Scheue Nike wird langsam pöbelig (Achtung, ist länger)

  • Hallo an alle da draußen,


    Ich habe mich neu hier angemeldet, um ein paar unterschiedliche Ansichten und Ratschläge zu sammeln. Es geht um Nike (gesprochen, wie geschrieben, also nicht wie der Turnschuh;) ), Mischling aus der Türkei, seit Anfang September bei uns. Sie ist sehr schüchtern und es hat zwei Wochen gedauert, bis sie meine Mutter begrüßte, mittlerweile ist sie zuhause aber sehr verschmust, fängt auch schon an mit Spielzeug zu spielen und wird langsam ein richtiger Hund. Von fremden Menschen lässt sie sich allerdings nicht anfassen, da weicht sie aus und es hat lange gedauert, bis sie begriffen hat, dass Dinge, die ich in der Hand halte, keine Bedrohung dar stellen. Dass sie sehr vorsichtig bei Menschen ist, damit habe ich weniger ein Problem, denn das bin ich von meiner Ersthündin, mit der sie zusammen lebt, gewohnt. Minusch (Hündin Nr.1) hat mittlerweile keine Angst mehr vor Menschen, aber sie ist absolut desinteressiert, was ich sehr praktisch und unkompliziert finde.
    Jedenfalls weiss ich, dass Nike noch viel Zeit braucht, und dass sich vieles auch so geben wird, ohne dass ich dem allzu viel Beachtung schenken müsste, immerhin hat sie mit unserer Ersthündin ein gutes, entspanntes Vorbild und man bemerkt die Wirkung schon jetzt.
    Allerdings gibt es zwei Situationen mit Menschen, die ich im Auge behalten muss, meiner Meinung nach, und wo ich gerne euren Rat hätte:
    - wenn ich auf dem Boden sitze (wir machen "Zwangspausen" auf dem Spaziergang, also schön auf ne Wiese setzten und ein bisschen sonnen, damit Nike lernt, auch draußen zu entspannen- hat bei Minusch damals sehr viel gutes bewirkt), und es nähern sich uns Menschen (anfangs konnten diese auch sehr weit weg sein), dann brummelt Nike los. Sie bleibt liegen wie sie war, geht also nicht in die Richtung der Menschen, aber sie knurrt leise und behält sie im Auge, manchmal bellt sie auch kurz (sehr kurzes, leises Wuffen, also aus Verunsicherung).
    Bis jetzt jab ich das so gehändelt: Habe "NEIN" gesagt und mich entweder vor sie gestellt, oder aber sie auch mal angeknufft (also gegen die Flanken oder vor die Brust pieken), meistens hört sie dann auch auf. Manchmal brummelt sie aber noch zwei drei mal weiter, bis die Person weg ist. Sie macht das nicht immer, aber alle paar Tage kommt es schon vor.
    - die zweite Situation war vor wenigen Tagen, da waren wir auf einer großen Wiese und ein Junge stand erst sehr weit weg und hat zugesehen, wie Minusch ein paar mal dem Ball nachgejagt ist. Das fand Nike wohl seltsam, denn sie hat ständig gebrummt und gewufft, vorallem, weil der Junge wirklich Minuten lang da stand. Auch hier habe ich wieder das Signal "NEIN" gegeben und ihr die Sicht auf den Jungen versperrt.
    Nun meine Frage: Sollte ich das Wuffen und Knurren vielleicht einfach ignorieren? Sie brummt vieles an, was ihr komisch vorkommt, also anfangs Plastiktüten, große Äste, im Dunkel Mülltonnen etc. Das hat sich gegeben und nun frag ich mich, ob ich ihr Wuffen nicht einfach ignorieren soll? Sie sieht ja, dass Minusch und ich die Situation nicht bedrohlich finden (ich tu dann immer bemüht gelangweilt, nur wenn sie laut wird, dann sprech ich sie an , also "NEIN"), oder ob ich ihr Verhalten mit "NEIN" kennzeichnen soll? Bei Minusch wirkt dieses "NEIN" sehr gut, sie weiß sofort, was gemeint ist.
    Also, bei Unsicherheit ignorieren, bis sie merkt, dass es nicht nötig ist, zu brummeln, oder unterbinden, dass sie knurrt?
    Vielleicht habt ihr ja ähnliche Erfahrungen gemacht.

