Ich denke, du bist auf der richtigen Spur. Du brauchst kein Mitleid mit deinem armen Hund zu haben der nun nicht mehr frei drehen darf täglich. Wirklich nicht. Es sieht oft nach Spass aus - aber es kann auch massiv Stress sein, für deinen und/oder die anderen. Und dieses dauernd on sein ist nichts schönes.
Ich hab eine Vizsla Hündin welche (noch) nicht normal kontakten kann. Sie verfällt in wildes Rennen und auffordern und liest dann den anderen Hund auch gar nicht mehr. Schlicht, weil es ihre einzige Strategie ist. Bekommt sie keinen direkten Kontakt, fährt sie herunter und kann - oh Wunder - dann auch ganz normal. Was mit Kleinsthunden wäre weiss ich nicht. (Wobei grad heute so eine Deppin ihren Dackelwelpen im Naturschutzgebiet frei laufen liess ausser Sicht - der kam zu unserer Badestelle und als Vespa einen Hopser machte, rannte er quiekend neben mir vorbei. Mein Gott war ich froh, hatte ich Vespa an der Leine. Keine Ahnung ob sie den als Hund erkannte.) Ich lass sie nie ran weil es mir zu unsicher ist. Der Hund bekommt also seit er bei mir gelandet ist nur Kontakt zu ausgewählten Hunden und auch das nicht allzu oft. „Spiel“ wird reguliert wenns komisch wird. Ansonsten arbeiten wir an der Jagdkontrolle. Gehts dem Hund schlecht? Nein, überhaupt nicht. Ganz viele Jäger leben so.
Sie bekommt ernsthafte Arbeit in angemessener Dosis. Mantrailing einmal die Woche und 1-2x Bikejöring oder Canicross. Beides könnte übrigens was für euch sein, dabei ist der Hund angebunden und unter Kontrolle. Dummyarbeit würde sich natürlich auch anbieten. Bloss nicht übertreiben! 17-20h Ruhe am Tag sind wichtig.
Am Ende ist es ein Hund, kein Wolf. Der Mensch ist der wichtigste Sozialpartner. Dein Teenie wird das ganz gut überleben, wenn er nicht mehr mit jedem Fremden rumsauen darf.
Hast du irgendwann mal sein „toben“ mit anderen Hunden gefilmt? Wäre spannend das mal zu sehen. Vielleicht zeigt sich auch da schon das Jagdverhalten.