Beiträge von Hundundmehr

    Unser erster Hund hieß Marco.

    Den Namen durfte unser damals 6-jähriger Sohn aussuchen, weil ich einen Deal mit ihm abgeschlossen habe: Nachdem er mir äußerst ernsthaft mitteilte, dass unser erster Hund eine Hündin sein muss, weil: "Nur Mädchen kriegen Junge (Nachwuchs)!", habe ich ihm gesagt: "Okay, das Geschlecht suche ich aus, dafür darfst du den Namen aussuchen."

    Nene - mit Hündin (und Nachwuchs :shocked: ) wollte ich die Hundehaltung nicht anfangen, für mich stand fest: Es wird ein Rüde.

    Unser Sohn hatte damals im Kindergarten ungewöhnlicher Weise eine Erzieher, der dort sein Anerkennungsjahr absolvierte ... ihr dürft raten, wie dieser hieß ... :roll:

    Aus "Marco" wurde dann recht schnell der Spitzname "Marco Polo", diesen Gedanken hatte schon seine Züchterin, als sie erfuhr wie sein Rufname lautet, und sie meinte, das passt gut, weil Marco schon bei ihr Zuhause ordentlich "Entdeckerqualitäten" gezeigt hatte...

    Als der zweite Hund einzog, grübelten wir noch morgens am Abholtag beim Frühstück über den Namen, den dieser Hund bekommen sollte.

    Zwischen Kaffee und Brötchen meinte mein geschichtsinteressierter Mann dann: "Was haltet ihr von Vasco?".

    Vasco da Gama - das würde gut zu unserem Marco Polo passen.

    Vasco als Name ist für viele Menschen ungewöhnlich, weshalb sie oftmals zunächst ein "Basko" verstehen.

    Einige wenige Male ist es mir passiert, dass jemand sofort den Zusammenhang zu Vasco da Gama herstellte.

    Diese gerade geborene Entdeckertradition wurde mit dem Einzug unseres Amigo nach Marcos Tod unterbrochen.

    Amigo war der Ururgroßneffe unseres Marco, und Marcos eingetragener Name war Amigo ... und es war mein Wunsch, dass dieser Hund den "großen Namen" seines Ururgroßonkels trägt.

    Mit Leifur haben wir die Entdeckertradition wieder fortgesetzt.

    Eigentlich war unser Sohn mit der Namenswahl dran, und er hatte "Leif" ausgesucht.

    Fand ich schön, aber ... die deutsche und auch nordische Aussprache dieses Namens finde ich sehr hart, und der Name provoziert förmlich, dass die Umwelt sofort das Lied: "Life is life - nanaaaa-nanana...." anstimmt ... :flucht:

    Ich habe also ein wenig recherchiert, dabei entdeckt dass der unter Leif Eriksson bekannte Entdecker Amerikas eigentlich ein Isländer ist, und "Leifur Eiriksson" heißt .... und als ich dann hörte, wie das ausgesprochen wird, war ich einfach nur hin und futsch:

    Aussprachen von Leifur Eiríksson (forvo.com)

    Dementsprechend nutzen wir auch die Kurzform "Leif" beim Rufen in der weichen, dem Isländischen angelehnten Aussprache ... was bisher zuverlässig jegliche Form des Vortrags der Opus-Hymne erfolgreich verhinderte ... xD

    Das Eingreifen wäre hier - so wie du die Situation beschreibst - meiner Meinung nach ein bisschen zu spät gewesen. Für mich (nur meine Meinung) sollte man den jungen wegholen, sobald der andere gezeigt hat, dass er keinen Bock drauf hat. Egal in welcher Intensität.

    Ob es zu spät war weiß ich nicht.

    Allerdings bin ich schon der Meinung, hündische Kommunikation in einem bestimmten Rahmen durchaus zulassen zu müssen, weil mein eigener Hund sonst nicht lernt, die kommunikativen Signale zu deuten und in seinem Handeln zu berücksichtigen.

    Damit er sie so berücksichtigt wie ich das möchte, muss ich präsent sein:

    Berücksichtigt mein Hund das und geht auf Abstand/lässt den Hund in Ruhe, gibt es ein Lob und ich sorge im weiteren Verlauf dafür, dass es auch so bleibt.

    Ignoriert mein Hund die Signale, unterstütze ich den anderen Hund, BEVOR er drastischer werden muss, und halte meinen Hund dann selber auf Abstand, notfalls wird eben angeleint.

    Dabei finde ich ein Knurren/ein das Knurren begleitendes Abschnappen in die Luft nicht als drastisch - sorge dann aber sofort dafür, dass der andere Hund merkt: Jetzt übernimmt der Mensch, und ich brauche mich nicht weiter kümmern.

    ....................

    Allerdings muss ich selber immer sehr FEIN darauf achten, wie der andere Hund drauf ist:

    Ist es ein Hund, der sehr schnell sehr deutlich wird, und dann sofort drastisch werden könnte, lasse ich den Kontakt erst gar nicht bzw. nur sehr minimalistisch zu.

