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Gedanken vor der Anschaffung: Welpe oder ausgewachsener Hund?

Ein Welpe zieht ein - was bedeutet das?

Folgende Überlegungen sollten Sie vor dem Kauf anstellen: Nehmen Sie einen Welpen auf, wird dieser abrupt von seiner Mutter, seinen Wurfgeschwistern und seiner gewohnten Umgebung getrennt. Sie dagegen sind ihm fremd. Darauf reagieren Welpen mit Unsicherheit bis Angst, denn sie fühlen sich völlig schutzlos, sind sie doch stark auf ein Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit angewiesen. Ihm beides trotz Fremde zu geben, ist Ihre erste Herausforderung.


Kaum fühlt sich der junge Hund etwas sicherer, beginnt er auch schon, seine neue Umgebung zu erkunden. Dazu setzt er bevorzugt seine kleinen, spitzen Zähne oder auch die Krallen ein. Das kann die Einrichtung gehörig in Mitleidenschaft ziehen. Ein Welpe kann seine Schließmuskeln noch nicht kontrollieren und muss eventuell alle zwei Stunden raus - auch nachts. Bei aller Disziplin kann dennoch etwas danebengehen. Fühlt sich das Hundebaby einsam, kann es anhaltend weinen. Alleine bleiben kann es keinesfalls, es sind aber auch noch keine ausgiebigen Ausflüge möglich. Das Baby braucht viel Ruhe und Schlaf.


Für einen Welpen müssen Sie zunächst rund um die Uhr da sein und ihn in seiner Entwicklung begleiten. Sie müssen ihm seine neue Welt zeigen, er muss lernen, wie er sich in verschiedenen Situationen zu verhalten hat, muss beschäftigt werden ohne, dass er überfordert wäre. Mit einem Welpen entscheiden Sie sich also für einen Vollzeitjob. Der ist keinesfalls beendet, wenn der Hund einige Monate alt ist, denn es folgt noch die oft etwas chaotische Phase der Pubertät und des Erwachsenwerdens.

Das spricht für einen Welpen

Die anstrengende erste Zeit des Zusammenlebens wird belohnt: Sie können die Sozialisierung und Erziehung von Anfang an beeinflussen und steuern. Tag für Tag verfolgen Sie die Entwicklung des Hundebabys in allen Stadien bis zum erwachsenen Hund. Wird er eines Tages zum Senior, haben Sie vermutlich immer noch den kleinen Welpen vor Augen und erinnern sich an die erste Zeit, als ob es gestern gewesen wäre. Sie können eine sehr intensive Bindung aufbauen.

Überraschungen sind möglich

Bedenken Sie, dass Sie sich trotz Prägemöglichkeiten beim Welpen ein Überraschungspaket ins Haus holen: Genetische Veranlagungen und individuelle Wesenszüge zeigen sich oft später. Ihr Hund kann sich ebenso als Sportskanone erweisen wie als eher gemütlicher Zeitgenosse. Er kann Jagdtrieb haben oder ein Apportierjunkie sein. Es kann sich im innersten Wesen um einen sehr kooperativen, aber auch um einen eigenwilligen Zeitgenossen handeln. Er kann sich unabhängig von seinen Eigenschaften als Welpe langfristig zurückhaltend oder draufgängerisch verhalten. Damit müssen Sie sich arrangieren - ein Hundeleben lang.

Vor- und Nachteile eines ausgewachsenen Hundes

Pauschale Nachteile lassen sich bei einem älteren Hund gar nicht nennen, denn solche variieren mit dem Individuum, seinen Erfahrungen, seiner bisherigen Entwicklung und Ihrem Umgang mit ihm. Ein wesentlicher Vorteil ist jedoch, dass sein Charakter bereits gefestigt und die körperliche Entwicklung abgeschlossen ist. Es ist eher abzusehen, ob es sich um einen Jäger, eine Spürnase, einen aufgeschlossenen Familienhund oder einen Vertreter mit Hüte- oder Schutztrieb handelt. Sie kennen eventuelle "Baustellen" und können vor dem Einzug herausfinden, wie es um die Hunde- und Kinderverträglichkeit bestellt oder ob eine Haltung mit Katzen möglich ist.


Welche Herausforderungen sich möglicherweise ergeben, erfahren Sie durch Gespräche im Vorfeld. Solche führen Sie mit den Vorbesitzern, einem Tierschutzverein oder einer Pflegestelle. Ob Sie diese annehmen wollen und können, zählt zu den grundsätzlichen Überlegungen vor dem Einzug. Prüfen Sie sich selbst und Ihre Lebensumstände im Hinblick auf die Anforderungen des Hundes im Einzelfall: Bei einem ausgewachsenen Vierbeiner wissen Sie genauer, ob er Ihren Erwartungen entspricht und inwieweit Sie seine erfüllen können. Sind Sie sportlich aktiv, fühlt sich ein Hund, der sich für Joggen und Agility begeistern lässt, sicher wohler an Ihrer Seite, als ein kleiner Phlegmatiker.

Grundsätzliche Überlegungen

Manch ein Welpe schläft nachts schnell durch und ein ausgewachsener Hund kann mit der Stubenreinheit anfangs Probleme haben. Das lässt sich nicht immer vorhersagen. Wohl aber kennen Sie Ihre Lebensumstände und können Ihre Investitionsbereitschaft zur Integration des Hundes selbst idealerweise am besten einschätzen.


Sind kleine Kinder oder andere Tiere im Haus, kann ein Welpe die richtige Entscheidung sein - vorausgesetzt, Sie sind in der Lage, ihn niemals unbeaufsichtigt mit anderen Familienmitgliedern zu lassen. Erst, wenn der Hund zuverlässig genug ist und die Kinder alt genug sind, entspannt sich für Sie die Lage. Sind Sie regelmäßig beruflich außer Haus, ist dagegen ein Welpe nicht der passende Zeitgenosse. Ein ausgewachsener, stubenreiner, sozialisierter Hund, den Sie mitnehmen können oder der auch mal einige Zeit alleine bleibt, ist geeigneter. Für die Eingewöhnung müssen Sie ihm dennoch Zeit lassen.


Tipp: Machen Sie sich eine Liste, was Sie für den Hund leisten können und was nicht sowie was allgemein zu berücksichtigen ist. Sprechen Sie mit Züchtern, Tierschutzvereinen oder Privatvermittlern. Lassen Sie sich bei Ihrer Entscheidung Zeit und ziehen Sie nicht einen Welpen vor, nur, weil er noch so klein und niedlich ist. Vielleicht sucht irgendwo ein ausgewachsener Hund ein neues Zuhause und erweist sich als genau das Familienmitglied, das Sie sich wünschen.


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Bild: Adobe Stock © glazunoff

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