Mir fehlt in der bisherigen Diskussion derzeit irgendwie jede - eine würde reichen - sachverständige Grundlage für die Behauptung, dass, weil ein wuseliger, umweltaktiver oder meinetwegen auch „reizoffener“ oder „hochtriebiger“ Hund, groß, mittelgroß, Terriermix, Golden Retriever, Staffordshire, Malinois … der einen Geruch in der Nase hat und deshalb hin und her flitzt, womöglich sogar jiept, alle Anzeichen dafür trägt, dass ihm der Aufenthalt im Freien gerade schlimm schadet - und er deshalb dringend aus dieser Situation befreit werden muss. Oder er andernfalls zweifellos Schaden nimmt.
Mal ein Beispiel meines Rüden der nicht zu den extrem reizoffen gezüchteten Rassen gehört, sondern "nur" vom Vermehrer kommt und ein schlechtes Nervenkostüm hat.
Der flitzt nicht hin und her, der jiept nicht oder sonstiges der geht nach vorne. Bzw in seinem Fall eher nach hinten. Und er springt. Wenn es Mico die Sicherung raushaut, was Tages- Situations- und Ortsabhängig schon nach 5 Minuten draußen der Fall sein kann, dann springt er vollkommen außer sich hin und her und schnappt, durchaus auch in Gesichtshöhe, in die Luft. Oder einfach direkt in meinen Arm. Das ist weit weit weg von Freude.
Wenn er gerade seine 5 Minuten hat und einfach mal aus Spaß an der Freude losflitzt sieht das komplett anders aus. Wie ein glücklicher Hund eben.
Übrigens: Wenn die Welt mal wieder zu viel für Meek wird erkennen das oft sogar vorbeilaufende Menschen die überhaupt nichts mit der Situation zu tun haben. So deutlich ist selbst für Fremde zu erkennen das die Nerven dieses Hundes gerade blank liegen.
Also tue ich logischerweise mein möglichstes um ihm das zu ersparen. Wenn das bedeutet das wir manchmal über Tage oder sogar ein paar Wochen nur Pipirunden drehen die eben zwingend erforderlich sind und er ansonsten im Haus mehr für den Kopf bekommt, dann ist das so. Gefällt es mir? Bestimmt nicht. Aber es ist das beste das ich in diesem Moment für ihn tun kann.
An anderen Tagen merkt man überhaupt nichts und er läuft entspannt mit mir über den Berg und tut da ganz normale Hundedinge. Ist möglich. Aber eben nicht jeden Tag und noch seltener zweimal am Tag.
Wenn ich lese, dass ein Border Collie nach 10 Minuten Schafe Hüten erst einmal laaange Ruhe braucht und also die nächsten Tage keinesfalls mit knapp einstündiger Bewegung im Freien zweimal am Tag (von mehr rede ich nie) belästigt werden darf, dann - so ehrlich hau ich das jetzt einfach mal raus -: glaube ich das nicht.
Verzeih mir die Frage, aber kennst du denn dann überhaupt Schäfer und oder arbeitende BC persönlich? Die an den Schafen arbeitenden BC einer befreundeten Schäferfamilie sind die gechilltesten BC die ich kenne. Die werden ganz gezielt eingesetzt und das nicht mal jeden Tag oder wirklich lange und danach verpennen die den restlichen Tag im Zwinger oder laufen auch mal über den Hof. Damit kommen die super klar und da sind das geniale Arbeitstiere. Mit zweimal am Tag ne Stunde Gassi würde man ihnen keinen Gefallen tun.
Und ich kenne - derzeit - niemanden außerhalb dieses Forums, der das so sieht. Ich kenne außerhalb dieses Forums allerdings auch nicht Wendungen mit „Löffelchen“, die dem Hund an einem Tag „ausgehen“ und dass man sich gegenseitig hinschreibt, wieviele des eigenen Hundes davon heute schon weg sind, weshalb man für heute nichts mehr mit ihm unternehmen kann. Ich will mich nicht darüber lustig machen, mir ist das außer hier nur noch nirgendwo in Internethundeforenhausen begegnet. Und im echten Leben auch nicht.
Die Löffeltheorie kommt eig aus der Menschenwelt und bezog sich meines Wissens nach auf Menschen mit Einschränkungen. Irgendjemanden hat die Theorie dann auch mit Hunden in Verbindung gebracht. Einfach mal googlen, das ist keine einzigartige DF interne Sache.