Hilfe in der Unischerheitsphase

  • Hallo ihr Lieben,
    gerade in dieser beginnenden Junghundphase bin ich als Erstwelpenbesitzerin doch stärker als erwartet auf die Erfahrung von euch angewiesen ;) Daher hier noch eine Frage.
    Und zwar ist meine Labradorhündin jetzt 5 Monate alt und ich habe das Gefühl, dass sie in ihrer Unsicherheitsphase angekommen ist. Sie läuft mir ständig hinterher und macht einen riesigen Radau, wenn ich in einem anderen Zimmer oder gar aus dem Haus bin. Das war bis zur letzten Woche überhaupt kein Problem. Sie blieb auch schon ganz ruhig etwas länger alleine. Wir haben eine Kamera aufgestellt, um zu sehen ob sie Stress hat. Waren wir aus der Tür hat sie sich auf ihr Bett gelegt und geschlafen.
    Seit ein paar Tagen ist sie aber sehr aufgeregt, wenn ich mal zum Einkäufen gehe oder so. Sie hat angefangen, dann zu bellen und zu winseln, setzt sich direkt vor die Tür und hat schon zwei runde Flächen Tapete abgeknabbert. Und das obwohl ich vorher mit ihr raus gehe, mit ihr Spiele, sie genug Kaukram hat und müde sein müsste. Ich will nicht, dass sie Stress hat, aber irgendwann muss man ja mal einkaufen. Wir haben das Allrinsein auch ganz langsam aufgebaut. Erst ein anderer Raum, dann mal aus der Wohnung, 5 Minuten, 10 Minuten und das ausgebaut. Das hat so gut geklappt und ist wieder vorbei :???: Was mir auch Sorgen bereitet, ist, dass sie auch dann winselt und Stress hat, wenn sie mit meinem Freund Zuhause bleibt. Sie ist dann ja auch nicht allein, er spielt auch mit ihr und er lebt mit uns hier seit sie eingezogen ist, ist also auch Bezugsperson. Aber auch das lenkt sie nicht genug ab, wenn ich gehe. Ich mache mir Sorgen, weil ich nicht weiß, wie ich das für sie stressfreier gestalten kann. Sie muss ja lernen zwischendurch allein zu sein. Sie buhlt auch verstärkt nach Aufmerksamkeit bei mir, schläft nachts nicht mehr durch und ist auch unsicher, wenn sie andere Hunde sieht.
    Wie kann ich ihr mehr Sicherheit geben, damit sie wieder ruhiger ist und nicht mehr so großen Stress hat? An unserer Lebenssituation hat sich rein gar nichts geändert, ich kann also nur vermuten, dass das diese "normale" Unsicherheitsphase im Junghundalter ist. Sie zahnt auch ordentlich, das kommt wahrscheinlich verstärkend hinzu. Wer hat einen Rat für mich? :gott:

  • Der letzte Satz hat meine Ursprüngliche Idee des zahnens verworfen :D Mir scheint, als sei sie allmählich auf Dich fixiert, vllt hat sich das immer mehr festgesetzt und kommt jetzt erst deutlich zum Vorschein. Das mit deinem Freund ist schon komisch, klar ist immer einer "mehr" Bezugsperson für den Hund, aber das sie auch mit ihm zu Hause winselt, scheint schon darauf hinzudeuten, dass sie stark auf Dich fixiert ist.

    Wie lang ist sie denn bisher allein geblieben ? Ich finde Du hörst Dich im allgemeinen ziemlich unsicher an, dass Du deinem Hund nicht zu viel Stress zumuten willst und ja alles für Welpi perfekt ist. Nicht falsch verstehen, aber Du kannst eine gewisse unsicherheit auf auf deinen Hund übertragen und möglicherweise zeigt sich sowas auch im Verhalten dann mit Unsicherheit des Tieres.

    Alles in allem würde ich mal mit einem Fachmann/frau darüber sprechen, weil so eine Fixierung bzw. nicht alleine bleiben können, kann sich schon als ziemlich großes Problem herausstellen, wenn man nicht früh genug dagegen vorgeht.


    beste Grüße

  • Hallo Yvonne
    Was du beschreibst, klingt streckenweise schon sehr nach "Unsicherheits-Phase" ( zumal ja Probleme wie "Nicht-Allein-Bleiben" oder "Fixierung = besser Kontrollzwang" nicht über Nacht entstehen... ) Allerdings sind 5 Monate für einen Hund ihrer Größe schon sehr früh. In diesem Alter kann man mit einem kleinen Hund mit dem Eintritt der Pubertät rechnen. Große Hund aber kommen in der Regel erst mit ca. 9 Monaten in diese Phase :???:
    Könnte evtl. etwas "passiert" sein, als der Hund mal alleine war ? Tja, eigentlich eine blöde Frage, denn: woher sollst du das wissen ? Du warst ja nicht da....
    Allerdings ist, was ericson08 schreibt auch wahr: du scheinst etwas "überbesorgt". Das MUSS nicht die Ursache für das Problem sein; KANN es aber u.U. noch verstärken.
    Aber, WENN deine Hündin nun tatsächlich schon in die Pubertät kommen sollte, und WENN ihre Ängste (?) so begründet sind, SOLLTEST du dir schon Gedanken machen, wie du ihr da "hindurch helfen kann" !

