Tierheimhund
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Helchen -
22. April 2011 um 11:52
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Huhu, hab mich heute angemeldet, weil ich verhindern möchte, dass ich mit meinem Hund Probleme bekomme.
Und zwar hab ich gestern meinen ersten Hund aus dem Tierheim geholt. Der Gute ist inzwischen 5 Jahre alt, und wurde mehrmals wieder zurückgebracht, weil er sich nicht mehr ableinen ließ (knurren und schnappen). Voraussetzung für eine Adoption war, dass die neuen Halter einen Garten haben, damit er sich dort austoben kann.
Wir waren gestern mit Bella, der Berner Sennenhündin, im Tierheim, um zu sehen, wie sie sich mit ihm verträgt. Sie hat vor manchen Hunden Angst. Unsere alte Dackeldame konnten wir nicht mitnehmen, die kann nicht autofahren.
Jedenfalls macht Bella keine Probleme, sie interessiert sich überhaupt nicht für Wastl. Zilli dagegen hat ihm gestern gezeigt, wer der Chef ist, und heute knurrt sie noch ein bisschen, wenn er sich blicken lässt.
Die Tiere regeln das untereinander ganz gut selber, denke ich.
Wastl ließ sich gestern und heute an- und ableinen, und beim Gassigehen verhält er sich wie unser verstorbener Dackel. Schnüffeln und markieren, er zieht aber nicht so stark wie Bella. Wobei ich das Geziehe darauf zurückführe, dass ich nicht so schnell laufen kann wie sie
Das Problem ist, dass er jetzt schon ein paar mal geknurrt und geschnappt hat. Zweimal hatte ich das Pech, dass meine Hand und der Fuß dazwischen geraten ist, heute war ich schnell genug.
Kommt das vom Streß und der ungewohnten Situation?
Er probiert natürlich aus, was er sich erlauben kann, seine Vorbesitzer haben ihn mal aufs Sofa gelassen, dann wieder nicht, und bei mir soll er nicht aufs Bett. Er versuchts natürlich trotzdem. Ich sage dann RUNTER und zeige mit dem Finger auf den Boden, nach dem 3. Mal bequemt er sich dann auch wieder nach unten.
Es reicht manchmal schon, laut NEIN zu sagen, damit er nicht raufspringt. Aber eben nicht immer.
Als er geschnappt hat, hab ich mich umgedreht und ihn ignoriert. War das falsch?Ich hatte noch nie was mit Hundeerziehung am Hut, weil das eben immer die Hunde meiner Eltern waren. Wobei die sich auch nicht wirklich gekümmert haben, aber es läuft halt trotzdem so mit den zwei älteren so, dass sie keine Probleme machen und nicht aggressiv sind.
Dem Wastl möchte ich halt eine Chance geben, er ist zwar stubenrein, aber das wars auch schon. Er kommt aus einer Massenhaltung, lebt seit 2 Jahren durchgängig im Tierheim und war zwischendurch immer bei Menschen, die einen Knuddelhund haben wollten, aber mit ihm nicht zurecht kamen.
Im Moment halte ich es so, dass ich ihn nicht anfasse, solang er auf seiner Decke liegt, weil er sich da meistens hinverzieht, wenn er sich anscheinend überfordert fühlt, besonders, wenn Zilli ihm lautstark ihre Meinung über seine Anwesenheit mitgeteilt hat.Vielleicht könnt ihr mir Tipps geben, wie ich dem Wurschti das Eingewöhnen leichter machen kann.
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22. April 2011 um 11:52
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In welchen Situationen schnappt er denn genau? Nur beim an- und ableinen? Ist er verfressen?
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Zitat
Ich hatte noch nie was mit Hundeerziehung am Hut, weil das eben immer die Hunde meiner Eltern waren.
Hallöchen,
schön, dass Du hier nachfragst.
Aber ich bin ehrlich, ich finde die Entscheidung des Tierheims, diesen Hund zu Dir zu geben, falsch. Bei einem Hund, der schnappt und ggf. gar beißt, sollten die neuen Besitzer schon etwas an Erfahrung mitbringen.
Oder aber und das empfehle ich Dir sehr, die neuen Besitzer sollten sich unverzüglich einen gewaltfrei arbeitenden Trainer suchen, was natürlich zeit- und auch kostenintensiv ist.
Denn wenn der Hund merkt, dass Du unsicher bist, kann das flugs nach hinten losgehen.
Viel Erfolg!
Doris
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Hi,
also verfressen ist er gar nicht, er frißt bei uns (noch) nichts, er trinkt nur.Geschnappt hat er beim ersten Mal, als er vom Bett runter und seine Beute (Plüschtier) wieder rausrücken sollte.
