Beiträge von peikko

    Lieber Friesenjung, dein Hund muss andere Rüden nicht gut finden. Es ist sogar eher normal, dass er sie nicht mag. Ich habe einen 2jährigen unkastrierten Rüden einer Rasse, die als sehr unverträglich gilt. Dass wir gut mit anderen klarkommen, liegt vielleicht daran, dass er von klein auf immer wieder Kontakt zu denselben sehr souveränen Altrüden hatte. Ich habe ihn NIE einen Konflikt austragen lassen. Er kommt bei mir nicht in die Verlegenheit, irgendwas klären zu müssen. Wenn es mal zu ich sage mal unklaren Begegnungen kommt, nehme ich ihn da raus. In der Nachbarschaft gibt es drei Rüden, die auf Konfrontation gehen würden. Denen gehe ich weiträumig aus dem Weg. Wenn einer von denen pöbelt, dann pöbelt er zurück, bekommt aber von mir sofort die Ansage, dass das Maul nicht aufgerissen wird. Ich bin mir sicher, dass er sich so selbst zu einem souveränen Rüden entwickelt. Das ist es was ich möchte, nicht, dass er everybodies Darling ist. Bei fremden Hunden wäre er das gerne, er will immer überall hin und hallo sagen. Es ist MEINE Aufgabe, hier vorausschauend auszuwählen zu wem er kann und zu wem nicht.

    Mir fällt da gerade MEIN Hund ein :mute:... Aber das darf ich nicht sagen, weil die Rasse gilt als sehr problembehaftet und ich hab wohl das Ausnahmeexemplar erwischt... :ugly:

    Tante Edit sagt: Nein, im Ernst, ich finde es echt schwierig da eine Rasse zu nennen. Da sind zu viele Punkte auf der Wunschliste, die individuell unterschiedlich sind und nicht unbedingt rasseabhängig.

    Die RR, die ich so "privat" kenne (sind aber nicht so viele), habe ich als etwas problematisch mit fremden Hunden kennen gelernt, aber im Großen und Ganzen eher genügsam und nicht so aktiv, wie man es evtl. erwarten würde.

    Muss aber nicht repräsentativ sein.

    Unserer ist so ein genügsames Exemplar. Gestern waren wir 3 Stunden mit dem Rad unterwegs, heute 2 Stunden zu Fuß. Da macht er natürlich sehr gerne mit. Aber wenn er unter der Woche nicht viel hat ausser dem Hundesitter (da wird nicht spazieren gegangen, die Hunde sind einfach im Hof) isses auch ok. Nen Tag mit Löserunden oder zwei verpennt er. Beim Tierarzt würde er nie beissen, da krabbelt er mir halb auf die Schulter.

    Ich bin immer wieder entsetzt,wie viele schwierige RR es zu geben scheint. Ich kenne durch eine Gassigruppe einige und es besteht noch Kontakt zu einigen aus dem Wurf vom Bub. Genau einer von den mir bekannten ist nicht ganz knusper und erfüllt die gängigen Vorurteile (ausser dem Weichei ?). Aber alleine die Tatsache, dass man offensichtlich nicht ausschließen kann, ein Negativexemplar zu bekommen, lässt mich dem TE davon abraten. Ausser er kann mit beiden Extremen leben. Extremer Jagdtrieb oder gar keiner, Wachsamkeit oder "hilft dem Einbrecher raustragen", labradorähnliches "alle Hunde sind meine Kumpels" oder "ich kann sie alle auf den Tod nicht leiden". Eins scheinen aber alle gemeinsam zu haben: Eigensinn bis Sturheit und das Bedürfnis nach nem großen warmen Bett, am besten das vom Besitzer.

    Was ist es genau, das dir an einer Dogge gefällt, dass du auf den Ridgeback kommst? Entgegen vieler Erfahrungen hier ist unser RR bis jetzt absolut artgenossenverträglich. Er hat einen ordentlichen Jagdtrieb, was aber auch an der jagdlich orientierten Zucht liegen kann. Ich kenne viele RR, die keinen nennenswerten Jagdtrieb haben. Und jetzt kommt das grosse ABER: Er wäre ein absoluter immer mit dabei Hund, aber er ist gross und grobmotorisch und daher nicht überall gerne gesehen. Auf viele Menschen wirkt so ein Hund furchteinflößend. Die Toleranz ist einfach geringer als sie einem niedlichen kleinen Wuschelhund gegenüber wäre. Die Verträglichkeit ist vermutlich dem geschuldet, dass er seit Welpenalter an beim Hundesitter in einem völlig gemischten Rudel läuft, wo auch einige sehr souveräne Althunde dabei sind, die ihn einnorden. Wenn er an der Leine angepöbelt wird, pöbelt er zurück. Das machen wahrscheinlich die meisten Rüden, aber das muss man bei der Kraft und Größe handeln können. Wäre er ein "typisches" aggressiveres Exemplar, hätte ich zuweilen echt Stress. Überlege dir, dass du mit einem großen Hund eingeschränkt bist. Nicht weil du selbst Probleme mit seiner Größe hättest, sondern weil die Menschen um dich herum damit vielleicht ein Problem haben. Und das nimmt zu, habe ich den Eindruck.