das jagdtier in mir

  • hallo liebe forengemeinde.

    meine kleine (dackel, 16 Monate alt) hat bisher super gehört. ich konnte sie stets ohne leine laufen lassen (natürlich nur in entsprechenden gegenden und feldwegen).

    seit 4-6 wochen allerdings kann ich sie kaum noch abmachen. es tut mir so leid für sie. sie hat wohl entdeckt, dass sie ein dackel ist... die nase klebt nur noch am boden, sobald sie von der leine ist, hört sie auch nicht mehr auf rückruf. laub bewegt sich, ein hase springt - und mein hund ist auf und davon. sie kommt zwar immer wieder aber ich möchte das ganze möglichst schon im keim ersticken, bevor noch schlimmes passiert (ihre mama und ihr bruder reißen schon ab und an mal kaninchen und katzen - sowas möchte ich auf keinen fall zulassen!!!)

    letzte woche erst hat sie wieder offline (die 5 minuten täglich, die ich ihr ohne leine gönnen kann) nen igel aufgestöbert. der kleine lag ganz ruhig zusammengekauert in der wiese. ich hab mich dann ganz langsam 1 meter danebengesetzt und sie gelockt. nach einigen versuchen kam sie dann auch und hat den jackpot (leberwurst) dafür bekommen. jedoch funktioniert das nicht immer, grad wenn die beute aktiv ist, also rennt oder springt. da kann ich mich ja schlecht nebendran setzen und sie locken.

    schleppleine habe ich versucht, jedoch bin ich mir in der handhabung sehr unsicher und bei uns hier ist das an manchen orten mit schleppe wirklich schwierig, weil gestrüpp etc.

    ich habe versucht, sie immer kräftig zu loben, wenn sie auf zuruf kam, und wenn sie ignoriert hat, bin ich einfach in die andere richtung gelaufen. jedoch gabs auch hier nach 3 wochen kein bisschen verbesserung (ich möchte kein wunder, aber ein bisschen hätte sich doch verbessern müssen).

    es ist alles nicht so einfach draußen, da interessiert sie sich für NIX. ich kann ihr die leberwurst unter die nase halten, sobald sie allerdings was gesehn oder gehört hat, interessiert sie das nicht die bohne. genauso bei spielzeug, ball etc.

    zum gehorsam wurde folgendes probiert:

    - schleppleine (s.o.)
    - party bei erfolgreichem rückruf
    - bei ignorieren davon rennen
    - konditionierung auf die pfeife
    - belohnung mit futter, leckerli, leberwurst, ball, spielzeug, dummy, ... alles blöd!


    ich habe auch versucht, sie eben anders auszulasten für die momentane leinen-zeit. aber auch zuhause kann sie sich für nix begeistern.

    ich habe an auslastung folgendes probiert:

    - ball: sie bringt ihn nach bitten und betteln schon, aber der gesichtsausdruck dabei!!
    - tricks für dogdancing (sie führt die kommandos aus, lernt auch neue tricks, freude macht ihr das trotzdem nciht)
    - freizeit agility: hier aufm spielplatz übern baumstamm springen, drüber balancieren, drunter kriechen, durch den tunnel gehen, etc. manche sachen davon macht sie zwar schon, aber auch nur, weil ich es verlange.
    - nasenarbeit: da dachte ich, DAS muss es sein. falsch gedacht! sie interessiert sich nicht für suchspiele jeglicher art...
    - obedience: ich habe versucht, zumindest einige grund-sachen zu machen, um sie eben auszulasten. erfolglos gescheitert.
    - dummy: ähnlich wie beim ball und nasenarbeit. sie findets einfach kacke...

    ich hab manchmal das gefühl, ich kann sie für NIX begeistern. egal was ich tue, es ist für meinen hund einfach doof. sie muss ja gar nix beherrschen (agility oder dogdancing) aber auslasten wollte ich sie schon. und draußen funktioniert auch nix mehr.

    Außerdem bleibt sie an JEDER ecke (nein, gestern hat sie 4!! ausgelassen) stehen um dort ausgiebig zu schnüffeln und ggf. zu markieren. bäume, laternen, zäune, häuser (bei zäunen und häusern unterbinde ich das markieren), sträucher, oder einfach nur das kleine kiesel-steinchen vor ihr. das ist natürlich manchmal auch nciht gerade toll, wenn man einfach nciht "vorwärts" kommt, weil der hund sich alle 20 meter in die leine legt (also sie bleibt stehen und ich laufe weiter - im brustgeschirr muss es sich bequem liegen)

    so, jetzt hab ich mal meinen frust von der seele geschrieben, davon wurd es allerdings auch nciht besser.

    wäre es geschickter, einen trainier zu rate zu ziehen? ich arbeite schichten, da ist es mit HUSCHU immer schwer, da ich nur am wochenende JEDE woche zeit hätte und sonst nur alle 2 wochen kommen könnte. Wie finde ich einen geeigneten trainer? was kostet sowas? (am geld solls nicht scheitern - hatte hier allerdings mal nen trainier kontaktiert, der wollte für einzelstunden beim grundgehorsam - sitz, platz, fuß - an die 300€ :schockiert: )

