Beiträge von Eni46

    kennt hier jemand "mein tierdiscount"? sind die seriös?

    habe da ua einen letzten (!!!!) mantel bestellt und es tut sich nix

    Ich hab da im Herbst 2020 etwas bestellt und Wochen gewartet. Als ich storniert habe, hieß es, die Bestellung sei gerade raus und ich solle halt die Annahme verweigern. Habe ich erfolgreich getan und musste dann aber nochmal an die Rückzahlung des Kaufpreises erinnern. Das war „versehentlich“ vergessen worden.

    Nach meinem Eindruck bestellen die die Waren, zumindest teilweise, selbst erst beim Hersteller, wenn eine Kundenbestellung eingeht. Und dann daaauuuuert das … :verzweifelt:

    Hier geht es um eine Falschaussage, oder was soll dieses:" weil Hundebesitzer X ja so ein guter Kunde ist." denn sonst aussagen. Der Tierarzt bescheinigt dem "guten Kunden", dass "alles prima" ist, obwohl er weiß, dass das nicht stimmt oder obwohl er zumindest weiß, dass er es nicht weiß.

    Das ist schlicht deine Interpretation. Ich gehe nicht davon aus, dass „der Tierarzt umme Ecke“ wissentlich und mutwillige falsche Aussagen macht. Das hatte ich in einer meiner Antworten auf deinen Einwand hin ja auch nochmal erläutert und klargestellt, dass so etwas für mich eher in die Rubrik mangelnde Kompetenz gehört. Ich gehe auch absolut nicht davon aus, dass unser Haustierarzt wissentlich und mutwillig ungeeignete Röntgenbilder von Kuno machen wollte. Er ist der Überzeugung, dass er das schon richtig hinbekommt und ich deshalb nicht durchs Land fahren muss. Mag sein, dass es geklappt hätte, aber mir war das zu unsicher.

    Nebenbei: Tierärzte müssen regelmäßig ihre Praxis zertifizieren. Mit einem "Uralt-Röntgengerät" wird das nicht funktionieren.

    Würdest du mir bitte die die Quelle für diese Zertifizierungspflicht verlinken? - Dankeschön!

    Da ich üblicherweise einfach kurz nachfrage, bevor ich meine Mitmenschen einer Falschaussage bezichtige, möchte ich gerne noch um die Quelle zu der von dir angeführten Zertifizierungspflicht bitten. Meiner Kenntnis nach gibt es diese nämlich nicht. Aber vielleicht bin ich auch nicht auf dem aktuellen Stand oder ich missverstehe dich.

    Nebenbei: Tierärzte müssen regelmäßig ihre Praxis zertifizieren. Mit einem "Uralt-Röntgengerät" wird das nicht funktionieren.

    Würdest du mir bitte die die Quelle für diese Zertifizierungspflicht verlinken? - Dankeschön!

    Du weißt immerhin, dass der Tierarzt ein langes Studium absolviert hat, praktisch und theoretisch und die Zulassung für einen. Praxis bekommen hat. Damit hat er auch das Recht, Gutachten über die Gesundheit eines Tieres auszustellen.

    Und ein Recht qua eventuell lange zurückliegendem Studium beinhaltet automatisch die Expertise in jedem Fachbereich?

    Warum hat du dich erkundigt? Hätte dein Verein das Gutachten dieser Tierärzte für die Zuchtzulassung akzeptiert?

    Weil ich schon von zahlreichen ungeeigneten Röntgenbildern und deren Ablehnung durch den Gutachter oder - im schlimmeren Fall - sogar von einer durch mangelhafte Qualität verursachten falschen Befundung gehört hatte. Ich wollte weder meinem Hund noch meinem Geldbeutel und mir ein vermeidbares Doppelröntgen oder gar einen Fehlbefund zumuten.

    Mein Rasseverein akzeptiert zur Zuchtzulassung nur das Gutachten des von ihm bestellten Gutachters. Die Bilder wurden vom Röntgenarzt eingereicht und vom Zuchtverband anonymisiert dem Gutachter vorgelegt.

    Sicherlich gibt es Tierärzte „um die Ecke“, die ein korrektes HD-Röntgen durchführen und die Bilder korrekt auswerten können. Aber ich, als Welpenkäufer, weiß nicht, wie fachkundig die Untersuchung ausgeführt und befundet wurde, wenn sie quasi privat und ohne Gutachter absolviert wurde.

    Übrigens habe ich mit Kuno einen ausgewerteten und zugelassenen Deckrüden. Im Vorfeld der Zuchtzulassung hatte ich mich bei Tierarztpraxen hier in der Gegend wegen des Röntgens erkundigt und bekam u.a. HD-Röntgen ohne Narkose angeboten. Auch mein Tierarzt meinte, das würde er schon hinkriegen. Er habe auch schon Hüften geröntgt. Letztlich war mir das tatsächlich zu „hemdsärmelig“ und risikobehaftet.

    Daher habe ich lieber einen Tag Urlaub und Fahrtkosten investiert und bin eine deutlich weitere Strecke zu einem Tierarzt aus der Liste der GRSK e.V. gefahren. Spannend fand ich übrigens die dort erhaltene Information, dass es Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen gibt und bspw. eine A-Hüfte beim Hovawart im Röntgenbild wohl nicht identisch einer A-Hüfte beim Wheaten-Terrier aussieht.

