Beiträge von Eni46

    Das kann natürlich sein. Ermüdend war es schon. Hatte unzählige Wohnungen besichtigt, alles positiv, keine Kinder, Nichtraucherin, gesichtertes Einkommen da öffentlicher Dienst, alles gut. Dann ganz zum Schluss die vorsichtige Frage nach Haustieren und da kippte es dann oft sehr schnell und sehr abrupt.
    Später fragte ich das dann vorher schon übers Telefon an, denn das war mir zu doof und zu zeitaufwändig.

    Das kann schon stimmen, aber wegen einer schlechten Erfahrung dann alle darauffolgenden Interessenten zu verprellen ist halt auch irgendwie seltsam. Klar, ist jedermanns gutes Recht, aber macht es enorm schwierig. Zum Glück hatte ich keinen Zeitdruck beim Ausziehen, sonst wäre das der reinste Horror geworden.

    Das Problem ist einfach, dass sich auch manche Mieter einfach nicht fair verhalten und man sich als Vermieter eben davor schützen möchte, ein weiteres Mal schmerzhaft auf die Nase zu fallen.

    Wenn es sich um irgendeine Wohnbaugenossenschaft oder ähnliches handelt, dann wird das von Leuten, deren Job es ist, professionell abgehandelt. Bei zahlreichen privaten Vermietern steckt aber Herzblut und oft auch viel mühsam zusammengespartes Geld in der vermieteten Immobilie. So auch bei uns.

    Wir wurden zweimal von Mietern belogen und betrogen. Frei nach dem Motto Vermieter = Miethai = kann skrupellos übers Ohr gehauen werden. Beide Mieterfamilien wussten um unsere finanzielle Situation und dass die Miete + eine Summe X, die wir uns jeden Monat zusammensparen mussten, an die Bank für Zins und Tilgung gehen. Dennoch wurden mutwillig Schäden verursacht, die letzten drei Mieten einfach nicht mehr gezahlt, um bei Auszug den Gegenwert der Kaution schon in der Tasche zu haben, schon Monate vor Umzug nicht mehr geputzt, Müll und zu entsorgende Möbel zurückgelassen usw. usw.

    In einem Fall wurde auch ein Hund angeschafft, obwohl im Mietvertrag stand, dass dies nur nach Absprache erfolgen dürfe. Wir hatten das, weil selbst nur einige Straßen entfernt wohnend, natürlich mitbekommen, aber beide Augen zugedrückt. Bei vorheriger Anfrage hätten wir vermutlich auch unser Okay gegeben. - Naja, der Garten war bei Auszug total verschxxx, die Holztreppe und mehrere Innentüren, sowie das Parkett in zwei Räumen völlig zerkratzt. Treppe und Böden mussten abgeschliffen werden, die Türblätter waren nicht zu retten.

    Und nein, es handelte sich bei diesen Mietern nicht um zwielichtige, verlotterte Gestalten. Einmal war es ein Ingenieur bei Mercedes und seine Frau war Lehrerin am hiesigen Gymnasium. Im anderen Fall handelte es sich um langjährige frühere Nachbarn von uns, mit denen wir einige Zeit sogar befreundet waren. Sie haben drei Kinder und hatten es aufgrund dessen schwer, etwas geeignetes zu finden. Also haben wir ihnen den Vorzug gegeben und sogar auf eine Mieterhöhung verzichtet, die wir eigentlich beim Mieterwechsel durchführen wollten.

    Da sind dann nicht nur die Schäden an Haus oder Wohnung für teures Geld zu begleichen, sondern man fühlt sich zudem so richtig über den Tisch gezogen. Das tut weh, hinterlässt natürlich Spuren und führt dazu, dass man künftig die Gefahren zu minimieren versucht.

    Hm,
    bitte nicht übel nehmen, aber für mich klingt das, als wären Äußerlichkeiten die Hauptentscheidungskriterien. Im Sinne von „Goldie find ich schön, Collie gefällt mir gar nicht“.

    Unsere Prioritätenliste sah so ais:
    1. Welchen in der Zucht verankerten „Beruf“ sollte der Hund mitbringen bzw. nicht mitbringen? (Jäger, Hüter, Begleiter, Allrounder etc.) Welche Charaktereigenschaften sind also wünschenswert, welche akzeptabel und welche gehen gar nicht?

    2. Größen- und Gewichtsklasse?

    3. Fellart (haarend, nicht-haarend, Trimmfell etc.)?

    4. Aus dem nun vebliebenen kleinen Rest Qualzuchten bzw. Rassen mit großen gesundheitlichen Problemen aussortieren. Anhaltspunkte bieten diesbezüglich auch die Tarifrechner der tierischen Krankenversicherungsanbieter (Agila, Uelzener ...)

    5. Wenn danach noch zwei oder mehrere Rassen auf dem Zettel stehen, kann man die Optik entscheiden lassen - oder die Züchtersuche.

    Unser Hund kommt übrigens aus Schleswig-Holstein, wir wohnen in Baden-Württemberg. Mit damals drei kleinen Kindern war diese Entfernung nicht ohne. Aber wir haben von einer tollen Züchterin den zu uns perfekt passenden Hund bekommen.

    Was sind 500 oder 800 oder auch 1200 Kilometer auf ein Hundeleben von 12, 14 oder gar 16 Jahren bezogen?

    Wenn man so etwas in unmittelbarer Nachbarschaft erlebt, macht man sich schon Gedanken.
    Mir war eigentlich nie so bewusst, das kleine unscheinbare Wunden zum Tode führen können. Man macht sich da einfach keine Gedanken.
    Paula wurde auch schon 2 x abgeschnappt, es war nur eine ganz kleine blutige Wunde und ich habe sie bei der Untersuchung als minimal abgetan, war auch nicht beim TA deswegen.
    Ich werde jetzt auch die kleinen Wunden mit anderen Augen sehen und meinen Hund beim nächsten mal noch gründlicher untersuchen.
    Eigentlich könnte es ja auch passieren, wenn der Hund sich im Gebüsch an einen Dornen ratscht, am rostigen Stacheldraht hängen bleibt oder in eine dreckige Scherbe tritt.
    Ich lerne daraus, das ich auch bei kleineren Wunden aufmerksamer sein werde.

    Aufmerksamkeit ist gut, aber man sollte sich jetzt auch nicht ständig verrückt machen. Das kostet sonst zuviel wertvolle Lebensqualität und letztlich hat man das Schicksal doch nicht in der Hand.