    LG und danke schonmal für eure hilfe!
    Missa & Dackeltier Amanda

  • hallo. ich kann dir nur zu einem guten trainer raten. ich habe einen 3jährigen zwergrauhhaardackel mit einem sehr ausgeprägtem jagdinstinkt. ohne leine laufen geht leider nicht mehr, da er schon 2 mal abgehauen ist und rufen etc. nichts genützt hat. ich gehe ausschließlich nur mit schlepp, das klappt sehr gut.
    letztes wochenende hat er sich auf unserem grundstück mal wieder eine amsel geschnappt :gott: . dackel sind keine einfachen hunde, ich merk das jeden tag aufs neue. trotz allem ist er der liebenswerte kleine sack den man sich wünschen kann. lg an dich und viel erfolg und vor allem geduld!!!!! hier ein bild von meinem dackelchen timmi

  • Also erstmal muss ich dir sagen, das du meiner Meinung nach zu viele Dinge zu wenig probiert hast und nur auf schnellen Erfolg gehofft hast. Konzentrier dich auf eine Sache und zieh die durch, besonders was beschäftigung angeht!

    Den Hund von der Beute wegzulocken find ich sehr kontraproduktiv, da der Hund ja irgendwann merkt das auch Frauchen die Beute sehr interessant findet ;)

    Was ich in solchen Situationen mach: Zum Beispiel gestern hat meine Kleine ein Rotkelchen gefunden, was komischerweise ganz still auf dem Weg sahs. Rotkelchen hüpft, Aika will los, dann kam nur ein "Nein" von mir und der Hund hat gestoppt und kam zu mir. Natürlich gabs dafür ne riesen Belohnung und eine Runde apportieren. Das sowas funktioniert muss dein Hund dich allerdings wirklcih ernst nehmen und wissen das ein nicht befolgtes Nein unangenehme Konsequenzen hat.
    Übe unbedingt weiter am Grundgehorsam und an der Beziehung zum Hund! Ein Trainer wäre dabei nicht schlecht.

    Zusätzlich solltest du mit deinem Hund an der Impulskontrolle üben. Zum Beispiel muss dein Hund sitzen bleiben während sich Beute(Dummy o.ä.) vor ihr bewegt. Dafür kann ich gut die Reizangel empfehlen: http://www.wildundhund.de/r30/vc_content…zangel_0706.pdf
    oder hier http://www.working-gundogs.de/

    Ich persönlich halt ja viel von Anton Fichtlmeier und kann dir deshalb seine DVDs und Bücher wirklich empfehlen... Besonders was den zuverlässigen Rückruf angeht ;)

  • reizangel hört sich gut an, aber wo soll man sowas denn machen? wir haben hier zwar schon wiesen und felder, sind da jedoch nicht alleine und wenn ich mich da hinstell mit ner 4 meter angel und meinen hund dahinter her rennen lasse, dann nehm ich zeitgleich den anderen menschen dort die freie bewegung, da so n ding ja doch nen durchmesser dann von mind. 8 metern hat. stell ich mir äußerst schwierig vor! trotzdem danke für den link.

    so toll es auch sein mag, aber wir haben hier glaub ich einfach nciht die möglichkeit dafür.... =(

    LG
    Missa

    ps: ja, ich habe viele sachen nur kurze zeit ausprobiert. weil ich einfach wissen wollte, ob ihr was SPASS macht, das hätte ich dann beibehalten. aber da mein hund scheinbar nur depressiv ist und der schwanz nur zuhause wedelt, wenn man nach hause kommt.... schwierig...

    mitm trainer werd ich mich mal schlau machen, wär vllt trotzdem ganz gut zu wissen, mit welcher summe man da rechnen müsste

  • Du hast auf deinen Spaziergängen keinen Platz für Übungen mit einer Reizangel? :???: Vielleicht solltest du mal gezielt neue Wege suchen?
    Also ich wohne nicht annähernd ländlich, aber mir fallen auf Anhieb mehrere Ecken ein, wo ich problemlos damit trainieren könnte, ohne jemanden zu stören.

    Ich selbst kenn mich mit der Jagdproblematik nicht so aus (bzw. nur theoretisch bisher), aber ich würde vom Gefühl her auch sagen konzentrier dich auf die Sache, die dir vom Bauchgefühl am Erfolg versprechendsten erscheint. Und dann bleib konsequent und geduldig ;) Auch wenn das leicht gesagt ist...

    Das mit dem Trainer solltest du dir natürlich auch überlegen. Wenigtens, um selbst ein Gefühl dafür zu kriegen. Und bei einem guten Trainer, der sich in dem Bereich auskennt, sollten es doch auch eigentlich gar nicht so viele Stunden werden?