    Ich gebe meinen Hunden den Rahmen vor, welche Verhaltensweisen erlaubt sind, und welche nicht:

    Meine Hunde dürfen nicht pöbeln, nicht mobben, und anderen nicht auf den Keks gehen.

    Was sie auch nicht dürfen: Die erste Annäherung zu einer Dominanzklärung nutzen.

    Ich werfe mal die These in den Raum, dass man den Umgang mit anderen Hunden ebenso erzieherisch beeinflussen und trainieren kann, wie andere Verhaltensweisen eben auch und man damit das Verhalten seines Hundes auch in der Interaktion mit anderen Hunden steuern kann.

    Wie seht ihr bzw. handhabt ihr das?

    Ja, diese These vertrete ich nicht nur, wir leben sie.

    Ich denke das beste ist wenn man Hunden die Möglichkeit gibt, als Welpe und Junghund, von souveränen Hunden richtige Hundesprache zu lernen. Natürlich kann man als Mensch auch erzieherisch Einwirken, aufreiten verhindern , Fixieren unterbrechen aus zu wildem Spiel abrufen usw. das Problem ist nur, das der Mensch nur einen kleinen Teil der Hundekomunikation mitbekommt und somit mit seinem Eingreifen immer grob und ungenau ist.

    Souveräne Hunde als Lehrmeister für Jungspunde sind natürlich auch Gold wert.

    Trotzdem können sie einen Menschen als Lehrer nur ergänzen, aber nicht ersetzen.

    Es ist der Mensch, der die Maßstäbe setzt, und nicht andere Hunde - erst recht nicht fremde Hunde, und da dann noch möglichst ungefragt.

    Ich weiß auch nicht, warum mein Eingreifen/Lenken immer nur "grob und ungenau" sein sollte.

    Vielleicht missverstehe ich dich da auch nur, aber wenn ich überlege wie ich die Kommunikationsfähigkeit meiner Hunde auf- und ausgebaut habe, finde ich schon, dabei äußerst umsichtig und behutsam vorgegangen zu sein, und dadurch im Ergebnis sowohl mein "Recht" auf jederzeitige "Mitsprache" bei hündischen Interaktionen als auch feinfühlige Signale zum Lenken etabliert zu haben.

    Wie weit ich "mitrede", hängt natürlich auch vom jeweiligen Hund ab.

    Es gibt immer auch individuelle Grenzen, die sowohl von der Genetik als auch den gemachten Erfahrungen abhängig sind.

    Warum habe ich das Gefühl, irgendwie musste es so sein dass ausgerechnet deine Schwester bei diesem Todesfall Dienst hatte, und das Schicksal dieses Hundes mitbekommen hat ...

    Manchmal fügt es sich so, wie es sein soll.

    Auf jeden Fall drücke ich die Daumen für eine unkomplizierte Gesundheitsrecherche bei dem alten Tierarzt von Ben - wobei: Wenn das der Vater eures Tierarztes ist, könnt ihr doch schon mal euren Tierarzt ansprechen?

    Ich meine - was wollt ihr denn wissen?

    Das genaue Geburtsdatum, ihr braucht einen Heimtierausweis, wollt den Ist-Zustand wissen (vielleicht bekommt er ja irgendwelche Medikament, Librela fällt mir da spontan ein; Da ist es ja wichtig, den nächsten Termin nicht zu verpassen).

    Dass die Familie des Verstorbenen nicht wirklich den Kopf dafür hat, sich um derlei Informationen für euch zu kümmern, ist nachvollziehbar. Gleichzeitig ist dies aber ein guter Grund, sich direkt an den Tierarzt zu wenden, und ihr habt doch die Möglichkeit, hier den "ganz kurzen Weg" zu gehen über euren Tierarzt.

    Ich wünsche euch viel Glück, und dass ihr noch lange und viel Freude mit eurem neuen Familienmitglied habt.

    Edit: Möglicherweise bekommt Ben ja auch dauerhaft Medikamente (Herz oder Schilddrüse z. B.), und wenn die Erben davon nichts wissen, kann auch das Tierheim diese Informationen nicht haben.

    Oder hatte das Tierheim diesbezüglich schon Kontakt aufgenommen zu dem Tierarzt?

    Meine Schwester ist notfallsanitäterin und hatte letzten Dienstag einen schlimmen Einsatz: Herrchen verstorben, Labrador, 12 Jahre, soll ins Tierheim…


    Nach vielen hin und her und nach dem sie uns eine Woche lang bearbeitet hat (sie geht ja nun mal 24 Stunden Dienste und irgendwo muss er ja dann bleiben), haben wir alle (wir wohnen alle in einem Haus Eltern, wir und sie) zugestimmt und somit haben wir den Ben am Sonntag aus dem Tierheim geholt ☺️


    Er ist ein ganz lieber Kerl, mag alles und jeden, extrem verfressen und ganz toll 🥰

    Ich erinnere mich an die Geschichte, du hattest sie irgendwo schon mal erwähnt, auch, dass die Erben irgendwie komisch waren.

