Bellt draußen vor Angst fremde Menschen an!

  • von vorne:
    also ich habe eine 16 Wochen alte Border Collie Hündin sie hört schon sehr gut und lernt schnell. aber wenn ich draußen mit ihr bin und ein Jogger nähert sich zieht sie den schwanz ein und bellt.
    was soll ich tun?

    1. ignorieren
    2. "Nein" sagen
    3. Schnauze zuhalten :lol:
    4. habe es auch schon versucht das ich die leute gebeten habe das sie ihr ein leckerlie geben so das sie merkt oh die sind ja gar nicht böse!

    was meint ihr?

    LG

  • Hi,

    ich bin gerade auf deinen Beitrag gestoßen und da wir auch zwei Exemplare haben, die damit Probleme haben / hatten, kann ich ja mal erzählen wie wir das gemacht haben.

    Ich habe einen inzwischen 5 Monate alten Labrador - Aussie Mix und bei Thabo war die Unsicherheit auch stärker ausgeprägt, als bei seinem Vorgänger (er war das ganze Gegenteil und wollte zu jedem hin, auch nicht immer so toll :/ ).

    Also bei Thabo war es so, dass er fremde Hunde und fremde Menschen immer angebellt hat beim spazierengehen und unseren Besuch daheim.

    Im Bezug aufs Spazierengehen wurde mir in unserer Welpengruppe geraten, dass ich mit ihm einfach zielsicher weiterlaufen soll und meine Aufmerksamkeit gar nicht so auf die entgegen kommende Person richten soll.
    Zeitgleich sollte ich ihn etwas ablenken. Ich hab das immer so gemacht, dass ich ein leckerchen in die linke Hand genommen habe und Fuß geübt habe, bis die Person vorbei war.
    Das klappt super - machen wir auch heute noch, weil er auch immer wieder verunsichert ist.

    Ein anderes Vorgehen ist, dass ich mit ihm auf eine Wiese neben dem Weg gehe, sobald ich sehe, dass jemand angejoggt kommt. Da Thabo auf den Wiesen hinten fast immer freilaufen darf und wir öfter auf der Wiese spielen, findet er das auch nicht sonderbar. Ich nehme dann sein Ball an der Schnur raus und spiele intensiv mit ihm.
    Manchmal merkt er dann gar nicht, dass in der Zwischenzeit jemand vorbeiläuft und wenn er es doch merkt, dann mach ich so viel Action, dass er feststellt, dass ich viel interessanter bin und es sich gar nicht lohnt die andere Person zu verbellen.
    Sollte er doch ein paar Schritte in deren Richtung machen, dann renn ich in die andere Richtung und er kommt eigentlich recht schnell hinter mir her.

    In der Zwischenzeit klappt das alles recht gut. Manchmal wufft er noch ein bisschen (hört sich total witizg an), aber in der Regel gehen wir ganz entspannt weiter.
    Das Wichtigste ist, dass du deinem Hund Ruhe und Gelassenheit vermitteln musst. Er spürt genau, wenn du dich anspannst und nervös wirst. Er meint dann, dass da gleich was ganz aufregendes passiert und sein Frauchen/Herrchen mag diese Situation auch nicht.
    Deshalb vermittel lieber "hey, komm weiter, das ist ganz normal, dass die Person jetzt vorbei joggt. Brauchst keine Angst haben, wir laufen da einfach dran vorbei. Ich bin da."

    Auf keinen fall beruhigend auf sie einreden, weil sie sich dann in ihrer Angst bestätigt fühlt.
    Und vorallem nicht die Situationen meiden. Im Gegenteil - in "Problemsituationen" immer reingehen, damit der Hund lernt, dass nichts passiert und es das normalste der Welt ist.

    So, jetzt hab ich einen kleinen Roman geschrieben - aber ich hoffe, dass es klappt und deine kleine Hündin sich schon bald nicht mehr von Joggern beeindrucken lässt.

    Wünsch dir viel Erfolg und weiterhin viel Spaß mit deiner Kleinen!

  • Noch vor ein paar Wochen hätte ich nicht gedacht, daß ich jemals zu so einem Thema antworten werde ;) Bei uns war es anfangs auch so, nur daß unser Hund mit damals 6 Monaten aus dem Tierschutz kam und deshalb schlecht sozialisiert war. Hinzu kommt, daß es unser erster Hund ist. In Situationen, wie Du sie beschreibst, habe ich auch regelmäßig die Nerven verloren. Schließlich wollte ich nicht, daß Passanten, Kinder oder gar unsere Nachbarn Angst vor ihm bekommen. Denn die wissen als Nichthundebesitzer wohl kaum, daß er nur aus Unsicherheit bellt. Hab eigentlich auch alles probiert. Rückblickend sehe ich, daß zunächst ignorieren und stramm weitergehen das beste ist, vorausschauend spazieren gehen und vielleicht auch mal einen Bogen ums "Hindernis" machen. Menschen werden gar nicht mehr angebellt. Für meinen Geschmack fixiert er sie zu lange aus der Ferne, z.B. auf dem freien Feld, bis sie dann eeeeendlich vorbei sind (denn unsicher ist er ja immer noch). Da hilft auch einfach ablenken mit diversen Übungen, Richtungswechsel usw.. Unser Hauptproblem waren eigentlich noch andere Hunde, aber auch das wird langsam besser, wenn ich nur rechtzeitig reagiere und mit Leckerchen bewaffnet Übungen mache. Bei spielfreudigeren hilft sicher auch das Werfen eines Dummis o.ä..

