Beiträge von noda_flake

    Das Jagen verbieten finde ich nicht fair und kommt für uns auch nicht in Frage. Einmal weil der Hund gar nicht versteht worum es geht

    das ist aber von Hund zu Hund verschieden .... mein Hund zB versteht das durchaus und schlendert, bzw. schwimmt auch völlig gechillt zwischen Enten durch .... er versteht "das ist jetzt nicht dran" und dann ist das ok .... für den wäre diese permanente Erwartungshaltung nix

    Hmn, ja, und ich glaube auch dass sie durchaus verstehen würde wenn man es zb auf bestimmtes Wild bezieht. Also bsp wie bei euch "Die Enten sind nicht dran". Was sie halt nicht versteht ist, wenn ich zb schnüffeln abbreche, oder simple das glotzen. Ich hab nicht das Gefühl dass sie weiß was ich will, also sie das auf das glotzen bezieht.

    Deine Cali ist ja unfassbar brav auf den Videos und sie gibt sich ja auch richtig Mühe finde ich .... aber sie ist halt permanent auf Sendung dabei .... wenn es sich stetig bessert, mit Ausnahme vom Hormonstress ist der Weg doch gut so für euch

    noda_flake Ich finde, das klingt schon als wärt ihr auf dem richtigen Weg! Letztlich kennt ja eh keiner deinen Hund so gut wie du!
    Lass ihr doch ein bisschen Zeit, dass sich die Hormone wieder beruhigen und vielleicht spielt es sich dann auch wieder etwas ein... ich finde, zu einer guten Impulskontrolle und Ansprechbarkeit an Wild gehört auch "klar im Kopf sein" - und das sind die durch die Hormone vielleicht einfach nicht immer.

    Mein Post war ja keinesfalls als Beschwerde gemeint, eher ein "momentanes auskotzen" xD

    Generell hat sich ihr Jagdverhalten wirklich gebessert, wenn ich mir überlege wie sie noch vor 2-3 Jahren unterwegs war. Und ich bin eigentlich mehr als zufrieden mit ihr. Sie ist nicht perfekt, und wird vlt in bestimmten Gebieten niemals frei laufen können, aber okay, damit kann ich leben. Das ist nicht unbedingt mein Anspruch :bindafür:

    Momentan ist sie glaube ich einfach mit sich selber überfordert :pfeif:

    Ich wünschte, ich hätte vor dem ersten Hund schon viel mehr darüber gewusst... im Nachhinein war ich total naiv-blauäugig, was "Jagdtrieb" ist, wie sich dieser äußern kann, wie man damit umgehen kann und was das fürs Training bedeutet. :hust: Eigentlich hab ich ja auch nur einen Retriever, der gezüchtet ist, um geduldig neben dem Hundeführer zu warten und dann tote Enten einzusammeln (ok, noch n bisschen mehr)... praktisch hab ich hier aber einen passionierten Jagdhund, der auf Sicht und Spur geht, Ansätze des Vorstehens zeigt und vermutlich durchaus alle Jagdsequenzen zeigen würde - und der nicht mit ein bisschen Gehorsam und Training mal eben all das lässt.

    Tatsächlich ging es mir damals auch so. Und ich hab von Anfang an Dinge laufen lassen die ich gar nicht als "jagen" eingestuft habe, also sowas wie Schmetterlinge fangen usw.

    Als ich mich damals informiert habe, hieß es immer, "Ja der Cattle jagt, aber man kann ihm das gut abtrainieren" - ja sicherlich, aber diese Methoden kommen für mich und meinen Hund schlicht und ergreifend nicht in Frage.

    Mittlerweile geht sie nicht mehr so krass auf Spuren, aber sie jagt auf Sicht - wobei auch da ihre Impulskontrolle schon viel viel besser geworden ist - und sie zeigt ebenfalls Ansätze des Vorstehens. Ob sie ein Tier reißen und töten würde kann ich nicht einschätzen. Ein Reh vermutlich nicht, bei einem Hasen würde ich meine Hand nicht für ins Feuer legen wollen.

    Und wie gesagt, Cali jagt halt wirklich viel mehr und viel intensiver wenn ihre Erregungslage sehr hoch ist, sie sehr gestresst ist. Als ob sie es eben dann auch als eine Art Ventil nutzt, oder sie einfach viel "dünnhäutiger" ist und sie gewisse Dinge dann eben mehr triggern und sie weniger Impulskontrolle hat. Das sie in diesen Situationen mittlerweile ansprechbar ist, war harte Arbeit und hat viel Zeit und Geduld gekostet.

    Das mach ich ja tatsächlich. Also wenn sie sich von Wild weg orientiert dann gibts mal eine Futtersuche oder Futter jagen, oder wir laufen zusammen. Man muss da eben bisschen schauen dass man sie nicht noch mehr hoch pusht. Wenn sie sich abrufen lässt von Wild gibt es eine Jackpot Belohnung, sie es auch nur genau DANN gibt.

