Beiträge von Karpatenköter

    Keiner meiner Hunde kann gescheit an der Leine laufen. :ugly:

    Dino zieht. Nicht wie ein Ochse, eher moderat, aber er zieht eben. Locker neben mir laufen geht erst, wenn er nachm Gassi platt ist, und das wird dann oft eher zu einem "hinter Herrchen herschleichen" :roll: Das Fuß aufm Hundeplatz und beim Üben zuhause klappt wunderbar, aber an lockerer Leine laufen? Nö, wieso ... brauchen wir im Alltag aber auch nicht wirklich. Wir sind eh meistens im Wald unterwegs und da isser dann an der Schlepp oder Flexi.

    Wir haben noch ein paar andere Baustellen, aber die gehen über den Umfang dieses Threads hinaus...

    Masha hab ich bis heute nicht beibringen können, dass Essbares, was in meiner Anwesenheit aufm Tisch steht, tabu für sie ist. Egal ob die Chipstüte leer ist oder nicht - Frau Hund muss immer mit der Nase dran, könnte ja doch noch was für sie drin sein. Wenn ich nicht im gleichen Zimmer bin wie sie, kann ich zu 80% davon ausgehen, dass sie sich alles Essbare von Oberflächen klaut. Deshalb sind zB das Wohnzimmer und die Küche mit Kindergittern gesichert, und wenn ich außer Haus bin, darf Masha sich eben nur im Flur zwischen den Zimmern aufhalten. Funktioniert gut für uns wir mussten seit fast 2 Jahren auch nicht mehr in den Notdienst zum TA, weil Frau Hund irgendwas gefressen hat, was sie nicht hätte fressen sollen. Höhepunkt ihrer Diebeskarriere waren mal 600 g Süßigkeiten, die zu einer heftigen Magenaufgasung geführt haben. Ohne rechtzeitige Intervention wäre ne Magendrehung draus geworden :lepra:

    Bonny ... Bonny kann gefühlt nix außer Sitz, Platz und Pfote, und das auch nur halbgar. Ist aber ok so, sie läuft im Alltag wirklich unheimlich brav mit, stellt absolut selten irgendwelchen Blödsinn an und geht sogar recht ordentlich an der Leine (wenn sie denn mal Gassi gehen möchte...). Und mit 15 hat sie inzwischen auch einfach den Omabonus - die darf jetzt eh fast alles.

    Hmmmh ... ich denk jetzt nicht ständig aktiv daran oder darüber nach.

    Ich hab bewusst zwei alte Hunde aufgenommen (11 und 10 bei Aufnahme) - da war mir von Anfang an klar, dass die nicht ewig bei mir sein werden und unsere Zeit zusammen sich vielleicht auch nur auf 1-2 Jahre beschränkt. Grad bei Bonny hab ich anfangs noch gedacht "na, wie lange wird die bei mir sein?", weil ich bis dato keine Erfahrung mit alten Hunden hatte. Tjo, was soll ich sagen... inzwischen scherz ich mit Freunden regelmäßig darüber, dass Bonny als Dackelmix einfach zu stur zum Sterben ist und bestimmt 18 oder sogar 20 wird ... |)

    Inzwischen sind die beiden 15 und 13,5 Jahre alt, die 15-jährige ist inzwischen auch herzkrank und kurzfristig stand auch ein Lymphom im Raum, das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Aber in der Situation ... hm, ich war jetzt nicht mega bestürzt oder so. Damals hab ich für mich entschieden, wenn sich die Diagnose bestätigt, dann schieb ich Bonny nicht noch durch Chemo und Co., sondern mach ihr noch solange eine schöne Zeit, wie das eben geht. Und wenn das nicht mehr geht, ja dann darf sie eben gehen. Die Haltung vertret ich jetzt auch noch, obwohl sie kein Lymphom, sondern "nur" DCM hat. Aber auch da: wenn es sich mit Medikamenten nicht mehr händeln lässt, darf sie gehen.