    Ein "Indiz" für die "Unsicherheisphase" ist ( neben dem ganz plötzlichen Auftauchen - während der "sensiblen Phasen" - von irrealen Ängsten ), dass es meist nicht nur EINE Angst ist, sondern, dass entweder plötzlich "alle möglichen Dinge" Furcht einflößen, bzw., dass "eine Angst geht, und die nächste wieder kommt"...

    Du schreibst, dass sie auch unsicher auf andere Hunde reagiert. War das vorher anders/normal ???
    O.k., ab einem bestimmten Alter verhalten sich Hunde oft "plötzlich" anders gegenüber Artgenossen ( manchmal "frecher", manchmal "vorsichtiger" etc. ) Mit "Angst" muss das noch nichts zu tun haben...

    WENN sie deine Nähe sucht, WIE GENAU sieht sie dann aus ? Hechelt oder zittert sie ? Wie hält sie Ohren und Rute ? Schaut sie sich ständig um ? Ist sie ablenkbar – durch ein Spiel(zeug) oder Leckerlies ? Reagiert sie “normal” auf Kommandos ? Oder verstärkt z.B. ein “Sitz” oder “Nein” noch ihr Nähe-suchen ?

    An solchen Details kannst du ziemlich gut unterscheiden, ob sie dich einfach nur "kontrollieren" will, oder wirklich Angst hat ! Das lange anhaltende Hecheln... kann ein Zeichen für Angst sein. Wenn sie in dieser Situation aber selbst mit einem Leckerlie vor der Nase ( oder einem Spielzeug ) kaum oder gar nicht ablenkbar ist, hat sie Angst, besser gesagt: Mega-Stress :fear:

    Kannst du ihr Verhalten vielleicht mal filmen ? Die Bildqualität ist nicht wichtig. Wichtig wäre nur, dass man ihren Gesichts- und ihren Körper-Ausdruck sieht ! Evtl. auch in verschiedenen Situationen, z.B., wenn du gar nichts sagst, wenn du sie "beruhigst", oder, wenn du ein "gut-jetzt-Kommando" gibst. Denn: so nur mit deinen Worten kann ich schlecht beurteilen, ob sie nun wirklich Stress hat....

    Das wirklich BLÖDE gerade ist aber: wir fahren morgen ganz früh in den Urlaub. Mit Hund, aber OHNE Internet = Ich habe dann also 3 Wochen kaum Gelegenheit ( und wenn, dann nur kurz übers Smartphone ) auf Nachrichten zu antworten... :|
    Ich weiß nicht, ob du meine anderen Beiträge zu diesem Thema gelesen hast ? Evtl. ( wenn du sie liest ) könnten sie DIR etwas helfen - in dem Sinne, dass du vergleichst...?!?

    Ansonsten: beobachte deine Kleine genau ( siehe oben ). Sei selbst nicht "allzu" besorgt ( vermittle ihr Sicherheit von deiner Seite ). Und: ÜBE wieder, als wäre sie noch ein Welpe....
    WENN sie wirklich unter Angst leidet ( vor allem beim allein sein ), und das an "der Pubertät liegt", wird es schwierig (er) :hilfe:
    Dann, und NUR dann müsst ihr euch, für wenigstens ein paar Wochen eine "neue Strategie" überlegen. Denn, wenn sie wirklich unter Ängsten ( wie "doof" sie in dieser Phase auch scheinen ) leidet, macht ihr sowohl mit "Ignoranz", wie auch mit "Über-Behütung" alles eher noch schlimmer.

    Die gute Nachricht aber ist: Diese Phase geht vorbei ( kommt evtl. später noch mal ). Aber, dann "funzt" das Hirn wieder, und der Hund verhält sich total normal ! :gut:

    Schreib mir ruhig ( auch eine PN ). Berichte, was sich "gerade tut"... Ich werde öfter mal schauen, und, wenn es sich machen lässt, auch (kurz) antworten. In drei Wochen bin ich zurück. Dann....