    Ich belohne auch ruhiges schauen, bzw anzeigen weil mit das im Notfall Zeit gibt sie anzuleinen. Auf den Wegen bleiben kennt sie auch, sie darf keine Wildwechsel nachgehen, und auch nicht überall hoch um runter glotzen können :roll: Und bisher sind wir damit auch sehr gut gefahren. Vielleicht liegt die momentane Situation eben wirklich auch an der Läufigkeit, wobei ich das in den vergangene Läufigkeiten nicht beobachten konnte. Aber weiss :ka:

    Das Jagen verbieten finde ich nicht fair und kommt für uns auch nicht in Frage. Einmal weil der Hund gar nicht versteht worum es geht und auserdem KANN ich es ihr vermutlich auch nicht so verbieten dass sie es annimmt. Plus, sie reagiert sehr sensibel auf Druck und das ist es mir einfach nicht wert, muss ich gestehen. Wir sind mit dem anderen Weg viel besser gefahren bisher.

    Was sie halt auch nicht darf, wie du es bei Vespa auch machst, sie darf KEINE Katzen jagen. Wir leben mit einer Katze (auch wenn sie das klar unterscheiden kann) und in meinem Freundschafts-/Familienkreis leben ebenfalls Katzen. Sie muss sie nicht geil finden, aber sie hat sie nicht zu jagen und sie gehen sie nix an. Das klappt auch sehr gut.

    Das orientieren nach Pfeifen hatte ich mit dem „hier“ RR. Ist ein Resultat von zu oft rückrufen wenn „was ist“ bei Hunden die schnell verknüpfen.

    Tatsächlich ruf ich sie nicht oft zurück, pfeifen kommt bei uns eher selten vor weil sie ein Hund ist der sich von sich aus viel zurück orientiert und viel Kontakt zu mir hält. Ich bin froh wenn ich mal die Chance habe den RR zu üben xD Das Pfeifen ist quasi unser Notfall RR.

    Ich vermute tatsächlich dass sie einfach verknüpft hat das meine Freundin eben pfeift wenn ihre zum Jagen abhaut.

    Also Cali durchaus gecheckt hat - ah, wenn die pfeift muss was cooles los sein :roll: Denn von mir hat sie das sicher nicht :pfeif:

    Halt der Nachteil eines schlauen und aufmerksamen Hund - es reicht 1-2x und schon is das Verhalten drin.

    Cali gehts tatsächlich ja auch “nur” um das hetzen, nicht um das jagen an sich. Und wie gesagt je aufgeregter und angespannter sie ist, umso mehr jagt die auch bzw umso empfänglicher ist sie eben auch dafür.

    Sie ist dann einfach dünnhäutiger und gewisse Dinge triggern sie eher.

    Wenn ich zb den Hund meiner Freundin sehe, griechischer Straßenhund. Die zeigt komplett anderes Jagdverhalten, da steht eine komplett andere Motivation dahinter.

    Dem Hund etwas anderes anbieten, damit er aus diesem "Jagdtunnel" rauskommt, die Welt nicht mehr nur durch Jägeraugen beobachtet, sondern auch an anderen Umweltreizen Interesse zeigt, und seinen normalen "Hundedingen" nachgeht.

    Das tut sie ja… aber ja, ist vlt schwer zu verstehen mit einem Hund der eben schnell auch Sachen fakt. KA :ka:


    Und wie gesagt das was ich im Eingangspst schrieb, ist die mometane, aktuelle Situation. Aber nicht dass wie mein Hund normalerweise jeden Tag durchs Leben läuft. Und wie man in den Video’s sieht, war sie einen Tag später schon wesentlich ruhiger und sortierter. Aber du siehst da ja was anderes…

    Also ja, das ist entspannt, nicht im Vergleich zu einem Golden Retriever, aber zu anderen Hunden sehr wohl.

    Nein, das ist nicht entspannt, weil Cali nur im "Jagdtunnel" ist.

    Die Umwelt wird nur noch mit der Intention, nach dem nächsten Jagdreiz zu suchen, erkundet.

    Wenn ich einen meiner Hunde so jagdlich scannend durch den Wald hätte laufen lassen, hätte ich keinen von ihnen jemals im Wald in den Freilauf lassen können.

    Du hast aber schon gemerkt dass die Video's nicht den gesamten gestrigen Spaziergang wieder spiegeln, oder? Ich hab natürlich nur Szene gezeigt und gefilmt in denen sie das Verhalten zeigte, über das ich in meinen Post's vorher sprach. Eben dass sie sich zb Stellen/Bereich genau merkt an denen sie Wild gesehen hat, oder es sehr intensive Situationen gab.

    Sie hat sehr wohl geschnüffelt, markiert, und ganz normale Hundedinge getan. Nur hab ich die nicht gefilmt, weil darum ging es nicht.

    Der zwei Stunden Spaziergang von dem ich vorher schrieb wurde hier nicht mit Video's dargestellt und da bin ich total bei dir - da hatte sie sehr wohl nur Stress, hat kaum bis kein Erkundungsverhalten gezeigt. Aber das ist nicht unser Alltag.


    Das andere sind Szenen in denen sie Wild gesehen hat und für mich, absolut toll reagiert hat.

    Was soll sie sonst tun? Dran vorbei laufen und die Rehe ignorieren die keine 6-7m neben dem Weg stehen?