    So, nun der nächste Punkt, der mir eigentlich mehr "Sorge" bereitet:

    So wie Nike sich verhält, nehme ich an, dass sie früher von anderen Hunden gemobbt wurde. Das erste Zusammentreffen mit Minusch lief ganz ok, es wurde die ersten zwei Tage und Nächte ab und an noch genkurrt und die Zähne gefletscht (ging nur von Nike aus, Minusch war da eher ignorant), bis Nike gemerkt hat, dass Minusch keine Bedrohung ist (die beiden verstehen sich sehr gut, seit dem kein Streit mehr, können Futter teilen, schlafen und spielen zusammen).
    Allerdings zeigt sich Nike vielen fremden Hunden gegenüber eben sehr unsicher und unterschiedlich. Die ersten Tage war sie schüchtern, hat sich aber über andere Hunde gefreut, mit den Hunden, mit denen wir öfter gehen, versteht sie sich sehr gut, aber sobald sie Hunde trifft, die ebenfalls unsicher sind, wird sie zickig.
    Ich kenne das von Minusch, da guck ich auch, ob der andere Hund zu unterwürfig ist, denn manchmal wird sie da auch etwas prollig, allerdings kennt sie das Wort "NEIN" und dann ist auch gut. Minusch war anfangs an der Leine sehr aggressiv, halt nachdem sie bei einem Spaziergang von einer großen Hundegruppe über die Felder gehetzt wurde. Daran haben wir fleissig gearbeitet und heute ist das eigentlich kein Problem mehr.
    Bei Nike allerdings ist es ganz anders, sie ist an der Leine absolut nicht aggressiv, jedenfalls, solange wir einen Meter Abstand haben. Ich kann ganz toll ruhig an pöbelnden Hunden mit meinen beiden vorbei, mittlerweile scheinen sie sich an der Leine sicher zu fühlen.
    Mein Problem ist also eher der Freilauf (Nike läuft an der Schleppleine), wenn ich beide rufe und absitzen lasse, können andere Hunde vorbei, auch ganz dicht. Mache das seit einigen Tagen so, dass beide keinen Kontakt zu fremden Hunden haben (außer halt Terrier, Bull-and-Terrier ,Malteser und Pudel da stehen beide wirklich total drauf und da gibts eigentlich keine Probleme). Allerdings gehe ich ein oder zwei mal die Woche auf Hundewiesen (oder ging) und da benimmt sich Nike dann halt peinlich:
    Das Problem ist, wenn sie auf andere Hunde zugeht. Ich ruf sie schon immer ran, nehme sie kurz und gehe mit ihr zusammen hin, aber sehr oft endet es halt so, dass sie dann (spätestens, wenn der andere sich umdreht und gehen möchte) ein paar Meter hinterher jagt und knurrt. Das wars dann auch schon, aber das macht mir großen Stress, weil ich nicht möchte, dass sich das bei uns einbürgert. Ich habe dann bis jetzt so reagiert, dass ich wieder "NEIN" sagte und sie zu mir gezogen habe, also Kontakt beendet.
    Allerdings habe ich überlegt, ob ich es nicht so machen soll, dass ich, wenn sie das Knurren beginnt, dann nicht lieber einen Schritt auf sie zu machen soll und "NEIN" sagen soll, als dass ich sie wegziehe (weil dann eben wieder Spannung auf die Leine kommt und ich das Gefühl habe, dieses Ziehen macht sie eher noch brummeliger). Also, ich rufe sie ran, geb sie dann je nach dem frei und gehe mit ihr zusammen hin, wenn sie anfängt zu zicken, markiere ich mit "NEIN", habe die Leine aber ganz locker und mache einen "Satz" auf sie zu, also, dass ich gar keinen Druck aufbaue über die Leine, sondern mich eher zwischen sie und den anderen Hund (der sie in der Regel nicht ernst nimmt und gelassen das Weite sucht) stelle... ich kann das so schwer beschreiben...aber ich glaube, dass solche Kleinigkeiten viel ausmachen können.
    Vielleicht hat jemand hier ja auch damit Erfahrung, das wäre super. Ich will halt nicht, dass sie sich das Pöbeln angewöhnt, aber ich will es auch nicht akzeptieren, auch, wenn es momentan eigentlich noch ganz dezent ist (sie jagt die anderen Hunde jetzt nicht mehrere Meter über den Acker oder unterwirft sie oder schnappt, aber datzu soll es auch gar nicht kommen).

    Falls ihr Fragen habt, dann stellt sie ruhig, ich denke, ich habe hier gerade ziemlich durcheinander geschrieben, ich weiß halt selbst nicht genau, wie ich das beschreiben soll. Wäre schön, wenn jemand eine Idee hätte, wie ich das Pöbeln unterbinden könnte, bis ich da schlauer bin meide ich erst mal Hundekontakt, was auch sehr gut klappt. Trotzdem soll das ja nicht auf Dauer so sein, auch wenn sie mit ihrer Handvoll Hundefreunden sehr zufrieden wirkt.

