollte noch weiter testen. Montag geht's weiter...
Nun meine Fragen:
Ich hab ja langweile und will am besten schon vor meiner Ärztin wissen, was los ist...1) Ist Fructosamine ein stressunabhängiger Wert? Und was sagt ein erhöhter Wert tatsächlich aus... das was ich gefunden hab, war dass ein deutlich erhöhter Wert wohl mit ziemlicher Sicherheit auf Diabetes deutet?!
2) Können Diabetes und eine Schilddrüsenunterfunktion im Verhältnis zueinander stehen?
3) Und kann ich mir Hoffnungen machen, dass Hermanns (mehr als merkwürdiges) Verhalten damit zusammenhängt? Auch wenn seine Vergangenheit nicht rosig war, sind seine Ausbrüche doch unverhältnismäßig, zumal er im Normalfall ein äußerst entspannter Zeitgenosse ist. Fast ein bisschen depremiert... (ein weiser Denker, eben). Auch wenn man mit einem Auge weint, könnte man dann wenigstens mit dem anderen Auge lachen, wenn man wüsste, dass dem werten Herren dafür dann demnächst wieder angenehmere Zeiten bevorstehen und er nicht aus Schreck vor 'nem Grashalm versucht auf einen Baum zu klettern (das ist gestern passiert...)
Er wird übrigens für 25-28kg gefüttert, hält aber tapfer seine 22kg, egal wie viel man in ihn reinstopft. Erhöhter Harndrang ist in den letzten Tagen der Fall, war aber vorher nie Anlass zur Sorge. Trinken tut er immer nur selten, dafür dann gleich literweise...
- Vor einem Moment
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achso, er ist kastriert, markiert nicht und pinkelt immer schön im sitzen ^^
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