Ich habe mal in einem Artikel über Frauen in Firmenvorständen mit dazugehörigen Interviews von ebensolchen sehr erfolgreichen Frauen gelesen, dass es auch mit deshalb so wenig Frauen in Vorständen und zb in hohen politischen Ämtern gibt, weil der Weg dorthin sehr steinig ist und das Amt/der Job sehr entbehrungsreich ist und es Frauen gibt, die das auch einfach gar nicht leisten wollen.
Auch das gehört zu einer offenen Gesellschaft, wenn man Frauen zugesteht, dass sie gerne ein traditionelleres Rollenmodell leben wollen. Und wenn eine Mama die Vorhänge ihres Sohnes blau aussucht und die der Tochter rosa, dann kann trotzdem aus den Kindern ein Mensch werden, der andere und sich selbst mit Respekt und Wertschätzung behandelt und sich wohl in seiner Haut fühlt und das tut, was ihm liegt und Spaß macht.
Das ist sicherlich auch ein Grund.
Ich habe im vergangenen Jahr Personalverantwortung abgelehnt. Bei meinem vorigen Arbeitgeber hatte ich welche und hätte auch beim Jobwechsel vor einigen Jahren welche übernommen. Mittlerweile habe ich aber ehrlich gesagt keine Lust mehr auf Gezetere um Urlaub, Mimimi wegen Aufgabenverteilung und all den anderen Kram, der gerne auf Sandkistenniveau ausgetragen wird. Jetzt, wo ich meine Kinder halbwegs groß bekommen habe, mag ich nicht im Beruf das Gekloppe um Eimerchen und Schippchen moderieren müssen.
Vielleicht hätte es dafür irgendwann eine Gehaltsgruppe mehr gegeben. Aber dieser Zuwachs ist absolut kein adäquates Schmerzensgeld für den Zuwachs an Ärger, der damit verbunden gewesen wäre.
Interessanterweise können viele Frauen in meinem Alter meine Entscheidung gut nachvollziehen. Bei jungen Frauen und bei Männern gleich welchen Alters stößt sie zumeist auf Unverständnis.