Puh, also das wird jetzt ganz schön verkopft. Dieses dezidierte Aufrechnen, damit ja niemand zu kurz kommt, ist auch irgendwie so eine typisch deutsche Sache, kann das sein? Letzten Endes sollte es allen, AG und AN, gemeinsam darum gehen, das bestmögliche Ergebnis der jeweiligen Arbeit zu liefern - und nicht darum, dass Person x die bezahlten 8 Stunden körperlich anwesend ist. Dazu braucht es physisch und psychisch gesunde Mitarbeitende und genau dafür sind zum Beispiel Arzttermine da - die sind also streng genommen in meinen Augen nicht nur Privatsache, sondern dienen dem Allgemeinwohl.
Diese Ansicht ist womöglich etwas zu modern für das eingefahrene System. Vielleicht auch utopisch in einer sehr gewinnorientierten, Ich-bezogenen Gesellschaft. Deshalb bin ich froh, freiberuflich arbeiten zu können, ich würde sonst vermutlich durchdrehen.Dann sind wir bei zwei Sorten AN .... die einen mit der 4 Tage Woche, der erfüllten Work-Life Balance, die ja ach so effizient sind .... und die Anderen, die vor lauter Überstunden nicht mehr ein oder aus wissen (Erzieher, Krankenpfleger, Busfahrer, Verkäufer) ohne die das System gnadenlos zusammenbricht ... und zwar sofort
Aber sie haben den erhebenden Moment....
Im Jahr 1903 (Kelm 2012) wurde
von der Berufsorganisation der Krankenpflege in Deutschland ein 8-Stunden
Arbeitstag gefordert, welcher aber von der Politik sehr kritisch gesehen wurde. Man
glaubte, mit einem 8- Stunden Dienst würden schwere Schäden für die Kranken
entstehen, da nicht genügend Pflegematerial zur Verfügung steht. Oder aber, es
gehe der erhebende Moment der Aufopferung verloren. Man ging davon aus, dass
der Pflegeberuf ausschließlich auf Nächstenliebe und Selbstverleugnung basiere.
Und ist es nicht klasse das man als busfahrer, Verkäufer etc tatkräftig die wlb unterstützen kann?
Das ist doch auch voll erhebend