Um mal Teufels Advokat zu spielen (und glaub mir, ich bin die erste, die für Auslauf plädiert):
Was macht man denn mit so einem Kandidaten, der schlichtweg nicht zauntreu ist?
Du kannst ja nur bis zu einer gewissen Grenze Strom drauf legen. Wenn die Stute aber gut isoliert mit Decke durch läuft uder drüber geht, kannst du dir die Mühe gleich sparen. Ebenso Holzzäune - da geht sie drüber.
Aktuell steht sie, wenn sie raus kommt, auf einem Minipaddock zwischen Gebäuden, wo sie von zwei Seiten eingerahmt ist durch feste Wände. Aber eine Lösung ist das auch nicht, denn du kannst ja nicht 4x voll einzäunen oder einen Käfig mit 2,5m Höhe bauen, organisatorisch nicht möglich.
Und selbst WENN sie dann auf dem Paddock bleiben würde, wäre sie immer noch alleine und würde ihre Runden ähnlich einem Tiger im Zoo drehen
Mein Verständnis einer heilen rosa Ponywelt setzt viel früher an bzw jetzt viel kleiner: erst mal Akzeptanz eines anderen Pferdes neben sich in Sichtweite. Da müsste man experimentieren ob Männlein, Weiblein, bis man als Boxennachbarn jemand sympathischen hat. Mit viel Futter, Geduld, Zeit, quasi eine Resozialisation.
Und dann langsam in die Halle getrennt durch Litze und Menschen nebeneinander arbeiten, führen, laufen lassen. Bis man einen Punkt erreicht hat, an dem beide nebeneinander stehen können ohne Stress. Das muss möglich sein mit dem richtigen Partner und der richtigen Handhabe.
Und dann raus mit beiden. Zwei Paddocks nebeneinander. Täglich frische Luft, Beine strecken lassen.
Wenn es ideal läuft, nach einer Weile zusammen lassen.
Ich persönlich würde dieses Pferd möglichst nicht mehr in der Box halten, lieber einen Alcatraz-Offenstall mit 2m hohen Gittern, aber Platz, Bewegung, Luft. Sportpferd hin oder her, das ist sie täglich maximal 1 Stunde. 23 Stunden am Tag ist sie jedoch „nur“ normales Pferd und das wiegt schwerer