    Behalte die Ruhe !
    Liebe Grüße: Manuel

  • hallo und vielen vielen lieben dank für diese ausführlichen antworten!
    manuel, ich werde deine beiträge bald mal durchsehen, habe es bislang noch nicht geschafft :ops:
    ich glaube schon, dass ich etwas unsicher bin, gerade beim alleine lassen. das liegt wohl daran, dass mir ständig irgendwelche leute sagen, man dürfte die kleine noch nicht allein lassen, aber was soll ich machen, ab november muss ich wieder arbeiten :X
    das sie so sehr auf mich fixiert ist, zeigt sich draußen und auch innerhalb der wohnung eigentlich nicht so richtig. hecheln oder eine ängstliche körperhaltung zeigen, tut sie auch nicht. sobald leckerchen im spiel sind, lässt sie mich auch vollkommen stehen. im wald hat sie heute mit einem anderen hund getobt, da hat sie überhaupt nicht mehr auf mich geachtet und es war völlig egal, dass ich irgendwann nicht mehr sichtbar war (hab mich hinter einem baum versteckt, weil sie nicht auf den rückruf reagiert hat). wir haben sie am freitag abend für drei stunden allein gelassen und die tapeten abgesperrt, weil wir auf einem geburtstag waren - als wir wieder kamen, lag sie völlig entspannt auf dem boden und hat geschlafen. sie hat nur kurz hoch gesehen und sich dann wieder hingelegt, als wir wieder da waren. vielleicht war das nur eine phase? gerade bin ich mit ihr bei meinen eltern, wo sie nochmal neue eindrücke bekommt und ich habe nicht das gefühl, dass sie besonders ängstlich ist - sie freut sich über jeden neuen menschen und hund. bei den hunden zieht sie sich nun nicht mehr so stark zurück, wie zu der zeit, als ich meinen beitrag verfasst habe. ich hab auch das gefühl, dass sie das schlimmste des zahnens nun überstanden hat, da sie auch wieder ihr trockenfutter mit freude verdrückt - vielleicht lag das verhalten doch am zahnen? ich hab sie hier auch immer zwischendurch für ganz kurze zeiten allein bei meinen eltern gelassen. da hat sie nur einmal kurz gewinselt und sich dann vor die tür gelegt. also anscheinend doch nicht so schlimm. und als meine mama das haus verlassen hat, hat sie auch kurz gewinselt, obwohl ich da war. ich habe so ein bisschen den eindruck, dass sie generell winselt, wenn sie etwas einfach "doof" findet. hier gibt es einen großen garten, sie darf dort aber nur unter aufsicht spielen, weil er noch nicht eingezäunt ist. wenn wur frühstücken, sitzt sie dann vor der scheibe und winselt auch. ängstlich ist sie dabei überhaupt nicht. das etwas passiert ist, denke ich eigentlich nicht. wir haben so eine netzwerkkamera und haben uns zu beginn immer in ein cafe nebenan gesetzt und geschaut, was sie zeitgleich macht, wie sie reagiert und wie ihre körpersprache ist. und das war eigentlich nie auffällig. sie hat anfangs auch überhaupt keinen mucks gemacht. hat einmal zur tür gesehen und sich danach auf ihre decke gelegt - etwas gekaut und geschlafen. :gut:
    könnte das problem der fixierung vielleicht auch an einer fehlenden tagesroutine meinerseits liegen? mein freund und ich sind derzeit nämlich beide zuhause und treten unsere nächste stelle erst anfang november an - dementsprechend hat sie zwar feste fresszeiten, aber so einen richtig festen tagesablauf mit spaziergängen um die gleiche uhrzeit und alleinsein um die gleiche uhrzeit gibt es nicht. sollte ich das einführen? auch da bin ich wieder etwas unsicher, weil ich sie nicht überlasten will. ich weiß, dass ich jetzt bis zu 25 minuten mit ihr am stück gehen darf. aber sollte man das auch drei mal am tag machen? meist mache ich das 1- 2 mal und ansonsten spielen wir, machen suchspiele, gehen zur welpengruppe usw.
    und mir ist noch etwas eingefallen, seit dem sich das mit dem alleinsein etwas verschlechtert hat: sie darf nur noch kontrolliert wasser trinken, weil sie ein ständiges durstgefühl hat (ich war schon beim ta, ist keine diabetes oder so). ich messe das wasser deshalb ab und sie bekommt es zum fressen und nach aktivitätsphasen. seitdem das wasser dort nicht mehr frei verfügbar ist, mault sie etwas mehr, wenn sie allein bleiben soll - hat sie vllt angst zu verdursten?
    allein ist sie unregelmäßig. ich versuche, das meist morgens zu üben, weil ich dann ja auch arbeiten werde. nachmittags ist dann spiel und spaß angesagt. manchmal ist sie nur 10-15 minuten allein (einkaufen, post reinholen, bad wischen) und manchmal 3 stunden. das ist bislang das maximum. sie bleibt dann aber auch stubenrein, frisst ganz normal, zittert nicht oder so, wenn wir/ich wiederkommen.
    bei dem wunsch nach aufmerksamkeit hüpft sie mit den pfoten aufs sofa und hat auch wieder angefangen, mich anzuspringen, wenn ich stehe. bislang ignoriere ich das und schiebe sie jetzt (wurde mir in einem anderen thread so geraten) ohne blickkontakt und ganz ruhig immer wieder vom sofa. sie bringt dann eben auch spielzeug und sowas. ich bin sehr unsicher, weil bis auf die leute in der welpengruppe, niemand in meinem umfeld erfahrung mit welpen hat. das heitß, sie wird immer mit erwachsenen hunden verglichen und das baut irgendwie druck auf. das fängt schon bei kleinen sachen an, wie die täglichen gassirunden (drei mal oder weniger?), treppensteigen, leute anspringen usw. am anfang war ich überhaupt nicht unsicher und eigentlich habe ich auch das gefühl, dass ich das einigermaßen gut mache mit ihr, aber momentan baut sich durch das umfeld auch druck auf. dazu kommt, dass ich mitte oktober umziehe und dann ab november ja wieder arbeite und es da ja irgendwie klappen muss. und ständig wird gesagt "mit 7 monaten kannst du den armen hund doch nicht allein lassen, das ist reiner stress" und solche sachen. und dann fängt man auch an sich zu fragen, ob die (teilweise erfahreneren) hundebesitzer nicht doch recht haben und man der kleinen zu viel zumutet :hilfe: aber was darf ich ihr denn zumuten? das ist bei meiner unsicherheit derzeit die hauptfrage. auf die jeder irgendwie eine andere antwort gibt... und es gibt wahrscheinlich auch kein patentrezep :headbash: vielleicht könnt ihr mir da mal sagen, wie ihr das macht oder in dem alter gemacht habt?
    für die erfahrenen menschen hier im forum muss das total doof klingen... aber ich hab die kleine so furchtbar lieb und mache mir einfach sorgen, ihr nicht gerecht zu werden...
    ich bin für tipps und unterstützung so unglaublich dankbar!

