• Guten Morgen ihr da draußen!

    Ich habe mit meinem Dicken ein kleines Sörgchen: er fängt wieder an in seine Leine zu beißen, daran wie wild zu turnen, zu zerren und zu knurren. Und zwar immer dann, wenn wir etwas tolles gemacht haben, er im Freilauf war und ich ihn an der Leine nehme, wenn ich vom Training komme, wenn wir starten wollen, wenn wir in Kontakt mit fremden Menschen waren (Begrüßen ohne Carlos zu beachten)... Immer dann, wenn etwas spannendes gemacht wird. Er hat es eine Weile nicht mehr gemacht (ungefähr zwischen 7. und 9. Monat hat er das schonmal gemacht) und jetzt fängt es wieder an. Nun ist er 14 Monate alt und ist wesentlich kräftiger geworden. :muede:

    Ich reagiere meist ruhig auf die Situation: ich nehme ihn zu mir, nehme mit einem KOmmando die Leine aus dem Maul und nehme ihn kurz an die Leine. Er muss nicht Bei Fuß laufen, aber er soll ruhig bei mir laufen. Dabei wird auch nicht geschnuppert oder ähnliches - erst soll er sich abregen. Dann gehts meist wieder. Aber zur Zeit passiert es jedes Mal, wenn ich mit ihm raus gehe.

    Ist er überfordert? Gestresst? Es ist ja eine Übersprungshandlung... :hilfe:

    Hier ist übrigens sein Wochenplan:
    Montags: Morgens muss ich später anfangen zu arbeiten, also mache ich eine große Runde von 1 bis 1,5 Stunden. Danach ist er 7 Stunden allein, nutzt die Zeit aber und schläft. Nachmittags macht er dann eine relativ große Runde mit dem Herrchen (ca. eine Stunde) Abends, wenn ich wiederkomme, wird nur gekuschelt.

    Dienstags: Morgens 30 Minuten nach draußen mit einem kleinen Spielchen. Dann muss ich bis Mittag arbeiten. Nachmittags gehts zum Training (1 Stunde) - hier steht zwar ein bißchen UO auf dem Plan, aber es ist wichtiger, dass die Hunde zusammen Toben. Danach wird nur entspannt.

    Mittwoch: Morgens eine große Runde (1 Stunde) oder Fahrradfahren. Dann muss ich wieder arbeiten. NAchmittags eine Runde mit Herrchen (ca. eine Stunde). Abends wird nicht viel gemacht.

    Donnerstag: Morgens 30 Minuten raus. Wieder bis Mittags arbeiten. Nachmittags habe ich mit ihm eine Stunde Intensives Training - UO unter Ablenkung. Auch eine Stunde.

    Freitag: Morgens 30 Minuten raus. 4 Stunden arbeiten, dann hole ich Carlos ab und er kommt für ein zwei Stunden mit zur Arbeit. Hier trainiere ich mit ihm die Arbeit mit Patienten. Danach machen wir einen Ausflug in den Wald oder so zum Austoben. Manchmal auch mit seinen Hundekollegen.

    Samstag: Ausschlafen. Eine Runde (je nach Wetter groß oder klein) und nachmittags gehts eine Stunde zum Agilitytraining.

    Sonntag: Ausschlafen, alles gaaaaanz in Ruhe machen. Danach machen wir meist einen Ausflug. Hundi kann ganz ohne Zwang schnuppern, laufen, etc.

    Bei den meisten Spaziergängen sind Spieleinlagen oder Futtersuchen integriert. Ist das zuviel???

  • Dieses Verhalten hat Blue in änlichen Situationen auch gezeigt.
    Ich habe mir, so wie du es auch machst, die Leine in die Hand geben lassen, Click & Belohnung.

    Auch jetzt noch nimmt sie die Leine bei verschiedenen Gelegenheiten ins Maul und hält sie mir entgegen.
    Ich lasse sie manchmal einfach 'tragen' (mit Bestätigung) oder in die Hand geben, und manchmal gibt es auch noch was dafür.