    Vielen Dank im Vorraus,

    ganz liebe Grüße, die Cello mit Minusch und Nikenase

  • hallo und herzlich willkommen,

    meine jetzt 5 jährige hündin war anfangs auch sehr unsicher anderen hunden gegenüber. es endete darin, dass sie auch vor ganz kleinen weg gerannt ist. das problem habe ich dann mit dem abblocken der fremden und beschützen meiner hündin gut in den griff bekommen.

    letztes jahr holten wir eine 15 jährige hündin, welche nichts mehr erschüttern konnte, dazu.
    darauf hin hat die junge sich auch angewöhnt teilweise pöbelnd auf die anderen hunde zu zu rennen.
    habe es anfangs auch mit einem nein unterbunden. hat auch gut funktioniert, war mir nur irgendwie zu doof. ich wollte nicht der "nörgelnde spielverderber" sein.
    daher entschied ich mich zu einer anderen taktik: ich bin einfach, sobald sie vor gesprungen ist, umgedreht und weggerannt was das zeug hält. DAS hat wahre wunder bewirkt.
    alledings habe ich das nur bei uns bekannten hunden gemacht, bei fremden kommt das manchmal etwas doof rüber.

    das wäre der eine vorschlag den ich dir geben könnte.

    ein weiterer wäre sie auf ein spielzeug zu konditionieren.
    dieses kommt immer in bremslichen situationen (wie z.b. bei dem jungen auf der wiese) zum einsatz. soll heißen, der hund ist mit etwas ganz anderem beschäftigt und kann sich garnicht auf den "gefährlichen menschen" konzentrieren, da sie ja grade mit dir und der ihr aufgetragenen arbeit beschäftigt ist. so gewöhnt sie sich vielleicht an die anwesenheit von "glötzenden zweibeinern".

    das wären die ersten ansätze die ich vielleicht versuchen würde. kann auch sein, dass ich mich da ganz auf dem holzweg befinde, dann bitte ich um korrektur!

    LG

  • Hallo:)

    Eigentlich rennt sie gar nicht auf die anderen zu, wäre die Leine ab würde sie erst auf den letzten Metern auf den anderen zusteuern, desshalb klappt das auch so gut mit dem absitzen lassen und fremde Hunde lenken sie auch nicht davon ab, "Fuß" zu gehen oder andere Späßchen zu machen. Es geht immer erst dann los, wenn sie dem anderen Hund direkt gegenüber steht, an ihm schnüffeln könnte (was sie gar nicht macht) oder er sie beschnüffelt. Also ist es mir erst in dem Moment sichtbar, ob sie pöbeln wird, wenns eigentlich schon passiert. Vorher zeigt sie kein seltsames Verhalten, kein Knurren oder so (Außnahmen gibt es, da darf sie aber eh nicht hin).
    Das mit dem Weggehen sobald sie meckert ist eigentlich eine gute Idee, aber ich glaube, die anderen Hundehalter finden das nicht so prikelnd, wenn ich sie dann alleine da stehen lasse (mit ist so was immer schnell peinlich, wenn sich meine Hunde mal daneben benehmen, kommt einfach doof bei größeren Hunden und die Leute hier im Umkreis sind teilweise sehr... schräg).
    Auf Spielzeug reagiert sie leider draußen noch gar nicht, auch der Futterdummy ist noch nicht so ihrs. Mit Übungen wie Fuß, Sitz, Platz und so weiter lässt sie sich ja auch gut ablenken, da ist sie immer dabei, aber ich möchte eigentlich nicht immer von Problemen ablenken, ich denke, das ändert auf längere Sicht nicht so viel. Ich meine, sie muss lernen, mit dem Problem ("glotzender Mensch") klar zu kommen, es auszuhalten. Außerdem ist sie recht clever und ich ahne, dass sie, wenn ich sie immer dann mit z.B. Futter oder anderer Beschäftigung ablenken würde, anfangen würde, öfter zu knurren, um eben an Futter zu kommen. Ich hab da immer so meine Sorge um Fehlverknüpfungen (hat mit der Hundepfeife beinahe eine Fehlverknüpfung gegeben, das scheint bei Nike recht schnell zu funktionieren;) ).

    Wie haben denn die anderen Hundehalter darauf reagiert, dass du weggegangen bist, als dein Hund angefangen hat zu stänkern? Und ist sie dann gleich hinter dir her oder hat sie den anderen erst noch "zusammen gefaltet"?

    Liebe Grüße

  • das spielzeug nichte rst einstzten, wenn sie schon am knurren (fixieren) ist. schon viel weiter davor, sodass sie sich garnicht auf die schreckensgestallt konzentrieren kann. aber wenn sie beim gassi sowieso nicht auf spielzeug reagiert ist das natürlich schwer. wie siehts aus mit apportieren?

    das wegrennen konnte ich noch bevor sie bei den anderen hunden angelangt war starten, sodass sie garnicht an dem anderen hund dran war. wenn du wirklich richtig gas gibst kommen die meisten hunde mit. veilleicht mal mit einer netten gassibekanntschaft probieren? blöd geschaut haben alle, wenn ich die beine in die hand genommen hab. aber die hündin war wie gesagt noch garnicht bei dem anderen hund angekommen. es war also eine sache zwischen mir und meinem hund, die anderen durften nur zusehen.
    wie genau sieht denn das pöbeln aus? hast du auch schon mal einen trainer drauf schauen lassen?

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