Angstproblem - ich bin ja sooo doooof

  • Hallo Ihr lieben,

    ich könnte mich echt in den A.... beißen.

    Unsere Mara ist jetzt seit 2 Wochen bei uns, sie ist 11 Wochen alt.

    Generell ist sie eher vorsichtig fremden Menschen und Hunden gegenüber und unsicher wenn sie etwas noch nicht kennt. Deshalb gewöhnen wir sie an alles sehr langsam.

    Ich hatte sie bis gestern schon zweimal mit am Pferdestall, aber nur sehr kurz und weit weg von den Pferden. Sie soll sich dran gewöhnen, möchte ich doch dass sie mich später mal auf Ausritte begleitet, aber ich möcht ihr natürlich viel Zeit geben dazu.

    Gestern dann musste ich Koppel und Paddock abmisten und dachte mir, bei dem schönen Wetter nehme ich unsere kleine einfach mit. Ich habe die Pferde natürlich ausgesperrt, so dass Mara und ich innerhalb des Paddocks waren und die vier Pferde außerhalb. So konnte sie selbst entscheiden, wie nahe sie den Pferden kommen wollte. Die Pferde selbst sind Hunde gewöhnt, aber natürlich neugierig und standen direkt am Zaun um sich den Neuzugang anzuschauen.
    Dann habe ich gearbeitet und sie lief frei um mich herum, schnüffelte mal hier und da, ging zunächst auf Abstand zu den großen Tieren am Zaun und traute sich dann aber langsam näher. Generell wirkte sie sehr entspannt, spielt mit meiner Schaufel, bellte hin und wieder die Pferde an, und sprang recht fröhlich um mich herum.

    Ich habe schon geschaut was sie macht, aber musste natürlich auch nebenher arbeiten. War auch gar kein Problem, sie blieb immer in meiner Nähe.

    Tja, schließlich traute sie sich tatsächlich ganz nahe an einen Pferdekopf heran, der gerade zum grasen auf dem Boden war und schnupperte. Und ich blöde Kuh war so begeistert, dass ich den Elektrozaun vergessen habe.

    :kopfwand:

    Ich sah nur noch, wie sie laut aufjaulte und dann im gestreckten Galopp davon rannte. Ich habe sie erst nach 30m vom weiter rennen abhalten können.

    Ab da war sie komplett veränstigt, wollte nicht mehr freiwillig mit mir auf den Paddock gehen. Ich habe sie dann aber zuerst doch mit genommen weil ich ja noch alles dort hatte, Schubkarre und Schaufel. Und trotzdem drückte sie sich geschlagene 10 Minuten lang total verängstigt an die Stallwand, so weit wie möglich von den bösen großen Tieren weg.

    Heute dann dachte ich, am besten nehme ich sie gleich wieder mit zum Stall, sind nur ca. 300m zu laufen von zu Hause aus. Tja. Sie wollte nicht mal mehr in die Richtung laufen. Hinterherziehen wollte ich sie nicht, also habe ich sie hin getragen. Je näher wir dem Stall kamen, desto mehr zitterte sie. Ich habe sie dann im Heulager abgesetzt, weit genug weg von den Pferden, da drückte sie sich in die Ecke und ich konnte sie kaum dazu bewegen, zu mir Richtung Pferde zu kommen (die Pferde waren weit von mir weg). Ich habe fertig gefüttert und mich dann mit ihr noch ein bisschen neben die Pferde gesetzt, sie dort mit Leckerlies gefüttert, die Pferde ca. 3m entfernt. Da hat sie sich dann auch langsam beruhigt und sogar die Leckerlies geholt, die ich Richtung Pferde gelegt hatte.

    Trotzdem habe ich so ein bisschen das Gefühl, dass das Vertrauen zu mir erstmal hin ist. :sad2: Und dabei hat sonst alles so gut angefangen.