    Wenn du mit deinem Hund gearbeitet hast, solltest du dir vielleicht überlegen ihn 'herunterzufahren' bevor du etwas anderes machst.
    Bei Begegnungen mit anderen Menschen, ist dieses Verhalten wohl als aufmerksamkeitsheischend einzuordnen.
    Du könnest deinen Hund unter ein Kommando stellen (sitz) und dich auf die Leine stellen, zwischendurch belohnen, wenn es klappt.

    Ob das 'Programm' für deinen Hund zuviel ist, möchte ich nicht beurteilen. Das sollte DEIN Gefühl entscheiden.
    Er ist noch jung, im Zweifelsfall ist weniger MEHR.

    Noch eine leine Anmerkung: Auch Toben mit anderen Hunden kann Stress bedeuten.

    LG

  • Ich kenne diese Verhalten von Bruno, wenn er überdreht ist, dann ist er wie ein kleines Duracell-Häschen.

    Ich habe ein Entspannungssignal konditioniert und wenn ich merke, er ist wieder viel zu aufgeregt, dann bekommt er das Entspannungssignal und binnen weniger Sekunden ist er wesentlich ruhiger. Nach dem Reizangeltraining z.B. hocke ich mich nach dem ersten Signal hin und massiere ihm die Schultern, während ich das erneut Signal sage, weil er bei dem Training immer extrem aufdreht und alleine nicht wieder runter kommt.

    Wenn es nicht so "schlimm" ist, dann gebe ich ihm einfach einen Job, den er auch fähig ist auszuführen. Wie Sitz, Handtarget und als Belohnung bekommt er etwas, auf dem er lange kauen muss, denn Kauen entspannt. Genau so kann man sich auch einen Baum suchen und ein paar Leckerchen in die Rinden stecken, so dass der Hund sich kräftig strecken muss, denn auch Strecken entspannt.

    Vielleicht kannst du ja was mit meinen Tipps anfangen...

    Zu eurem Plan kann ich nichts sagen, da kenn ich mich zu wenig aus. Aber wenn du den Eindruck hast, es könnte zu viel sein, dann mach doch mal ne Zeit lang bissl weniger und schau, ob und wie sich dein Hund verändert. Ob eine Trainingsveränderung gut oder weniger gut ist, zeigt sich immer nur am Hund.

    Was mir noch einfällt...ich habe das Ab- und Anleinen unter Signal gestellt und allein damit wurde es schon wesentlich besser, weil Bruno sich wohl gemerkt hat, dass er sich dann entspannen kann. Beim Ableinen sage ich "Freizeit", beim Anleinen "Freizeit ende".

  • Dankeschön für eure Antworten.

    Ich habe heute mit meiner Trainerin gesprochen. Was sie sagte, war eine Mischung aus euren Antworten. Er ist ja noch ein junger Hund und kann Stress noch nicht verarbeiten. Manche Situationen - zum Beispiel eine Veränderung der Abläufe- kann einen Hund noch Tage später stressen.

    lotuselise: der Bericht ist sehr interessant. Beizeiten muss ich mir den Bericht über konditionierte Entspannung komplett durchgehen. Das würde mir auch bei der Arbeit helfen, wenn er nicht zur Ruhe kommt. :???:

    Meine Trainerin meinte auch, ich sollte ihn wenn er zieht auf Feldwegen einfach umdrehen und stehen lassen oder wenn wir an einer Hauptstraße sind ihm den Rücken zudrehen und ihn mit der Hand abblocken. Wenn er ruhig ist, dann weitergehen... Ohne Leckerchen..

    Aber das Entspannungssignal finde ich echt klasse. Was könnte ich denn dann als Kommando nehmen? Pause?

    Zuhause ist mein Wuffel ja komplett entspannt und kommt gut runter. Er kann gut ZEiten ab, wo wenig passiert und freut sich über Zeiten, an denen es spannend ist. Er ist an sich kein nervöser Hund, hat nur manchmal genau diese 5 Minuten. Ich denke, das Wochenprogramm ist schon ganz passend - sonst würde er mir doch mehr flippen oder nervös werden, oder?

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!