    Kurz gesagt, ich unterstelle, dass es Haustierärzte gibt, die weder die Ausstattung noch die Fachkompetenz für ein korrektes HD-Röntgen inklusive Auswertung besitzen. Ist ja auch absolut nicht notwendig. Für eine solche Untersuchung kann man schließlich zum entsprechend ausgestatteten und ausgebildeten Spezialisten gehen. Macht man als Mensch in der Humanmedizin ja auch. Dennoch gibt es genügend Praxen, die diese Untersuchung trotzdem durchführen. Als kriminelle Handlung würde ich das übrigens nicht bezeichnen. Eher als mangelndes Können, mangelndes Problembewusstsein, mangelnde Weiterbildung, vielleicht im einen oder anderen Fall auch Selbstüberschätzung.

    Noch eine Frage: würdest du denn in deinem Beruf pfuschen (und damit Leid erzeugen), nur um einem „guten Kunden“ einen Gefallen zu tun?

    Solche Konflikte ergeben sich in meinem Beruf nicht. Ich kann mit meiner Arbeit kein Leid sondern höchstens Nervs erzeugen. Und das nichtmal bei Kunden sondern lediglich bei Vorgesetzten und Kollegen. Also ein absolut geschützter Raum.

    Aber nochmal: Ich unterstelle nicht, dass wissentlich oder gar absichtlich Pfusch abgeliefert wird. Berufsunabhängig vermute ich, dass in den seltensten Fällen jemand mit voller Absicht oder gar krimineller Energie Pfusch abliefert. Dennoch wird nahezu jeder von uns von persönlich gemachten Erfahrungen mit Fehlleistungen aus diversen Berufszweigen (Medizin, Handwerk, Dienstleistung etc.) berichten können.

    Was wenn ich zu einem Hobbyzüchter ohne Papiere gehe und der die gleichen Tests an den Elterntieren vorgenommen hat?

    Tests sind halt nicht gleich Tests. Beispielsweise wird bei den dem VdH angeschlossenen Rassezuchtverbänden das HD-Röntgen anonymisiert und zentral von einem Sachverständigen ausgewertet. Da schiebt also nicht der Tierarzt um die Ecke den Hund unter‘s Uralt-Röntgengerät und befindet, dass alles prima ist, weil Hundebesitzer X ja so ein guter Kunde ist. Selbstverständlich kann aber Besitzer X hinterher damit werben, dass sein Hund HD geröntgt ist.

    Oder Beispiel Gentests: Für relativ kleines Geld kann man Hunde mittlerweile auf zahlreiche Erbkrankheiten untersuchen lassen. Besitzer X kann also mit Fug und Recht behaupten, dass sein Tier umfassend getestet wurde, wenn er einen solchen Gentest durchführen lässt. Allerdings nützt dir als Käufer ein solches Untersuchungsergebnis nur dann etwas, wenn du dir sicher sein kannst, dass auch tatsächlich auf die für diese Rasse relevanten Defekte getestet wurde - sowohl bei der Hündin als auch beim Deckrüden. Die seriösen Rassezuchtverbände legen u.a. fest, auf was untersucht werden muss, um eine Zuchtzulassung für das Tier zu erhalten. Außerdem achten sie darauf, dass nicht zwei Träger eines Defekts miteinander verpaart werden.

    Ich kenne den theoretischen Unterschied zwischen Vermehrern und Züchtern durchaus. Sehe ihn aber nicht.

    Seriöse Zucht ist in meinen Augen gelebter Tierschutz. Warum ich das so sehe, erkläre ich dir gerne am Beispiel der Zucht unseres Fynns. Fynn stammt aus einem seriösen VdH-Kennel und kam im Alter von 16 Wochen in schlechtem Zustand zurück zur Züchterin. Seine Käufer hatten offensichtlich falsche Vorstellungen vom Zusammenleben mit einem Welpen, waren überfordert, haben die Lust verloren und wollten den Hund schließlich loswerden. Als der Züchterin dies bekannt wurde, hat sie umgehend die Reißleine gezogen, das Tier zurückgekauft, medizinisch versorgen lassen, zwei Monate lang gepäppelt und „resozialisiert“. Fynn landete somit weder in den Kleinanzeigen noch musste er unter Einsatz von Steuergeldern und Spenden in einem Tierheim untergebracht werden.

    Fynns Züchterin ist mittlerweile leider verstorben. Seit ihrem Tod haben zwei weitere Hunde aus ihrer Zucht das jeweilige Zuhause verloren, weil sich in einem Fall die Lebensumstände und im anderen Fall der Gesundheitszustand der Besitzer stark verschlechtert hatten. Auch diese beiden Tiere mussten weder über Verkaufsportale noch über Tierschutzeinrichtungen vermittelt werden. Das Züchternetzwerk hat sich sofort gekümmert, die Hunde privat aufgenommen, versorgt und schließlich in geeignete, rassekundige Hände gegeben.

    Für mich ist diese Art „Lebensversicherung“ oder Rückfallebene, die ein Hund aus VdH-Zucht üblicherweise mitbringt, gelebter Tierschutz und einer der Gründe, warum ich Hunde von seriösen Züchtern habe. Egal, was mir und meiner Familie widerfährt: Unsere Hunde haben lebenslang ein sicheres, rassegerechtes Unterkommen.