  • Meine Reizangel ist nicht länger als 2m - und ich wohn mitten in der Stadt :D Ich such mir dann immer ziemlich breite Wege aus, wo nicht so viel los ist und wenn dann halt doch mal ein Fahrradfahrer oder so kommt mach ich halt kurz stopp (der Hund soll am Anfang ja eh nur sitzen) und warte bis er vorbei ist. Ansonsten würd ich mich an deiner Stelle halt ins Auto setzten und wo anders hinfahren :???:

    Dein Hund ist bestimmt nicht depressiv und schwanzwedeln hat nichts damit zu tun ob er spaß an einer sache hat oder nicht! Es kommt meist drauf an wie du ihr die Dinge verkaufst!

    Meine wedelt so gut wie nie mit dem Schwanz weil sie einfach super aufmerksam ist. Dass sie in einer hohen Erwartungshaltung ist, merk ich eher dran das sie eine Vorderpfote anwinkelt.

    Und um dich ein bisschen aufzuheitern: ich hab auch einen Hund der sich gerne dem Hundführer entzieht - und Apportieren war am Anfang soooo dooooooof :lol: aber mit der Zeit und meiner Unterstützung (ich find es jaaaa sooooo toll) apportiert sie jetzt für ihr leben gern ;)

    Ps: Ich hab damals ein Grundkontingent von 300 Euro bezahlt. 15€ die Std und dazu noch 3 Theorieabende. Allerdings muss man nicht bei jedem Trainer ein komplettes Kontingent lösen. Einzelstd sind meist teurer, die können schon so 60€ kosten.

  • Hallo,

    wir haben auch das Problem, dass unser Shiba gerne jagen würde. Er ist zum Einen in der Pubertät und zum Anderen erkennt er langsam, dass es Spass macht Beute zu jagen...
    Wir gehen fast ausschließlich mit der Schlepp und dann geht es super. Doch sobald die Leine ab ist, sind seine Ohren weg. Er hört nix mehr.
    Auf Nachfrage bei unserem Trainer habe ich noch ein paar Tipps zur Schlepp bekommen, daher denke ich das ein Trainer das richtige ist. Frage mal bei Deinem Tierarzt nach. Oder frage HH mit größeren Hunden, die meistens doch einen Trainer oder Verein konsultieren. ( und nicht erschrecken, die meisten HH sehen Dackel nicht als schwierig an...ich bis dato auch nicht :-) )
    Das Problem liegt nämlich wirklich im Grundgehorsam. Es müssen dann auch keine Einzelstunden sein. Vielleicht geht auch eine kleine Gruppe ( wir sind 4-6 HH ) beim Training und das klappt sehr gut.
    Ansonsten gehe ich mit meinem Shiba nur hungrig zum off-line Training nach draußen und bevor ich ihn abmache bekommt er schon mal ein Super-Leckerli zu gesteckt. Dann an der Schlepp ein paar Spielchen und ein wenig üben. Dann darf er frei, solange keine anderen Reize in der Nähe sind. Und wenn Reize auftauchen, dann kommt er derzeit noch an die Schlepp.
    Und wenn er mal nicht hören will, dann kommt er auch wieder an die Schlepp und wir üben wieder Gehorsam...
    Insgesamt bin ich nun seit knapp 6 Wochen dabei ihm die Grundkommandos wieder bei zu bringen und es trägt langsam Früchte. Ich denke ich werde noch mindestens die gleiche Zeit aufwenden müssen, damit es wieder so sitzt wie vorher...hab also Geduld und mach Dir nicht so viele Gedanken. Er wird es schon verkraften noch ein wenig an der Leine zu gehen.

    Viel Geduld,
    Helge

  • Erstmal ein Tipp auf die Schnelle: :ohm: .

    Alles was Du beschreibst klingt für mich einfach "nach Daggel". Ich weiß' noch, wie oft ich kurz vorm Durchdrehen war, weil meine Kanaille sich genau so verhalten hat. Aber irgendwie haben wir uns im Laufe der Zeit (RÜBE ist jetzt 2,5 Jahre alt) "geeinigt". Wir haben mittlerweile einige Orte (Feldmark, ein bestimmter Wald oder Park) wo ich sie problemlos ohne Leine laufen lassen kann. Damit sie das 2x am Tag darf (und dort auch viele Hundekontakte hat, usw.) muss ich natürlich "raus fahren" - ist halt der Nachteil einer Großsstadt. Habe aber festgestellt, dass sich die eine Stunde eher aufstehen bzw. generell "die Mühe" lohnt, weil RÜBE dadurch zufrieden und entspannt ist.

    Meine Erfahrung ist übrigens, dass positive Bestärkung allein nicht reicht. Ein (verbaler) Anschiss ab und zu wirkt Wunder. Inzwischen reicht da bei uns allerdings ein strenger Blick oder Ausruf.

    Wichtig ist, nicht den Humor zu verlieren. Ein liebevoller Blick auf seinen Hund und dessen Macken macht vieles leichter :hust: .

    Wenn Du Dich auf die Suche nach einer HuSchu begibst, versuch eine zu finden, die bissl auf die dackeligen Eingenarten eingeht. Vielleicht sogar eine der beiden Verbände (DTK oder IDG).

    :gut:

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