    Jetzt bin ich etwas verunsichert, was würdet Ihr tun? Sie weiter mit nehmen in den Stall, damit sie schnell merkt dass die Pferde nicht gefährlich sind? (sind sie ja nicht, ich habe nur das Gefühl, dass sie den Stromzaun mit den Pferden verknüpft). Und wenn mitnehmen, dann tragen? Oder zwingen zu laufen, was aber bedeuten würde dass ich sie hinterher ziehen muss.

    Oder sie über den Winter erstmal zu Hause lassen und im Frühjahr neu aufbauen in der Hoffnung, dass sie bis dahin ein bisschen vergessen hat? Dann wäre sie auch etwas größer und die Pferde auch nicht mehr so riesig.

    Ich könnt echt heulen. Die arme Maus, und alles nur weil Frauchen nicht auf sie aufgepasst hat. :sad2:

  • nimm sie weiterhin mit und tu so als ob alles normal ist, sie wird auch wieder auftauen. Diese Erfahrung haben schon viele Hunde gemacht. Gib ihr einfach Zeit.

    Vielleicht kannst du sie ja auch mal auf den Arm nehmen und sie einem lieben Hü vorstellen so Nase an Nase mit viel Leckerlies. Oder setzt dich mit ihr auf dem Schoss zu einem Pferd in die Box knuddel die Kleine und fütter sie.

  • Hallo,

    blöd gelaufen - ich denke auch, dass sie den Schlag mit den Pferden verknüpft und das sie nun wieder positive Erfahrung sammeln muss. Wenn du sie erst in nem halben Jahr wieder mit nimmst hat sich das vllt schon eher verfestigt.

    ABER: Ich finde das so riskant, dass du deinen Welpen mit zu den Pferden nimmst und dabei auch noch abgelenkt bist - die Kleine muss nur aus Versehen einen Huf abkriegen und schon ist sie hin.

    LG

  • @ Moehri: ja, mittlerweile könnte ich mich dafür auch ohrfeigen. Die Pferde selbst waren ja ausgesperrt, konnten also nicht zum Hund. Und ehrlich gesagt hatte ich meinem Hund nicht zugetraut, dass er tatsächlich so nahe zu den Pferden geht. :ops: weil sie eh bisher extrem zurückhaltend war. Drum habe ich mir darum keine Gedanken gemacht.

    Wenn ich sie wie heute zum füttern dabei habe, dann bringe ich sie ins Heulager, das an den Stall angrenzt. Dort binde ich sie zur Sicherheit kurz an, was ihr auch nix ausmacht weil ich ja nie weiter als 10m von ihr weg bin und sie mich dauernd sieht. Da können die Pferde nicht zu ihr und sie nicht zu den Pferden.
    Und wenn ich Arbeit habe, bei der ich sie nicht richtig beaufsichtigen kann lasse ich sie zu Hause oder organisiere mir jemanden der auf sie aufpasst.

    Ach menno, so ein Sch.....

  • Ohje, armes Mäuschen!

    Ich denke mit meiden wirst du die Fehlverknüpfung, wenn denn eine da ist, nur verstärken. Mein Instinkt sagt mir, dass du sie ruhig weiter mitnehmen solltest. Sie scheint sich ja beruhigen zu lassen.
    Unfälle passieren, mach dir mal keine all zu großen Sorgen, so lang sie keine Verletzungen (Verbrennungen) davon getragen hat. Ich denke Kontakt zu Pferden in vollkommen anderer Umgebung wird sie davon überzeugen, dass der Zaun, und nicht das Pferd schuld war.
    Narthan hat auch gleich in den ersten Tagen mit Brennnesseln und Elektrozaun Bekanntschaft gemacht. Mittlerweile klettert er durch die Pflanzen als würde er nichts spüren, und Schafe werden trotzdem neugierig beobachtet.

    Hättest du denn überhaupt daheim ständig Betreuung für die Kleine? Auch wenn im Stall mal ein Notfall ist? Denn Alleinsein kennt sie ja mit Sicherheit auch noch nicht. Und wenn sie dann mit MUSS, und du im Stress bist wäre das eher kontraproduktiv, oder?