    Bei meinem 7-jährigen Dino erwisch ich mich manchmal dabei, dass ich ein bisschen Angst vor der Zeit nach ihm habe. Gleichzeitig schwingt da aber auch ein bisschen Erleichterung mit - Dino ist durch seine Special Effects halt doch ein etwas schwierigerer Hund. Ich liebe diesen bekloppten Hund, keine Frage - aber ich werd auch aufatmen, wenn ich endlich wieder Besuch haben kann, ohne dass ich Dino vorher in einer Pension parken muss. Was aber klar wird: Dino hat mich geprägt, sowohl was meine Trainingsmethoden als auch meine grundsätzliche Mentalität in der Hundehaltung angeht. Und das ist etwas von ihm, was ich immer bei mir haben werde.

    Er zog als 2,5- bis 3-jähriger Hund bei mir ein, da bin ich natürlich mit einem ganz anderen Mindset rangegangen als bei meinen Hunde-Omis. Keine Frage, es wird schwierig, wenn mein Knallkopf nicht mehr ist, wenn die ganzen Spezialregeln, die nur wegen Dino existieren, auf einmal nicht mehr von Belang sind... aber hey, ich werd wahrscheinlich zurückblicken und zufrieden feststellen, dass wir trotz seiner Baustellen ne verdammt geile Zeit hatten.

    Ich finde, man darf und soll sich mit diesen Dingen befassen und auch über das "Was, wenn" ... nachdenken. Es sollte aber nicht den Alltag dominieren. Wenn der Hund schwer krank ist und man weiß, man befindet sich auf der Zielgeraden, dann ist's klar, dass man ständig daran denkt. Aber solange es allen noch gut geht, der Hund (trotz Alter oder Krankheit) noch fit ist ... warum dann ständig an den Tod denken? Damit zieht man sich mMn nur selbst runter. Viel, viel lieber genieß ich doch die Zeit mit meinem Hund bzw. meinen Hunden.

    Kurzum: ja, ich denk hin und wieder an das Thema Tod, aber ich sehs locker. Wenn's soweit ist, dann isses soweit, und dann geh ich mit meinen Hunden auch den letzten Weg.

    Ein paar Häuser weiter wohnen jetzt neue Leute, die haben nen tschechoslowakischen Wolfhund. Das mal als Vorwort.

    Ich komm gerade tiefenentspannt mit Dino vom Gassi zurück, nehm ihn in weiser Voraussicht schon auf die abgewandte Seite, damit er mir nicht in die Leine kracht. Wir müssen zwangsweise an dem Grundstück vorbei und da der TWH schon mal bellend auf uns zugebrettert ist (mit Zaun dazwischen) ... naja, Dino regt sich bei sowas gerne auf. Also kommt er eben an kurzer Leine auf die abgewandte Seite. Da regt er sich nicht soo sehr auf.

    Der TWH sitzt mit Herrchen und Frauchen im Garten, alles gechillt, alles fein - bis der TWH uns sieht. Ich achte gar nicht weiter auf den Hund, sondern besäusel Dino, damit der brav weiterläuft und sich nicht provozieren lässt. Klappt auch gut. Er geht zwar in die Leine und glotzt, aber mei. Keine akustische Aufregung und ich muss ihn vor allem nicht mit dem Knie zurückschieben.

    Im nächsten Moment hör ich nur, wie der TWH auf den Zaun zu rennt und gegen das Tor kracht.

    Frauchen brüllt nur "BIST DU BEHINDERT ODER WAS?!", und der ehemals so stolze TWH trottet kleinlaut zu Frauchen zurück.

    :lol:

    Ich feier ihre Reaktion - klar, sie hätte den Hund schon weit vorher zur Ordnung rufen können, aber sie ist hier in der Straße mit die einzige Hundehalterin, die ihren Hund aktiv vom Zaun zurückpfeift... darum landets hier. Und weil ich mich eben über die Reaktion köstlich amüsiere, der Spruch hätte nämlich auch von mir kommen können |)

    Manchmal kommt man einfach an seine Grenzen und es ist in diesem Moment schwer sie zu lieben.

