Neuer Yorkie terrorisiert alten Shi Tsu

  • Hallo!

    Ich habe ein kleines (großes) Problem und hoffe auif euere Hilfe: Wir hatten zwei Hunde, einen Yorkie und einen Shi Tsu. Unser Yorkie ist vor einem halben Jahr vertorben und wir haben einen neuen Junghund Yorkie zugelegt. Sie ist ein wirkliches Wirbelwind, sehr aufdringlich und es hat fast ein halbes Jahr gedauert sie stubenrein zu bekommen. Sie hat teilweise vor meinen Augen ins Bett gemacht usw..
    Mittlerweile arbeiten wir sehr an der Erziehung aber folgendes Problem habe ich immernoch:

    Sie ist ungeheuer Augenfixiert. Wenn sie uns begrüßt, zielt sie mit ihren Leckattacken direkt in unser Auge. Bei Stofftieren reißt sie prinzipiell immer die Augen ab, obwohl och mich frage ob das nur ein Zufall ist.

    Am 24.12 begab sich allerdings, daß sie unsere alte Shi Tsu Dame attakiert hat, wie sie es zur Begrüßung auch tut und hat sie dabei schwer am Auge verletzt.

    Unsere Sh Tsu Dame hat einen Netzhautschaden davongetragen und ist nun in Behandlung mit Kontaktlinsen usw.

    Die Hundetrainerin meinte noch im November, daß die beiden miteinander harmonieren, aber mittleirweile habe ich echt Panik, was die Kleine der großen noch antun kann.

    Wir schimpfen sie zwar immer wenn wir es sehen, aber die Hunde sind ja auch einige Stunden am Tag alleine.

    Könnt Ihr uns helfen?

  • Hallo,

    um evt. helfen zu können, solltest du die Situationen der Attacken, die die Yorkie-Hündin auf die ältere Hündin startet, genauer beschreiben.
    Wann, wo und in welchen Situationen ereignet sich so etwas?

    Das Begrüßungsritual würde ich ändern, gezielte Attacken auf Augen (um die man sogar weiß) würde ich strikt unterbinden bzw. verhindern, indem ich den Hund bei Rückkehr zunächst ignoriere und erst dann registiere, bis sie sich angemessen verhält.
    Wie kommt denn ein Yorkie an menschl. Augen?
    So hoch kann sie doch nicht springen und dass man sich nicht in ihre Höhe begibt, damit sie einem die Augen auskratzen kann, sollte selbstverständlich sein.

    Wie alt ist die Hündin jetzt?
    Für mich klingt es, als sei sie ein gestresster, etwas unerzogener Wirbelwind, der wenig Grenzen gesetzt bekommt.
    Die späte Stubenreinheit kann auch ein Zeichen von Stress sein, gerade, wenn es sich um ein Spontanpinkeln vor deinen Augen handelt.
    Wie sieht der Tagesablauf dieses Hundes aus?


    Wieviel Stofftiere stehen denn zur freien Verfügung, bei denen sie die Augen ausrupft?
    Diese würde ich wegpacken, ein Hund braucht, meiner Meinung nach, keine Stofftiere zum Zerstören.
    Schafft hundegeeignetes Spielzeug an (z.B. ein Zerrseil), mit welchem ihr plus Hündin gezielt zusammen spielt.
    Spielregeln stellt ihr auf.
    Danach verschwindet alles wieder und Ruhe im "Karton".

    Zitat

    Wir schimpfen sie zwar immer wenn wir es sehen, aber die Hunde sind ja auch einige Stunden am Tag alleine.

    Ihr schimpft, wenn ihr was seht?
    Was passiert genau und was seht ihr?
    Wie reagiert die Yorkie-Hündin auf das Schimpfen?

    Gruß
    Leo

  • Hallo Leo,

    vielen Dank für die schnelle Antwort. ich versuche stichpunktartig die Fragen zu beantworten.

    Die Yorkiehündin ist nun genau ein Jahr alt. Sie war die letzte, die aus diesem Wurf von der Züchterin kam. Dort war sie irgendwie das Nesthäckchen und zerrte schon dort an den Ohren ihrer Großmutter.

    Die Attacken sind meist vor dem Gassigehen, beim Signalwort "Gassi" und bei "Begrüßungen". Beim Füttern haben wir sie schon soweit, daß sie artig wartet bis die ältere Hundin zu Fressen bekommt.

    An menschliche Augen kommt sie, wenn ich mit ihr Spiele oder sie auf den Arm nehme zum Kämmen, dann fängt sie an zu Lecken und zwar immer Richtung Auge.

    Stofftiere haben wir umgehend entsorgt.

    Der Tagesablauf, da wir Schichtdienstler sind: Aufstehen um 4 oder um sieben Uhr.
    Gassigehen, Fressen und dann Spielen. Am Tag gehen wir zu gleichen Zeiten Gassi ca 4 mal für 1 Stunde oder auch mal 1 1/2.