    Wie schön dass ihr den alten Hund nicht im Tierheim versauern lasst, und zu euch genommen habt.

    Ist das denn jetzt dauerhaft (du hast es nicht explizit erwähnt, deshalb frage ich noch mal nach), und ist das vor Allem mit den Erben geklärt?

    Ich freue mich für den alten Ben, und finde euren Einsatz einfach nur toll :herzen1:

    Natürlich ersetzen Webinare nicht die Seminare vor Ort, und/oder die Erfahrung, aber so als Auffrischung, und sich neues Wissen aneignen, eine Super Idee, finde ich 👍

    Genau das: Sie können inhaltlich sehr qualitativ sein (was auf den Veranstalter ankommt), aber sie können den inhaltlichen Austausch mit anderen Züchtern, die rassespezifischen Aspekte, den Erfahrungsaustausch mit Menschen, die mehr Wissen über die Materie haben, etc. einfach nicht ersetzen.

    Erfahrungsgemäß ist da die Gefahr sehr groß, dass der Teilnehmer an solchen Webinaren nur das mitnimmt, was er glaubt verstanden zu haben, und sich daraus sein eigenes Weltbild "bastelt".

    Basierend auf diesem Webinar-Wissen vertritt diese Vermehrerin ja absolut überzeugt diese Verpaarung zweier Rassen, deren Züchtung für jede einzelne Rasse betrachtet schon sehr fraglich ist - und macht dies in der Überzeugung, dass dabei etwas Besseres als Ergebnis rauskommt.

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    Ich bin diese Seite mit den "Nachweisen" ziemlich überflogen um herauszufinden, worauf ihre "fundierten Kenntnisse" beruhen, die sie dazu befähigen eine gesündere FB zu produzieren.

    Dabei ist mir aufgefallen: Sie bietet ja auch Ernährungsberatung an - und die einzige "Qualifikation", die dazu zu finden ist auf ihrer Seite ... ist ein Wochenendseminar ... wtf?

    Verstehst du, wie ich das meine?

    Mal nur zur Verbildlichung: Ich kann ja nicht eine Dienstleistung als Frisör anbieten, weil ich mir zu Lockdownzeiten ein You-Tube-Video angesehen habe, wie ich meinem Mann/meinem Kind mit dem Rasierer einen Kurzhaarschnitt verpasse.

    Ja, völlig irre finde ich das auch.

    Was vor Allem auch noch wichtig ist: Welches Sozialverhalten kann man von Hunden erwarten, deren Gehirnentwicklung durch eine gestörte Mutterhündin-Welpen-Beziehung geprägt ist?

    Die Abneigung/Ablehnung einer Hündin den Welpen gegenüber ist ja auch bei "überwachter Säugung" durch den Menschen spürbar für die Welpen, und auch das fehlende bzw. sogar schmerzhafte Pflegeverhalten legt Verknüpfungen im Gehirn an, die lebenslang Auswirkungen auf Empfinden und Verhalten haben.

    Das sind Deprivationsschäden mit Ansage - und die kommen dann zu den gesundheitlichen Problemen noch obendrauf.

    Aber das ist, wenn Menschen meinen sich über Tageswebinare* ein wissenschaftlich fundiertes Wissen angeeignet zu haben, welches sie zu einer genetisch wohlüberlegten Zucht befähigt.

    Einfach nur zum :kotz:

    Huch, * vergessen zu erklären: Ich habe mir auf der Seite mal angesehen, wie diese "Züchterin" ihr "qualifiziertes Wissen" erhalten hat ... Webinare, für die sie "erfolgreiche Teilnahmebestätigungen" erhalten hat...

    Mit diesem "Wissen" kann man natürlich gut hausieren gehen ... gibt ja genug, die sich davon beeindrucken lassen.

    Nun ja - es gab immer schon Hundehalter, die eigentlich nur ihren Kindheitstraum vom "lebendigen Plüschtier" erfüllt haben, und absolut keinen Schimmer haben von Hundebedürfnissen und wie man diese erfüllt.

    Mit wachsender Hundepolulation, wozu eben auch die deutlich gestiegene Vereinfachung der Hundehaltung beigetragen hat, ist natürlich auch dieser Anteil an Hundehaltern gestiegen, der sich mit einem Hund diesen Kindheitstraum erfüllt ohne allerdings überhaupt irgendeinen Gedanken an die speziellen Bedürfnisse dieser Lebewesen zu verschwenden.

    Die Pandemie und damit verbundene "Zwangsfreizeit" (ja, Mobiles Arbeiten ist keine Freizeit, aber auch das ermöglichte eben, einen Hund halten zu können ohne ihn den ganzen Tag alleine zu lassen) hat das Problem noch mal verstärkt.

    Auch hier reichte das Denken etlicher Menschen nicht weiter als von heute bis zum nächsten Frühstück - wie die Hundehaltung aussehen soll, wenn wieder die vorpandemischen Alltagsroutinen greifen, hatten viele Neuhundehalter nicht auf dem Plan.