    Und genau das ist auch völlig okay. Das ist menschlich. Klar, optimal isses nicht, aber das gehört halt einfach zum Leben dazu. Mir gings mit Dino und Masha auch schon so, dabei liebe ich Dino abgöttisch. Masha lieb ich jetzt nicht ganz so sehr wie Dino, da bin ich ehrlich, sie ist halt nicht hundertprozentig mein Typ Hund - lieb hab ich sie ja aber trotzdem, auch wenn sie mal wieder nervt oder was ausgefressen hat. Das Liebhaben rückt dann halt nur temporär in den Hintergrund und wird vom Genervtsein überschattet. Und das ist völlig okay in meinen Augen - solange es eben kein Dauerzustand wird.

    Beziehungen sind und bleiben dynamisch, zumindest sollten sie das sein.

    Dir rennt nix weg, wirklich nicht. Du musst Indie ja nun nicht akut abgeben =)

    Es spricht auch nix dagegen, dass du anfängst, nebenbei nach einem geeigneten neuen Zuhause für Indie zu suchen. Mach dir dabei aber klar, dass es lange dauern kann, dass du viele Interessenten haben willst, die nicht wirklich wissen, was für einen Hund sie sich mit Indie ins Haus holen würden und wie anstrengend so ein Spezialist sein kann.

    Und sei dir auch bewusst, dass die Chancen auf ein "perfektes" Zuhause für Indie verdammt gering sind; dass du sowas vielleicht gar nicht finden wirst, weil die geeigneten Leute schon "voll" sind oder nach dem x-ten "Spezialfall" keine Lust mehr auf solche Hunde haben und sich einen "normalen" Hund wünschen.

    Ich wünsch dir alles Gute für euren weiteren Weg und würde mich freuen, wenn du hier vielleicht weiter darüber berichtest. Vielleicht hilft dir der Austausch hier auch langfristig, Indie so zu akzeptieren, wie sie ist. =)

    jemand der sich voll und ganz auf sie konzentrieren kann

    Was, wenn genau das der Gedankenfehler ist?

    So, wie ich das lese, scheint es doch gerade gut für sie zu sein, dass sie eben NICHT ständig im Rampenlicht steht. Dass sie die meiste Zeit über wirklich eher nebenher läuft und in einem Maß, das für sie richtig ist, Aufmerksamkeit bekommt.

    Ein Mensch, der permanent auf Indie schaut, permanent bei jedem Tasthaarzucken aufspringt und nach dem Hund guckt, wäre eher kontraproduktiv für diesen Hund.

    Wir gehen jeden Morgen, ganz früh den immer gleichen Weg. Montags stehen da seit Jahren immer die Mülltonnen draußen. Bis heute! Hat sie es nicht geschafft daran vorbei zu gehen ohne sie anzubellen und zu knurren.

    Ich sag mal ganz lapidar: dann lass sie eben die Mülltonnen anbellen und knurren. Nimms mit Humor. Wandle dein Genervtsein in einen schnippischen Spruch um. Ja, das dauert, ja, das ist manchmal gar nicht so einfach - aber du brauchst ein Ventil für dein Genervtsein. Schlucks nicht runter, lass es raus. Und wenn du dann eben augenrollend sagst "Ey Indie, die stehen da seit Jahren, du Pappnase" - dann ist das ok, wenn es dir gut tut.

    Bei jedem! Hund wird man früher oder später genervt sein.

    Ich bin oft genervt, wenn Masha um 18 Uhr das Bellen anfängt, weil sie weiß, dass es ab ca. 18.30 bis 19 Uhr rausgeht und es danach Futter gibt. Die kriegt dann aber einfach ein "Halt die Klappe" entgegen gepfeffert. Notfalls auch fünf Mal, bis sie sich brummelnd in den Flur legt und da wartet, bis es eben raus geht und Futter geht.