    Wir schimpfen mit einemaligem "Aus" Der Hund windet sich dann zu unserem Entsetzen völlig verängstigt und macht auf toten Hund. Nur für eine Sekunde. Dann ist sie wieder wild wie vorher.

    Schnautzengriff haben wir Empfohlenbekommen, aber wir sind uns nicht einig ob dies wirklich artgerecht ist.

    Wir arbeiten viel mit Ignorieren, aber sie ist eigentlich sehr sensibel. Ich habe schon leicht die Vermutung daß sie ihren Platz bei uns noch nicht gefunden hat.

  • Zitat


    Die Attacken sind meist vor dem Gassigehen, beim Signalwort "Gassi" und bei "Begrüßungen".

    Dreht die Hündin bei diesen Signalwörtern so auf, dass es vielleicht zu Übersprungshandlungen gegenüber der Älteren kommt?
    Dann solltet ihr den Gassi-Start und den Vorablauf ändern.
    Beide Hündinnen vorher kurz trennen, keine Signalwörter geben, dass es nun los geht.
    Dreht die Yorkie-Hündin trotzdem hoch, setzt ihr euch wieder hin und startet erst, wenn sie sich beruhigt hat.
    Es ist wird sicher ein längerer Lernprozess für sie werden, denn der Ablauf zum Gassigehen hat sich bei ihr schon ritualisiert, diese Verhaltenskette solltet ihr jetzt durchbrechen und eure Gassizeiten reduzieren und die "übrige" Zeit in neue (ruhigere) Abläufe investieren.

    Zitat

    An menschliche Augen kommt sie, wenn ich mit ihr Spiele oder sie auf den Arm nehme zum Kämmen, dann fängt sie an zu Lecken und zwar immer Richtung Auge.

    Auch hier muss das Verhalten abgebrochen werden.
    Nimm sie zum Kämmen nicht auf den Arm, setze die auf den Boden oder einen kleinen Tisch und kämme sie dort.
    Sollte sie trotzdem anfangen, in Richtung Augen zu lecken, wird das Kämmen und genauso auch das Spielen sofort abgebrochen, dazu gäbe es von mir ein deutliches "Nein".
    Kennt sie "nein" sicher?
    Wurde das konditioniert?

    Zitat

    Am Tag gehen wir zu gleichen Zeiten Gassi ca 4 mal für 1 Stunde oder auch mal 1 1/2.

    Also geht ihr insgesamt ca. 4-5 Stunden Gassi?
    Hut ab, ganz schön viel.
    Die Jüngste ist ein Jahr alt, wie lange zieht ihr das lange Gassi-Programm schon durch?
    Das könntet ihr beruhigt reduzieren, nach müde kommt blöd.
    Ggf. dreht die Yorkie-Hündin wegen des Gassi-Programms etwas zu hoch und ist etwas überdreht.
    Ihr solltet diese Zeiten etwa auf die Hälfte reduzieren und die übrige Zeit investiert, wie oben beschrieben, in neue Abläufe.

    Zitat

    Wir schimpfen mit einemaligem "Aus" Der Hund windet sich dann zu unserem Entsetzen völlig verängstigt und macht auf toten Hund. Nur für eine Sekunde. Dann ist sie wieder wild wie vorher.

    Gibt es vielleicht vorherige Anzeichen für diese Attacken?
    Achtet darauf und unterbindet es einfach schon im Ansatz.
    Hat die Yorkie-Dame einen festen Platz, auf welchem sie auf Befehl bleibt?
    Da würde ich sie mehrmals am Tag hinschicken, damit sie runterfährt und lernt, Ruhe zu bewahren.
    Es soll kein Strafplatz, sondern etwas Angenehmes sein und somit auch positiv aufgebaut werden.

    Zitat

    Schnautzengriff haben wir Empfohlenbekommen, aber wir sind uns nicht einig ob dies wirklich artgerecht ist.

    Davon rate ich ab, ob nun artgerecht oder nicht.
    Ihr erreicht damit wahrscheinlich das Gegenteil, sie dreht noch mehr auf und lernen wird sie auf Dauer dadurch nichts.
    Ihr solltet eher dahin erziehen und gegensteuern, dass es erst gar nicht so weit kommen kann.
    Vorher abbrechen, blocken und auf den Platz verweisen.
    Ist es zu spät, nimmm sie deutlich weg.

    Zitat

    Wir arbeiten viel mit Ignorieren, aber sie ist eigentlich sehr sensibel. Ich habe schon leicht die Vermutung daß sie ihren Platz bei uns noch nicht gefunden hat.

    Zur Ignoranz kann ich dir nur folgendes sagen:
    Mit Ignoranz kommst du nur weiter, wenn du mit dem Gegenteil das Gegenteil erreichst.
    Verstehst du, was ich damit meine?
    Nicht jedes unerwünschte Verhalten "straft" oder verbessert man, indem man es ignoriert.

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