Und die anderen Male, nachdem er von Zilli angegiftet wurde, und ich ihn zum Trost streicheln wollte, was ihm wohl gar nicht in den Kram passte.
Heut Nacht hat er mich angeknurrt, als ich ihn auf seine Decke schicken wollte. Hab ihn dann sitzen lassen und er ist von selber auf seinen Platz getrottet.Ich hab den Hund jetzt erstmal ein paar Tage, demnächst soll ich anrufen, ob ich ihn behalten will oder nicht. Deswegen bin ich auch nicht gestresst, so nach dem Motto "oh nein, ich hab nen Haufen Geld bezahlt für ein Tier, dass mich zerfleischt" oder so.
Würd ihm, wie gesagt, gern eine Chance geben, aber wenns nicht passt, kann ich ja auch nichts erzwingen. Nur droht dem armen Tier durch dieses Verhalten ein lebenslanger Tierheimaufenthalt.
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Hallo Helchen, willkommen im Forum!
Ich finde es super, dass Du einem "Problemhund"
eine Chance gibst, das traut sich nicht jeder (zu)! Toll!Ich würde den Wastl jetzt erstmal ankommen lassen. Hat ja schon ganz schön was hinter sich, der arme Kerl. Am besten machst Du ihm ein Geschirr um mit einer kurzen Hausleine dran, so dass Du ihm nicht so nahe kommen musst und ihn trotzdem lenken kannst. Bei nem Dackel reicht als Hausleine ja ein Lederband oder so (ohne Schlaufe am Ende).
Als nächstes musst Du natürlich sein Vertrauen gewinnen. Auch ich würde das (wie Tarlancriel schon schrieb) über Leckerchen versuchen. Kann mir kaum vorstellen, dass ein Dackel Fleischwurst widerstehen kann, die in seine Richtung fliegt
. Die Flugbahn wird dann immer kürzer, so dass der Wauzi immer näher kommen muss (derweil sitzt Du am Boden, liest was und beachtest ihn nicht weiter). So würde ich es versuchen, damit er sich langsam an "Hände" gewöhnt.Das wichtigste: Geduld, Geduld und ... äh ... Geduld

Und ich sag's immer wieder gern: Ein Tierheimhund (zumal einer mit dieser Vorgeschichte) braucht ungefähr ein halbes Jahr, bis er wirklich in seinem neuen Heim angekommen ist.
Ich wünsche euch viel Glück!
Wastl, gib Dir Mühe!Liebe Grüße
Wauzihund -
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Zitat
Ich hab den Hund jetzt erstmal ein paar Tage, demnächst soll ich anrufen, ob ich ihn behalten will oder nicht. Deswegen bin ich auch nicht gestresst, so nach dem Motto "oh nein, ich hab nen Haufen Geld bezahlt für ein Tier, dass mich zerfleischt" oder so.Hm, das ist natürlich keine wirklich günstige Prognose, ich hatte angenommen, dass Du ihn auf jeden Fall behältst. War ich wohl zu optimistisch. Insofern muss ich mich Schlaubi anschließen. Bitte nutze die Chance, Wastls Dasein als "Wanderpokal" zu verändern.
Wauzi
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Zitat
Ich hab den Hund jetzt erstmal ein paar Tage, demnächst soll ich anrufen, ob ich ihn behalten will oder nicht. Deswegen bin ich auch nicht gestresst, so nach dem Motto "oh nein, ich hab nen Haufen Geld bezahlt für ein Tier, dass mich zerfleischt" oder so
Wichtig finde ich, dass Du Dir in den kommenden Tagen darüber klar wirst, ob Du diesem Hund ein Heim auf Lebenszeit bieten kannst und willst.
Ich finde es toll, dass Du einem schwierigen Hund eine Chance geben willst. Es gilt nun zu prüfen, ob Du das auch schaffen kannst und willst. Einen schwierigen Hund ins Mensch-Hund-Team aufzunehmen, bedeutet immer auch fortwährende Arbeit, sehr viel Geduld und Ausdauer.
Ich würde vorläufig genau beobachten, wann der Hund schnappt und aus welcher Motivation heraus.
Grundsätzlich finde ich es wichtig, einen Hund von Anfang an innerhalb klarer Regeln leben zu lassen. Ich würde beispielsweise ab sofort verhindern, dass er aufs Bett kommt - das Bett zustellen, ihn mit der Hand leicht abblocken sofern ohne Beißgefahr möglich. Regeln geben Sicherheit und Sicherheit gibt oft den nötigen Rahmen, damit sich Warnschnapper etc. irgendwann legen können.