    Bonny nervt mich inzwischen oft, weil sie sooooo oft im Weg steht und ich über sie drüberfalle. Sie nervt, weil sie anfängt zu jammern und rumzuhüpfen, wenns Futter gibt. Ich hab versucht, ihr beizubringen, dass sie "wenigstens" im Platz jodeln darf. Ja äh, vergiss es, das ist für diesen Hund zu hoch :ugly: Wir haben uns darauf geeinigt, dass sie nicht an mir hochspringt, sondern in der Ecke beim Gefrierschrank tanzen und jodeln darf.

    Masha nervt, weil ich NICHTS rumliegen lassen kann, das in ihren Augen halbwegs essbar sein könnte. Ja, auch wenns leere Verpackungen sind, die nie nicht Kontakt mit Essenspartikeln hatten - der Hund frisst wirklich alles, was in ihrer Reichweite liegt, wenn ich sie nicht beaufsichtige. Mein Kompromiss? Sie darf nur ins Wohnzimmer, wenn ich anwesend bin. Bin ich das nicht, wird sie in den Flur gesperrt - durch das Kindergitter in der Wohnzimmertür sieht, hört und riecht sie aber auch Dino und Bonny, also isse nicht komplett alleine.

    Keine Hundehaltung ist jemals zu 100% perfekt. Und wer was anderes sagt, lügt sich meistens selbst was vor. =)

    Eine Idee, keine Ahnung ob die umsetzbar ist ich kenne keinen wo hysterischen Mali, aber vielleicht wäre eine gute Sportart wie Rally-O möglich?

    Der Schilderung nach scheint jede Art von Beschäftigung für diesen Hund absolut kontraproduktiv zu sein, wenn selbst einfache Tricks oder Suchspiele in bekannter Umgebung (!) den Hund so dermaßen pushen, dass sie völlig hysterisch wird.

    Ich hab selbst keine Malis, aber Schäferhundmixe aus dem TS. Davon ist einer kompliziert bis gefährlich, sowohl Hunden als auch Menschen gegenüber.

    Gassi gibt's nur mit Maulkorb, Freilauf ist gestrichen (obwohl er gut im Gehorsam steht), weil er vor 1,5 Jahren zwei kleine Hunde angegriffen hat. Losgelassen hat er erst, als ich ihm per Halsband die Luft abgedreht habe. Bei den Vorbesitzern hat er auch ein Kind ins Gesicht gebissen - hab ich erst 2 Jahre nach seinem Einzug bei mir erfahren...

    Besuch kann ich z. B. nicht empfangen, wenn Dino anwesend ist, weil er den Besuch hemmungslos angreifen würde. Wenn ich also Besuch haben will, muss ich Dino entweder in Betreuung geben (das geht zum Glück...) oder ins Auto sperren. Geht bei den Temperaturen nicht, zumal er sich da ohnehin aufregt. Sperr ich Dino ins Haus und häng mit meinem Besuch im Garten rum, regt sich Dino trotzdem auf und der Besuch kann nicht mal aufs Klo, weil Dino inzwischen gelernt hat, die Kindergitter in Wohnzimmer- und Küchentür zu überwinden ... Türe schließen geht zumindest im Wohnzimmer wegen div. Kabel nicht. In der Küche ginge das - aber Dino regt sich ja trotzdem auf, und ich will beim Auszug eher nicht die Tür ersetzen müssen. Mit Dino irgendwen besuchen ist auch schwierig, der Kerl ist ein Sensibelchen. Es gibt Leute, die dürfen in IHRER Wohnung in seiner Gegenwart nicht mal atmen, weil er sie einfach scheiße findet und auch angreifen will. Es gibt aber auch Leute, da ist er das reinste Schaf und lässt sich aufm Sofa bekuscheln.

