Beiträge von Munchkin1

    Ich habe für jedes Lebewesen, ob Mensch ob Tier, das mir wichtig war, einen kleinen Stern gravieren lassen, mit Namen der Person.

    Die Sterne hängen im Garten an einem Baum.
    Anfangs klebten sie auf einer Leinwand im Wohnzimmer, fühlte sich aber nicht gut an, Sterne gehören raus.
    So habe ich sie bei mir, sie können mit mir umziehen, sollte das nötig sein und ich habe einen Trauerplatz

    Ich spiel mal wieder des Teufels Advokat, weil ich die Rolle so mag :pfeif:

    Also ein winziges bisschen kann ich verstehen, was für ein kuschelig warmes Gefühl es ist, wenn man im Kopf den Gedanken haben kann, dass der große, böse Alphawolf meinen (objektiv vielleicht gar nicht so) kleinen hilflosen Hintern bewacht.
    Und Übergriffe gibt es längst nicht mehr nur in Kriegsgebieten, die letzten zwei Wochen habe ich das eindrucksvoll lernen dürfen.

    ABER: Diese Rechnung geht in der Form beim TE nicht auf.
    Beim TE sieht es eher aus wie im Kindergarten, wenn die Tante mal kurz auf Toilette ist und die Bande sich unbeobachtet fühlt oder in einer Brennpunktschulklasse, die mit einem völlig überforderten Referendar alleine gelassen wird und in der die Klassenmachos denken, sie könnten ihre drei Sackhaare lüften und Problem.
    Die Hunde machen, was ihnen gefällt und der TE schaut mal wohlwollend und mal hilflos dabei zu und wundert sich über die Steigerung der Spirale.
    Tiere hetzen lassen, sich angreifen lassen, Beißereien zulassen. Wo soll da die Grenze sein?
    Bislang ist nichts Ernstes passiert, das wird aber wohl nur eine Frage der Zeit sein. Leider.

    Lieber TE: wären die Hunde gehorsam (wie du behauptest) und du der BigBoss (wie du behauptest), dann wäre es NIEMALS zu Bissen diner Person gekommen.
    Die allermeisten Halter kriegen es hin, ihre Hunde zu managen, ohne unzufrieden zu sein.
    Hier bei mir wohnen 45kg energiegeladener Junghund, der im Schutzdienst ausgebildet wird, also das Beißen mit voller Möhre als Hobby hat. Und dennoch käme der NIE auf die Idee, einen Zahnabdruck bei mir oder meinem Kind zu hinterlassen, nicht mal im wildesten Spiel. Warum?
    Erziehung. Ich BIN tatsächlich für ihn der Gott seines Universums und er weiß, was sich gehört und was nicht.

    Ich finde erstaunlich, auf was für Ideen die Menschen kommen, wenn es um Tiere geht.
    Die Grundbedürfnisse so einzuschränken, dass außer Luft und Nahrung eigentlich nichts mehr bleibt ist wirklich befremdlich.
    Egal ob Sportpferd oder nicht, ich finde das pervers.

    Meine vierbeinigen Terroristen durften immer rennen, toben, wälzen, spielen.
    Der Anblick eines Pferdes, das völlig frei durchstarten kann, im gestreckten Galopp über 15h unsicher machen kann, das spielen kann mit Spielpartnern und das freiwillig zum Halter zurück kommt, schmust und einfach Urvertrauen hat, das macht kein materieller Wert dem Pferd wieder gut.
    Und auch mir als Halter nicht.

    Ich war heute im stadtnahen Wäldchen mit den Hunden unterwegs.
    Wenige Meter vor mir kam ein Mann aus einer Rückeschneise. Der Gute hielt seinen Parka auf und hatte drunter nichts an außer einer Halskette. Ich dachte nur - es ist kalt, es regnet - und dann musste ich lachen. Das war wohl die beste Reaktion, jedenfalls verschwand er genau so schnell wieder wie er auf den Weg gehüpft ist.

    Ich werde dort in den nächsten Tagen nicht mehr spazieren gehen.

    Margarete

    Ins Lächerliche ziehen wurde uns in der Schule von der Polizei geraten.
    Also blöde Sprüche wie: „Oh wie niedlich, sieht aus wie ein Penis aber in klein“ oder laut lachen.
    Das verwirrt den Exhibitionisten und treibt ihn in die Flucht, weil er mit dieser Reaktion weder rechnet noch spontan darauf reagieren kann.

    Finde ich cool, aber nicht klug, wenn ich im Dunkeln alleine so einem Würstchen begegne. Nicht, dass ich dem sein schrumpeliges Ego ankratze und der sauer wird, statt zu flüchten.

    Um mal Teufels Advokat zu spielen (und glaub mir, ich bin die erste, die für Auslauf plädiert):

    Was macht man denn mit so einem Kandidaten, der schlichtweg nicht zauntreu ist?
    Du kannst ja nur bis zu einer gewissen Grenze Strom drauf legen. Wenn die Stute aber gut isoliert mit Decke durch läuft uder drüber geht, kannst du dir die Mühe gleich sparen. Ebenso Holzzäune - da geht sie drüber.
    Aktuell steht sie, wenn sie raus kommt, auf einem Minipaddock zwischen Gebäuden, wo sie von zwei Seiten eingerahmt ist durch feste Wände. Aber eine Lösung ist das auch nicht, denn du kannst ja nicht 4x voll einzäunen oder einen Käfig mit 2,5m Höhe bauen, organisatorisch nicht möglich.
    Und selbst WENN sie dann auf dem Paddock bleiben würde, wäre sie immer noch alleine und würde ihre Runden ähnlich einem Tiger im Zoo drehen

    Mein Verständnis einer heilen rosa Ponywelt setzt viel früher an bzw jetzt viel kleiner: erst mal Akzeptanz eines anderen Pferdes neben sich in Sichtweite. Da müsste man experimentieren ob Männlein, Weiblein, bis man als Boxennachbarn jemand sympathischen hat. Mit viel Futter, Geduld, Zeit, quasi eine Resozialisation.
    Und dann langsam in die Halle getrennt durch Litze und Menschen nebeneinander arbeiten, führen, laufen lassen. Bis man einen Punkt erreicht hat, an dem beide nebeneinander stehen können ohne Stress. Das muss möglich sein mit dem richtigen Partner und der richtigen Handhabe.
    Und dann raus mit beiden. Zwei Paddocks nebeneinander. Täglich frische Luft, Beine strecken lassen.
    Wenn es ideal läuft, nach einer Weile zusammen lassen.
    Ich persönlich würde dieses Pferd möglichst nicht mehr in der Box halten, lieber einen Alcatraz-Offenstall mit 2m hohen Gittern, aber Platz, Bewegung, Luft. Sportpferd hin oder her, das ist sie täglich maximal 1 Stunde. 23 Stunden am Tag ist sie jedoch „nur“ normales Pferd und das wiegt schwerer

    Leider nicht.

    Die Stute hat ausreichend Futter und Wasser, wird medizinisch versorgt, die Box entspricht den Normen. Luft und Licht sind genügend vorhanden. Sie sieht unter der Decke nicht schlimm genug aus.
    Zeig einem Amtsvererinär ein Pferd, dass draußen den Larry macht und kaum einer wird fragen, warum, sondern gleich zum Boxenknast raten.

    Solange Tiere nicht sprechen können, müssen sie für die Dummheit der Besitzer herhalten