    Also in erster Linie mußt Du Geduld haben. Die Lockerheit kommt irgendwann von alleine. Am Anfang war mir alles sooo peinlich, jetzt gehe ich da viel gelassener ran und das überträgt sich wohl auch auf den Hund.

    Viel Erfolg!

  • Also jetzt stell ich zur Zeit bei Thabo auch wieder was fest.
    Das trifft jetzt nicht ganz das Thema mit draußen, aber man muss eigentlich nur das "draußen" mit "drinnen" ersetzen. ;)

    Also draußen klappt es mit Thabo nach wie vor gut - es sei denn die leute kommen ihm zu schnell zu Nahe und wollen ihn mir nichts dir nichts streicheln (mag er gaaaaar nicht!).

    Nun ja, aber das einzige "Problem" - nennen wir es vielleicht lieber die einzige Schwachstelle, die Thabo grad hat ist, wenn wir besuch bekommen. Da flippt er voll aus. Er rennt bis auf nen halben Meter zu dem Besucher hin und verbellt ihn (anfassen lässt er sich nicht). Wenn der Besuch sitzt ist alles in Ordnung, aber sobald die "fremden" Personen aufstehen, dann gehts wieder los. also meistens springt er auch auf und verbellt sie wieder.

    Ich muss dazu sagen, dass Thabo und seine Schwester, die auch hier im haus bei meinen Eltern wohnt schon immer reserviert auf Fremde zugegangen sind und unsicher waren.

    Ist das jetzt auch eine Art von Unsicherheit?

    Ist die Methode, dass man ihnen ein Körbchen oder so hinstellt und sie so erzieht, dass sie dann da reingehen, wenns klingelt erfolgreich? Habt ihr da noch andere Tipps wie man das mit dem anbellen in den Griff bekommt? Ich hab halt keine Lust mal ein ausgewachsenen relativ großen Thabo zu haben, der sich wie das Rumpelstilzchen aufführt, sobald Gäste kommen! :headbash:
    Im moment ist er etwas mehr als 5 1/2 Monate alt, ich denke, dass man das schon noch gut hinbekommen kann oder?

    so viele Fragen... :???:

  • Zitat


    Ist das jetzt auch eine Art von Unsicherheit?

    Ist die Methode, dass man ihnen ein Körbchen oder so hinstellt und sie so erzieht, dass sie dann da reingehen, wenns klingelt erfolgreich?

    Hallo,

    ja, ich denke, das ist erfolgreich und ebenso erforderlich ist es natürlich, dass du dem Hund die Anweisung gibst, seinen Platz (strategisch ungünstig gelegen) aufzusuchen und dort zu bleiben, bis du ihn frei gibst.
    Besucher sollten den Hund ignorieren:
    Nicht ansehen, nicht ansprechen, nicht anfassen, nicht füttern!
    Das ziehe erst einmal ein paar Wochen durch, dann melde dich noch einmal, dann kommt der nächste Punkt :smile:

    Viel Erfolg!

    Gruß
    Leo

  • Okay vielen Dank, dann lag ich da ja gar nicht so falsch! :smile:

    Morgen werde ich gleich damit anfangen das Kommando "Körbchen" einzustudieren und dann gehts los mit Besuch einladen! :D


    ...ich geb dann mal bald ne Zwischenbilanz... =)

  • Ich geb mal kurz ein update.

    In den letzten Tagen / Wochen haben wir "Körbchen" geübt und ich kann mit Stolz sagen, dass er inzwischen weiß was ich damit meine. *jubel*
    Er geht dann immer ganz erwartungsvoll rein und legt sich hin (mit Aussicht auf Leckerlis geht eben alles), lasse ihn natürlich noch nicht sooo lange drin liegen, das steigern wir mit der Zeit.
    Besuch hatte ich seitdem leider nicht mehr, aber spätestens am 18.12. kommen wieder Gäste.

    Letzten Sonntag war ich übrigens bei einer Freundin daheim und Thabo durfte mit. Dort war er der allerliebste Hund. Nicht aufgekratzt, hat keinen Ton von sich gegeben und hat sich sogar von Fremden streicheln lassen. Ich war sehr stolz auf ihn!! =)

    aus diesem grund vermute ich jetzt, dass er hier so bellt, weil er es als sein Revier ansieht - wohl der Hüteinstinkt vom Aussie. :headbash:

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