    Zu meinem Glück kann Dino gut alleine bleiben und lässt sich auch von einer Privatperson sehr gut betreuen.

    Dann ist da Bonny. Angsthase par excellance. Ich kann sie zwar zu Freunden mitnehmen und wenn ich Besuch habe, findet sie den auch ok - aber sie hat halt erstmal Angst, verkriecht sich und ist froh, wenn sie ihre Ruhe hat. Tricks etc. kann ich mit ihr vergessen - die steht sich da mit ihrer Aufregung einfach im Weg. Die Kleine ist inzwischen 15 und lebt bei mir, seit sie 11 ist. Bis heute kann sie nur Sitz so richtig. Das wird aber auch gerne mit Platz verwechselt und "Pfote" funktioniert auch nur in 30% der Fälle. Obwohl sie ein Mix aus Rauhaardackel und Osteuropäischem Schäferhund ist, braucht sie - genau wie deine Indie - keine Auslastung. Die ist happy, wenn sie einfach da sein darf, ihre Ruhe hat und im Garten herumwuseln darf. Bonny hat, seit wir beim Gassi mehrfach Schüsse gehört haben, keine Lust mehr aufs Gassi. Sie geht 50 m mit mir und Dino und haut dann die Bremse rein. Die will einfach nicht mehr Gassi gehen - die chillt lieber im Garten und zieht sich in den Vorraum zurück, wenn sie genug hat. Ist für mich ok, weil sie in meinen Augen DAS Gegenstück zu Dino ist. Dino ist der Knallkopf und mein Spezialist, Bonny dagegen ist der Ruhepol und mein Mitlaufhund. Ja, natürlich fühl ich mich schlecht, wenn ich mittwochs, freitags und am Wochenende mit Dino beim Hundesport bin, aber ganz ehrlich? Bonny ist das wurscht. Meiner Großen (Masha) genauso - die beiden sind froh, wenn ihre Bedürfnisse erfüllt werden. Und die sind ganz simpel ausgedrückt Futter, Wasser, Schlaf, Ruhe, ab und an mal ne Streicheleinheit. Das reicht denen, obwohl sie Schäferhundmixe sind (und damit eigentlich Gebrauchshunde sein sollten |) )

    Will sagen: ich kann nachfühlen, wie es ist, wenn man den Alltag um den Hund herumbauen muss. Wenn man den Hund eben nicht überall hin mitnehmen kann. Wenn man wegen dem Hund keinen Besuch empfangen kann bzw. nur mit viel Vorausplanung. Wenn man mit dem Hund nicht wie geplant in den Hundesport starten kann bzw. sich da extrem nach dem Hund richten muss. Das Leben mit so einem Hund ist verdammt anstrengend, besonders wenn man sich wegen eines anderen Hundes quasi zweiteilen muss, was Gassi angeht.

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    Dino lebt seit Anfang 2019 bei mir, seit November 2019 mach ich Mantrailing mit Dino. In unserem Rettungshundeverein gabs für die Versteckpersonen die klare Anweisung "Nicht anfassen, nicht anschauen, nicht ansprechen, keine abrupten Bewegungen - stell das Futter einfach hin und sei still". Weil Dino anfangs alle fremden Menschen gruselig bis scheiße fand. Es hat fast 2,5 Jahre gedauert, bis er sich von den Vereinskollegen hat anfassen lassen, bis er nicht mehr nach ihnen schnappen wollte, weil sie sich versehentlich mal zu schnell bewegt haben. Seit März 2021 sind wir auch im Schäferhundeverein, und auch da hats rund 6 Monate gedauert, bis er die Vereinsmitglieder nicht mehr fressen wollte und sich wirklich gefreut hat, wenn er manche Leute gesehen hat. Inzwischen dürfen ihn genau drei Leute im SV wirklich anfassen, kraulen und bekuscheln, ohne dass sie Angst haben müssen, dass er nach ihnen schnappen könnte.