Ich habe damals übrigens sämtliche Schnapper und Beißversuche komplett ignoriert.
Ich habe, soweit möglich, diese Versuche abgeblockt - allerdings ohne ihn anzusehen, ohne sonst irgendwie darauf zu reagieren. Er schnappte nach mir, ich schob meinen Arm so, dass sein Kopf weggedreht wurde. Wir haben übrigens vom ersten Tag an versucht, sämtliche Drucksituationen zu vermeiden - bei uns gab es kein Schimpfen, kein Meckern und kein Nörgeln. In den ersten drei bis vier Wochen übrigens auch kein NEIN - das haben wir später erst nochmal richtig aufgebaut. Stattdessen habe ich unerwünschtes Verhalten sanft abgeblockt. Nicht aufs Sofa gelassen, aus der Küche geschoben oder den Eingang verstellt ... und erwünschtes Verhalten ... mann, da haben wir jedesmal ne echte Party gefeiert
Überlege halt, ob Du damit leben kannst, dass er so ist wie er ist.
Vielleicht ändert er sich, vielleicht nicht.Unsere Tierheimhunde sind oft Überraschungspakete und ich finde sie haben es verdient, dass man sie so lieben kann, wie sie sind - und die Geduld hat, sich mit ihren Eigenarten zu arrangieren. Heißt nicht, dass Du Dir jetzt wöchentlich den Arm tackern lassen sollst, gell. Nur, dass Du eben auch den Gedanken einkalkulierst, dass er immer ein Giftknöchelchen bleiben wird.
Ich wünsche Euch ganz viel Glück!
Welche Tipps haben Dir eigentlich die TH-Mitarbeiter zum Umgang gegeben?
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Kannst du vielleicht zur Vorgeschichte des Hundes noch mehr sagen? Interessant wäre nämlich, was die ehemaligen Halter mit ihm angestellt haben, dass er so wird.
Erster Schritt wäre für mich wirklich, einen qualifizierten Hundetherapeuten einzuschalten. Außerdem würde ich den Hund gerade in der Anfangszeit ausschließlich über die Hand füttern, so dass er die Hand wieder als etwas Positives erlebt und Vertrauen fassen kann. Aber dazu wird dir wahrscheinlich auch schon der Therapeut raten.
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Zitat
Geschnappt hat er beim ersten Mal, als er vom Bett runter und seine Beute (Plüschtier) wieder rausrücken sollte.
Und die anderen Male, nachdem er von Zilli angegiftet wurde, und ich ihn zum Trost streicheln wollte, was ihm wohl gar nicht in den Kram passte.
Heut Nacht hat er mich angeknurrt, als ich ihn auf seine Decke schicken wollte. Hab ihn dann sitzen lassen und er ist von selber auf seinen Platz getrottet.Interessant, dass das gerade von mir kommt, aber ich würde ihm in den ersten Tagen noch nicht so viel zumuten. Spiel mit ihm nicht, wenn es zu Aggressionen führt und schick' ihn auch nicht gleich vom ersten Tag an auf seine Decke ("Auf deinen Platz" ist übrigens auch ein Kommando, das wie jedes andere erst einmal aufgebaut werden muss und meist auch nur ortsbezogen erlernt wird). Außerdem gilt gerade in solchen Problemfällen - gib' keine Kommandos, die du nicht durchsetzen kannst. Wenn du also Angst hast, ihn auf seinen Platz zu schicken, und es dir nicht zutraust, auf das Kommando zu bestehen (was in dem Fall absolut verständlich ist), dann lass' es lieber gleich.
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Vom Tierheim hat man nichts besonderes gehört, nur das, was ich geschrieben habe, dass man ihn in den Garten lassen sollte. Er darf in den Garten, da macht er aber kein Geschäft, deswegen bin ich mit ihm draußen unterwegs.
Ihm fehlen im Oberkiefer vorne 2 Zähne, da er aber sonst ein weißes Gebiss hat, können die mit 5 Jahren noch nicht ausgefallen sein, oder? Die letzten Halter haben ihn vielleicht blau geschlagen, als er nicht wollte wie er sollte (Dackel halt), und das dem Tierheim (natürlich) nicht gemeldet.Wastl ist sonst total lieb, er schmeißt sich zum Streicheln auf den Rücken, meinem Bruder hat er das Gesicht abgeleckt; für mich als Hundedepp sieht das aus, als würde er in Situationen knurren, wenn er sich überfordert fühlt.
Ist ja auch nicht schön, wenn man in ein neues Zuhause kommt, und dann wird man dauernd von nem alten Hund angegauzt
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