Ich glaube dass man mit der richtigen Erziehung jeden Hund so machen kann wie man sich das für einen selbst wünscht.
das habe ich auch mal gedacht...
Ich war noch recht jung, Mitte 20, und meine Oma hatte einen Podencomix aus einem spanischen Tierheim von der Verwandschaft geschenkt bekommen. Ich hatte schon einen eigenen Hund gehabt und bin mit Hunden aufgewachsen. Ich dachte echt, ich kenne mich aus, als meine Oma den Hund nicht mehr führen konnte
Puh, Pustekuchen. Podencos sind Windhunde, starke Jäger, extrem intelligent (zumindest unser Mix damals). Ich hab alles versucht, Hundeschule, Trainer, jeden Tag üben, und daheim, in den eigenen 4 Wänden, war er irgendwann auch wirklich wohlerzogen und brav. Aber kaum stand die Tür offen, war er weg. Kletterte im Garten über den Zaun... riss sich von der Leine los... der Hund hat mich wirklich an meine Grenzen gebracht. Für ihn gab es nur jagen, jagen, jagen. Was hab ich geheult mit diesem Hund.
Natürlich kann so ein Hund auch eine Herausforderung sein, aber dazu muss man sich auch eingestehen, dass man da Handlungsbedarf hat, dass eben nicht alles perfekt ist.
Ein Hund, der im Freilauf nicht hört, gehört an die Leine. So einfach ist das. Ein Hund sollte nicht auf Fremde einfach zurennen, so dass sie sich erschrecken. Er darf keine Katzen jagen. Und hinterherrennen ist jagen.
Momentan habe ich eine Leonbergerhündin, sie wird demnächst läufig. Ich weiß, dass direkt vor der Läufigkeit und währenddessen ihr Hirn irgendwie im Urlaub ist. Sie hört dann zögerlich, obwohl der Rückruf bei ihr echt normalerweise bombig sitzt und sie immer in meiner Nähe bleibt und immer sofort kommt. Tja, momentan bekommt sie leider Leinenknast. Warum?
Gestern bei dem schönen Wetter hatte ich Bock auf Radfahren, und dann dachte ich, Mensch, es ist so schönes Wetter, lässt du die laufen (mein anderer Hund war schon Gassi mit der Tochter, wir waren also allein).
Blöd nur, dass direkt vor ihr 2 Hasen aus dem Gras raus sprangen und sie natürlich hinterher, Ohren auf Durchzug. Sie kam sofort wieder, aber ich habe mich furchtbar über mich selbst geärgert und entschieden, dass sie die nächste Zeit nur im Garten frei laufen kann.
Sie wiegt 50 Kilo, und auf der Straße läuft sie nur an der kurzen Leine, damit ich sie halten kann, wenn sie ihre "Feinde" sieht, die es durchaus gibt. Sie ist bald 7 und lässt sich nichts mehr gefallen von anderen Hunden, besitzt leider aber auch nicht die Souveränität, an pöbelnden Hunden einfach vorbei zu gehen, seit sie von einem Kleinhund schon angegriffen worden ist.
Auf dem Feld wechsle ich die Leine zur Flexi. Gezogen wird nicht, das wird korrigiert, und zwar konsequent. Ich lasse mich nicht von meinem Großhund durch die Gegend schleifen. Basta.
Mal sehen, wann sie wieder frei laufen darf. Vielleicht, wenn die Läufigkeit vorbei ist und sie wieder normal wird. Momentan wird überall geschnüffelt, mit Sabberfäden am Maul, überall mit Pipi markiert und sie steht vor Aufregung total neben sich.
Ein Hund kann durchaus lernen, auch an einer langen Leine zufrieden zu laufen, und wenn du den Hund soweit bringst, zb am Fahrrad gut mitzulaufen, dich beim Joggen zu begleiten oder die anderen Vorschläge umsetzt, kannst du einen schön ausgelasteten, entspannten Hund haben, auch ohne Freilauf.
Bitte nimm die Ratschläge und auch Einwände hier ernst und erspare dir viel Sorgen und Not mit eurem überaus hübschen Hund 
Viel Erfolg euch