    Es gab seit Dinos Einzug durchaus Phasen, in denen ich darüber nachgedacht habe, ihn abzugeben. Weil er im Alltag einfach auch Baustellen hat, an denen wir ständig arbeiten müssen. Aber wie bei dir kamen bei mir auch immer diese Gedanken auf ...

    Wer nimmt so einen verkorksten Hund?

    Wie kann ich sicher sein, dass es mein Hund da wirklich gut hat und nicht nach 2 Wochen zurück kommt, weil die Leute doch überfordert sind?

    Wissen die Leute überhaupt wirklich, auf was sie sich da einlassen?

    Wird mein Hund da vor allem so geführt, dass er niemandem gefährlich wird?

    usw.

    Schlussendlich hab ich mich dagegen entschieden, weil ich an meinem Spinner hänge.

    Ja, Dino ist potentiell gefährlich - aber auch in den "falschen" Situationen mit entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen händelbar.

    Ja, es ist auch heute noch anstrengend mit ihm. Das wird es immer sein.

    Ja, ich wünsche mir manchmal, dass ich auch mit Dino Besuch empfangen könnte.

    Ja, ich wünsche mir manchmal, dass Dino allgemein einfach nicht so kompliziert wäre.

    Das ist auch alles okay. Wir - auch du - sind nur Menschen, und es ist in meinen Augen sehr selten, dass es gerade mit einem TS-Hund sofort zu 100% passt.

    Aber es gibt Momente, in denen ich mir dann denke "Scheiße, ich liebe diesen bekloppten Mistköter".

    Geh mal in dich und denk nach. In welchen Momenten denkst du dir "Ach, Indie, ich hab dich lieb"? In welchen Momenten wird dir warm ums Herz, wenn du Indie siehst? Was macht sie toll? Was kann sie gut? - ja, das dürfen auch banale Dinge sein. Weil es für manche Hunde verdammt schwierig ist, zur Ruhe zu kommen oder Essen auf dem Tisch stehen zu lassen ;)

    Ich hab auch einen Hund abgegeben, weil ich mit dem Verhalten des Hundes völlig überfordert war. Das war die Lina, und ihre Geschichte kannst du hier nachlesen - Achtung, sehr lang: Von Umwegen und anderthalb Schäferhunden

    Sie war zwar nur drei Monate bei mir, aber ich sags mal so: mein Rüde hat unter ihr und meiner Unfähigkeit gelitten, ich hab kaum noch geschlafen, ich hab den Hund ständig mit zur Arbeit nehmen und da im Auto lassen müssen, weil sie einfach nicht alleine bleiben konnte und ich nicht die Möglichkeit hatte, ruckzuck eine Betreuung zu finden, von zuhause aus zu arbeiten oder oder oder. Zwischen ihr und meinem Rüden hats auch 3x geknallt - mit Blut. Und irgendwann war ICH einfach so fertig von diesem permanenten Stress, dass ich teilweise nach Feierabend noch 2 Stunden auf irgendeinem Supermarktparkplatz im Auto saß, weil Lina im Auto endlich mal zur Ruhe gekommen ist und ich dadurch eben auch zur Ruhe kommen konnte.

    Am Ende hat Lina die Nächte im Auto verbracht, damit ich mal wieder durchschlafen konnte. Und die Abgabe ins Tierheim ging dann sehr schnell, weils einfach nicht mehr ging. Für keinen von uns. Schlussendlich hat Lina dann kurz vor Weihnachten 2020 ein schönes neues Zuhause gefunden, in dem sie bis heute glücklich ist.

    Mach dich locker. Wenn Indie keine Auslastung braucht und du ihr das bieten kannst, was sie wirklich braucht - dann ist erstmal alles gut. Überleg mal: wäre Indie glücklicher, wenn du sie wie Leya behandeln würdest? Eher nicht, oder? =)

    Also ist es doch erstmal super, dass du ihr grundlegend das bieten kannst, was sie wirklich braucht: Ruhe. Ein Dasein als (mehr oder weniger) Mitlaufhund.

