Zu sehr auf mich fixiert?

  • Einen schönen Abend an euch!

    Mir brennt schon seit längerem eine Frage auf der Zunge. Butch ist 5 Monate, sein Gehorsam ist ausgesprochen gut (das habe ich wirklich bisher noch nicht erlebt), er kann ohne Probleme ohne Leine laufen, der Rückruf sitzt, wir haben in der Hinsicht wirklich gar nichts zu meckern :gut:

    Aber ich schildere euch mal eine Situation von heute:
    Wir sind auf der Hundewiese gewesen, es war jedoch noch kein Hund da. Ich gebe ihm das Kommando "Lauf", er geht 2 Schritte, dreht sich um und schlawenzelt in einer Tour im Radius von 2 Metern um mich rum. Irgendwann war ich so in mein Handy vertieft, schaue geradeaus und sehe ihn nicht mehr. Ich denke mir "Spitze, er erkundet mal etwas alleine" (Hundewiese ist eingezäunt), suche ihn mit meinen Blicken, finde ihn nicht, schau nach LINKS, sitzt er neben mir auf der Bank! :hilfe: Das er mir nicht auf den Schoß gekrochen ist, fehlte noch.
    Er ist wirklich sehr sehr anhänglich. Ich wollte mir heute eine Wurst kaufen und gab meiner Freundin die Leine. Er ließ mich nicht aus den Augen und fiepte und quietschte. Als ich wiederkam, war seine Freude mal wieder grenzenlos, dabei hatte er mich die ganze Zeit vor Augen.

    Ich finde es schön, dass er auf mich fixiert ist, sprich ich kann ihn laufen lassen, ohne das er flöten geht. Ich sage ein Kommando und er führt es ohne Wenn und Aber aus. An sein Futter darf ich mittlerweile ran (haben zuvor gegen Futteragression trainiert). Ich lasse ihn in der Wohnung nicht überall mit mir hin, versperre durchaus mal Türen, bringe den Müll raus, trainiere das Alleinsein. Ihr könnt euch aber vorstellen, was das manchmal für ein Theater gibt. Aber das üben wir jeden Tag.

    Auf meinen Freund hört er ebenfalls sehr gut, allerdings ist er auf mich regelrecht fixiert. Gut, seitdem er ein Welpe ist, bin ich natürlich zuhause - klar, dass er sich da mehr auf mich eingeschossen hat. Nur wenn mein Freund ihm den Kauknochen abnehmen will, wird er garstig. Wenn mein Freund ins Bett will und er es sich gerade gemütlich gemacht hat, knurrt er (seitdem gab es Sofa- und Bettverbot). Wir möchten allerdings, dass er uns beide gleichermaßen akzeptiert. Ist er zu sehr auf mich fixiert, sodass er ihn manchmal angeht? Hat mein Freund sich evtl. noch nicht so durchgesetzt, dass er ihn ebenfalls als gleichwertigen Partner wie mich akzeptiert? Wir beide beschäftigen uns mit ihm, er geht auch alleine mit ihm spazieren, in den Wald etc., oft gehen wir jedoch zusammen.
    Soll ich mich ein wenig aus der Sache rausnehmen, damit es auch zwischen den Beiden so gut funktioniert? Ich habe kein Problem damit, dass er eine Bezugsperson hat, auf die er mehr "fixiert" ist, jedoch möchte ich, dass er uns beide gleichermaßen akzeptiert.

    Wie würdet ihr damit umgehen, die Sache angehen?
    In letzter Zeit bestehe ich auch darauf, dass mein Freund ihm immer das Futter bereitet und gebe diese "Zeremonie" an ihn ab ;-)

    Habt ihr noch weitere Tips?

    Schönen Abend bei dem Gewitter :-)

  • Das Problem sehe ich weniger in der Anhänglichkeit - solange Du keine Probleme damit hast. Das Problem ist die Beziehung zwischen dem Hund und Deinem Freund. Sicherlich wird der Hund immer nur einen als Rudelführer akzeptieren. Nach Dir sollte aber Dein Freund kommen; das scheint nicht de Fall zu sein.

    Irgendwie bestätigt Ihr unbewusst die bestehende Rangfolge. Dass der Hund Deinen Freund anknurrt, geht gar nicht. Dass er den Hund jetzt füttert, wird an der Rangfolge nichts ändern.

  • Zitat

    Das Problem sehe ich weniger in der Anhänglichkeit - solange Du keine Probleme damit hast. Das Problem ist die Beziehung zwischen dem Hund und Deinem Freund. Sicherlich wird der Hund immer nur einen als Rudelführer akzeptieren. Nach Dir sollte aber Dein Freund kommen und nicht Euer Hund. Das scheint nicht de Fall zu sein.

    Irgendwie bestätigt Ihr unbewusst die bestehende Rangfolge. Dass der Hund Deinen Freund anknurrt, geht gar nicht. Dass er den Hund jetzt füttert, wird an der Rangfolge nichts ändern.

    Danke für die schnelle Antwort. Wie behebt man so ein "Rangordnungsproblem"? Er macht ja letztendlich nicht viel anders als ich...

  • Ich bin kein Hundeflüsterer und eine Ferndiagnose ist selbst für den schwierig. Ich gehe mal davon aus, das Bettverbot hast Du durchgesetzt, nicht Dein Freund. Dein Freund muss mehr die Initiative ergreifen und Regeln durchsetzen, nicht Du.

    Das mit dem gleichwertigen Partner wird nicht funktionieren. Du und Dein Freund sind Partner. Dann kommt der Hund.

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