Ja wir sind in ärztlicher und logopädischer Betreuung
Das waren wir natürlich auch. Bei meinem Sohn war es zuletzt tatsächlich eine Sache des Verstandes.
Wir bekamen von Ärzten und Logopäden stets gesagt, dass wir ihn bitte nicht korrigieren sollen, damit er keine Hemmung oder Blockade o.ä. entwickelt. Irgendwann konnte er in den Therapiestunden auch alle Übungen, aber im täglichen Sprachgebrauch war es nicht angekommen.
Einige Wochen vor der Einschulung saßen wir Sonntagmorgens am Frühstückstisch und Sohn erzählte wortreich und wenig verständlich. Irgendwie war an diesem Tag meine Verzweiflung schneller, als meine Impulskontrolle und ich habe ihn ermahnt, doch bitte die Worte so auszusprechen, wie er es in der Logopädie gelernt habe. Die Therapeutin würde mir immer berichten, dass er es doch richtig könne.
Sohn hält inne, schaut mich an und sagt in seinem Slang „das klingt aber so komisch“.
Ich frage: „Wie? Komisch?“
Er darauf: „Ja. Ganz arg komisch!“
Da brach es aus seiner Schwester heraus: „Da klingt gar nix komisch. So wie du redest, ist komisch. Das klingt voll nach Baby!“
Sohn, fassungslos: „Nach Baby???“
Tochter, entrüstet: „Ja!!! Toootaaalll nach Baby!!!“
Ab diesem Tag hat er korrekt gesprochen. Mit sechs Jahren und knapp acht Monaten.