    Darf sie das nicht sehen, wahrnehmen?

    Du siehst da einen erregten Hund im Tunnel, ich seh da einen Hund der Rehe (die ja auch wirklich in großer Zahl da sind!) wahrnimmt, ruhig bleibt, keinen einzigen Jagdversuch unternimmt, sich umorientiert und durchgängig ansprechbar bleibt.

    Also klar nimmt Cali hier die Rehe wahr und ist auch etwas erregt, und man kann sich vielleicht mit nem Hütehund schon als Erziehungsziel setzen "ist bei Rehen vollkommen uninteressiert" wenn man das denn will, aber das macht daraus jetzt keinen allgemeinen Maßstab.

    Das will will auch nicht, sie darf Dinge wahrnehmen, sie darf auch anzeigen. :bindafür:

    Aber ich verlange Ansprechbarkeit und dass sie sich danach wieder anderen Dingen widmen kann, also wieder normal Hundedinge machen kann. Und das kann sie (im Normalfall) mittlerweile sehr gut - ansonsten wären unsere Spaziergänge der Horror, weil wir haben hier einfach überall Wald und dementsprechend auch Wild.

    Da ist die Nase im Dauereinsatz, Spuren werden aufgenommen und verfolgt, Eichhörnchen beobachtet und auch mal eine Maus gefangen.

    Warum sollte ich dem Hund was nehmen, was ihm wichtig ist? Bei einem jagdmotiviertem Hund ist das meiner Meinung nach der Fall, wenn man abbricht, Jagdmotivation ist nichts, was sich unterdrücken läßt, das Bedürfnis wird immer da sein, auch wenn ein Abbruch funktioniert.

    Mäusen darf Cali zb gar nicht. Es werden keine anderen Tiere gefangen. Und ich kann sie zb nicht Mäuse jagen lassen und dann sagen, "Joah, Rehe usw aber nicht." - das kann sie nämlich nicht. Sie ist, in dem Bereich, ein klarer schwarz/weiss Hund und das ist auch okay so.

    Auch jagt Cali nicht wegen dem Jagen. Ihr geht es einzig und allein um das Hetzen, dem nachrennen - sehr Rassetypisch. Also sie arbeitet Spuren zwar aus, zeigt auch Wildwechsel mal an usw aber sie bei weitem nicht die ganze Zeit mit der Nase auf dem Boden, schnuppert und schnüffelt jeder Fährte nach die es im Wald so gibt. Mittlerweile, muss ich dazu sagen xD

    Welche Alternative hat sie denn, die du ihr als Spaßfaktor anbietest?

    Heisst, ich soll sie den ganzen Spaziergang bespassen, damit sie das Verhalten nicht mehr zeigt, oder was genau soll mir diese Aussage sagen?

    Und ja, ich bediene ihre jagdeichen Ambitionen sicher, ändert aber nichts daran wie sie durch den Wald geht :ka: Bzw daran dass sie eben Wild anzeigt, wenn sie welches sieht.

    Und nochmal... ja, wenn sie nur durch den Wald geht und nichts mehr mitbekommt, nur Wild sucht und nichts anderes mehr macht (wie zb bei dem Spaziergang am Sonntag), dann bin ich total bei dir. Das ist stressig und so nicht in Ordnung. Aber das ist nicht unser Alltag.

    Die Video's sind eher unser Alltag.

    Also ein Hund er im Wald schon ein gewisse Erwartungshaltung hat, weil sie sich eben Rehsichtungen usw merkt, sie sich genau merkt wann und wo ich belohnt habe, ein Hund der schnell Verhaltensketten bildet. Und... sie ist ein Hund der in hoher Erregungslage viel schneller ins jagen kippt als normal.

    Sie ist ein Hund der aber sehr wohl auch Explorationsverhalten zeigt, der unterwegs in der Lage ist zu arbeiten und dies auch tut, der unterwegs sich auch mit anderen Hunden beschäftigt etc...

    Ich erwarte halt von ihr dass sie ansprechbar ist, dass sie sich bei Wildsichtung umorientiert und weiter mit mit geht - und das tut sie (mittlerweile) sehr gut. Dass sie nicht schreiend in die Leine rennt, dass sie sich nicht komplett abschießt und nichts mehr merkt.

    Sie konnte bis Anfang des Jahres sogar in gewissen `Waldgebieten frei laufen, war abrufbar vom Wild, hat sich statt für Wild für mich entschieden und wurde dementsprechend belohnt. Sie war abrufbar wenn andere Hunde zum Jagen gestartet sind...

    Momentan kann sie das allerdings nicht, und vielleicht liegt das auch einfach an der Hormonellen Situation. Vielleicht liegt es auch daran dass ich nicht genau aufgepasst habe, und sich eine gewisse Verhaltenskette eingeschlichen hat:

    anzeigen - Belohnung

    Vielleicht liegt es daran dass wir momentan unheimlich viel viel viel Wild sehen.

    Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem.

    Aber sie ist definitiv kein Hund der auf dem Spaziergang nur gestresst ist und seine Umwelt nicht wahrnimmt.