  • Zitat


    Hättest du denn überhaupt daheim ständig Betreuung für die Kleine? Auch wenn im Stall mal ein Notfall ist? Denn Alleinsein kennt sie ja mit Sicherheit auch noch nicht. Und wenn sie dann mit MUSS, und du im Stress bist wäre das eher kontraproduktiv, oder?

    Das ist kein Problem. Ich kann sie mitnehmen in den Stall, muss aber nicht, sie kann auch zu Hause beim Rest der Familie bleiben.

    Aber sie bleibt auch schon kurzzeitig alleine, das haben wir gleich von Anfang an geübt. Mein Mann ist derzeit noch daheim, aber bald muss auch er wieder zur Arbeit. Ich arbeite vormittags 4 Stunden, von 8-12 Uhr. Ab 9.00 Uhr kann meine Mutter nach ihr sehen, also muss sie dann ca. 1 Stunde durchhalten. Derzeit machen wir es so, dass ich morgens aufstehe, mein Mann aber noch weiter schläft. Dann gehe ich zur Arbeit, und mein Mann steht ca. 20 min nachdem ich das Haus verlassen habe auf und ist dann bei ihr. Schlafzimmertüte ist zu. Diese Zeit wird langsam gesteigert. Bisher keine Probleme, kein Winseln, keine Zerstörung.

    Wir hatten auch schon den Fall, dass wir alle im Garten waren und mit Arbeit beschäftigt, da wollte sie auf einmal ins Haus, saß heulend vor der Haustür (vielleicht war ihr etwas kühl oder sie war müde). Wir haben sie dann rein gelassen, sind selbst aber draußen geblieben, wir dachten einfach, mal sehen wie lange es geht. Wir haben immer mal wieder zum Fenster rein gesehen, aber sie lag 45 min lang in ihrem Körbchen und hat geschlafen, ohne dass noch jemand im Haus war.

    Zur Haustüre raus bin ich auch schonmal, komischerweise macht ihr das weniger aus als wenn ich alleine aufs Klo gehe. Da sitzt sie vor die Türe und winselt. Generell sind wir positiv überascht wie gut das schon geht. Vor ein paar Tagen musste ich zwangsweise in den Keller (Handwerker waren da) und es wurden tatsächlich ganze 15min. Als ich mit schlechtem Gewissen wieder rauf kam lag sie unterm Tisch (neben dem Stuhl auf dem ich zuvor saß) und guckte mich total verschlafen an.

    Sollte es aber nicht klappen mit dem alleine bleiben kann meine Mutter notfalls auch früher zu ihr. Mal sehen wie es dann geht.

  • Hallo,
    Campino ist auch erst sechs Monate alt und ebenfalls von Anfang an mit zu meinen Pferden gegangen. Auch er hat sehr großen Respekt vor diesen großen Tieren. Irgendwann hat er sich einen Stromschlag geholt und wollte ebenfalls erstmal nicht mehr mit zum Stall kommen. Das hat sich wieder gelegt. Er ist zur Zeit so mutig wie noch nie und geht bis auf einen Meter völlig gelassen an den Pferden vorbei, wenn diese fressen. Ich hab ihn einfach selbst machen lassen. Der Stall liegt im hintersten Teil des Gartens meiner Eltern. Während ich also mit den Pferden und teils im Stall beschäftigt bin, lasse ich ihn im Garten laufen. Letztlich siegte die Neugierde. Schon nach wenigen Tagen, wo er den Pferdebereich mied, kam er langsam wieder näher. Er wurde auch schon einmal ein Stückchen von meiner Stute verfolgt (die nur neugierig war) und floh völlig panisch. Auch da erstmal meiden, dann langsam wieder annähern. Ich denke, dass du gar nicht viel tun must. Nimm sie einfach weiter mit, sie beruhigt sich schon wieder. Zum Stall zerren würde ich sie auch nicht. Entweder ein paar Tage mit dem Auto hinfahren oder tatsächlich tragen.
    LG, Marike

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