  • Also das mit der Unsicherheitsphase wird bei uns ja jetzt auch Thema. Die Kröte hat zwar noch keine Angst vorm Alleinebleiben (ich hoffe sehr, dass das so bleibt, seit sei 5 Monate alt war, ist sie Mo-Fr 4,5h alleine, Tiertrainerin meint aber das sei völlig ok wenn man das aufgebaut und trainiert hat, was wir haben). Wie lange muss eure denn ab November alleine sein am Tag?

    Seit einer Woche bellt sie auf der Straße alles an was nicht bei 3 am Baum ist und relativ oft versteckt sie sich hinter mir beim Bellen). Ich geh dann halt auf die Leute zu und frage ob ich kurz mit ihnen reden darf, meistens bleibt sie dann irgendwann stehen und geht von selbst ins Sitz und dann belohn ich sie und wir gehen weiter. Aber mühsam ists grad und ich schäm mich ein bissl vor den Leuten draußen weil sie halt fast immer mit eingezogenem Schwanz, angelegte Ohren durch die Gegend läuft sobald sie jemanden sieht oder ein größerer Rabe in der Wiese sitzt, oder eine neue Mülltonne aufgestellt wurde..., als ob sie geschlagen wurde :verzweifelt: Aber ich hoffe die Phase geht bald vorbei.

  • Also ich denke, dass sie ab November dann auch ungefähr so 4-5 Stunden allein bleiben muss. Mal mehr, mal weniger. das können am einen Tag 5 Stunden und am nächsten bloß 2 sein. Wie gesagt, 3 Stunden schafft sie eigentlich (abgesehen von den letzten Malen Tapete knabbern) auch schon ohne Stress. Ich werde jetzt so langsam einen festen Tagesrhythmus etablieren, so dass sie merkt: morgens ab halb 8 ist Ruhe angesagt. Ich werde also künftig so um 7 nochmal ne Runde mit ihr raus gehen, dann gibts Fressen und ich werde die Wohnung verlassen. Das wollte ich dann weiter ausbauen. Ich denke, dann müsste das mit der Stubenreinheit auch ganz gut klappen. Beim letzten Mall alleine sein haben wir die Tapeten mit Möbeln verstellt, die hat sie nicht angerührt. Ich frage mich, ob das mit den Tapeten dann wirklich Stress war/ist oder ob sie das wegen des Zahnens oder Mineral/Nährstoffmangel macht. Davon habe ich auch schonmal gelesen...

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