    Scheiß auf die Denke "Das ist ein Mali, der braucht Auslastung". Nein! Das ist ein stresskranker Mali mit höchstwahrscheinlich beschissener Aufzucht und Veranlagung, der braucht nur eins: das richtige Handling. Das ist in Indies Fall eben viel Ruhe, die immer gleichen Abläufe, kurzes Gassi auf den immer gleichen Strecken. Und genau das bietest du ihr doch gerade.

    Es ist okay, wenn du sie trotzdem abgeben möchtest. Sie ist halt nicht das, was du dir unter "Hundehaltung" vorgestellt hast, und ja, du hast dich am Anfang überschätzt. Ist mir mit Dino übrigens auch passiert ;) Aber hey, schau mal, es funktioniert ja trotzdem - bei dir und bei mir.

    Wenn sich irgendwann DAS Zuhause für sie findet: super. Dann hast du kein schlechtes Gewissen mehr und kannst dich voll und ganz auf Leya konzentrieren, musst deinen Alltag nicht mehr um den Hund herumbauen usw.

    Wenn nicht: ja mei. Ihre Grundbedürfnisse werden bei dir erfüllt, und das ist doch erstmal das Wichtigste. Es geht ihr gut, würd' ich behaupten, sie kriegt Ansprache, med. Betreuung, hat einen Hundekumpel, darf einfach sein... Du bietest ihr mehr, als sie im Tierheim hatte. Und das ist für Indie schon eine gewaltige Verbesserung, mag ich annehmen.

    Durchatmen. =)

    Der Hund, der so im Generellen etwas springbehindert bzw. vorher immer etwas zu blöd dafür war, hat mich heute ziemlich überrascht.

    Ich steh in der Küche, Hunde sind im Garten. Haustüren sind offen weil wegen kurz lüften. Dino schnallt, dass ich grad Hundefutter in die Näpfe fülle, kommt fiepend angeflitzt und will in die Küche (weil er natürlich ans Futter kommt, wenn er nervt... ist klar).

    Ich sag ihm "Ne, du musst warten".

    Hund sagt "Haha, nein" und springt elegant wie eine Gazelle über das 70 cm hohe Kindergitter.

    Ich: :emoticons_look:

    Hund: =)

    Welp. Zum Glück hab ich die Teile primär wegen Masha... die ist zu faul zum Springen. :ugly:

    Kann man hier auch andere Leute vorsätzlich verliebt machen?

    Um Karpatenköter ist es ja etwas still geworden, ich habe aber einen karpatenköder dabei, den ich mal vorsichtig auslege. Es ist ein ZEIIIICHEEEEEN Elias. Ein Zeichen.

    Es heißt Dino, es ist ein Zwergschäferhund, es sieht so nett aus, ich nominiere Elias.

    https://www.casa-cainelui.com/unsere-hunde/r…3%BCden15/#Dino

    Maaaann, sowas kannst du mir doch nicht zeigen xD Der ist ja noch kleiner als Bonny (38 cm)... die zwei wären rein optisch ein Dreamteam, aber ich hätte Angst, dass Masha (70 cm) den Mini-Dino versehentlich plättet |)

    Durchatmen. Maulkorb drauf, kein großes Tamtam machen, Hund zwischen die Beine klemmen, Ohrentropfen rein, Hund "frei" lassen und sofort Party feiern.

    Was muss, das muss. Sieh's so: durch den Maulkorb kann er dich nicht beißen. Ein Problem weniger =) Das verbleibende Problem ist dann nur noch der zappelnde Hund, und das nimmst du in Angriff, in dem du ihn dir wortwörtlich zwischen die Beine klemmst.

    Augen zu und durch. Du schaffst das schon ;)