Beiträge von Munchkin1

    Oh Mann, es scheint wirklich schwer zu sein, die objektiven Tatsachen zu beurteilen.

    Tatsache:
    1 kleiner Hund wurde von 5 großen ungesicherten Hunden getötet.
    Der Rudelbesitzer hat nicht rechtzeitig gesichert.

    Mehr Tatsachen gibt es nicht.
    Wir können jetzt mutmaßen, alles in alle Richtungen verdrehen, die Schuld jedem der Beteiligten geben.
    Im Übrigen möchte ich drauf hinweisen, dass genau DAS hier NICHT passiert, denn sonst wäre sicher auch irgendwo der Strang aufgetaucht, dass der Spitz ebenfalls ungesichert war und man ja nicht wissen könne, ob er vlt zuerst gepöbelt habe.

    Eine unfreundliche Begegnung 5:1 mit massivem Größenunterschied wird IMMER zum Nachteil eines der Hunde ausgehen. Immer.
    Es ist völlig legitim, sich über den Halter zu ärgern und ihm einmal eine solche Begegnung mit seinen eigenen Hunden an den Hals zu wünschen.
    Es ist völlig legitim, Maßnahmen gegen DIESE Hunde zu verlangen, eine korrekte Einschätzung zu verlangen und je nachdem, wie diese ausfällt auch die entsprechenden Konsequenzen, von Sicherung über Euthanasie wie im Fall Chico.
    Es ist aber einfach nur paranoid (um mal deutliche Worte zu finden), sich hinzustellen und pauschal gegen alle Großhundehalter zu wettern, alle Großhunden mit Vorgeschichte oder ohne pauschal in die Kammer schicken zu wollen, weil hier EIN Halter völlig idiotisch war.
    Da sind wir dann sehr sehr schnell wieder in einer Politik, die Bauernopfer sucht, die Opferlämmer sucht, statt sich des eigentlichen Problems anzunehmen.

    Denn mal angenommen, rein theoretisch, von jetzt auf gleich verschwinden alle Großhunde - meine Kristallkugel sagt, Beißvorfälle, auch mit tödlichem Ausgang, wird es weiterhin geben.

    Nein, dem Halter gehören definitiv die Eier bis an die Ohrläppchen geknotet wegen massiver Blödheit und Rücksichtslosigkeit.
    Was mit den Hunden ist, schwierig zu beurteilen. Sicher weg von dem Halter. Aus dem Bauchgefühl heraus nicht mehr als Rudel zu halten.
    Wenn es bereits Vorfälle dieser Art gab und sich der HH über Auflagen hinweggesetzt hat, sind diese Hunde nicht mehr vermittelbar. Höchstens an „Spinner“, die wahlweise masochistisch-philantrop oder größenwahnsinnig sind.
    War das ein Einzelfall, wäre eine Begutachtung und Vermittlung unter Auflagen an geeignetere Halter denkbar.

    Zu meinem ersten kam ich wie die Jungfrau zum Kinde und wusste zwar, da ist was

    So ging es mir mit meinem ersten Schäfi (dem Unverträglichen) ebenfalls:

    Spoiler anzeigen

    Secondhand Hund, Besitzer wurde Pflegefall, der Hund musste schnell weg. Das entsprach übrigens der Wahrheit, den Herrn habe ich kennengelernt. Probegassi unauffällig aber ohne Hundebegegnung, der Hund war ein Traum, wurde als unauffällig beschrieben, zeigte sich genauso.
    Als sich das Problem zeigte, was sollte ich tun? Zurück war keine Option, er hatte kein Zuhause, musste dort im Schuppen wohnen wegen Ersthund der Tochter. Tierheim für einen 7-jährigem Rüden mit Artgenossenaggression? Keine Option. Weiter vermitteln nach ein paar Tagen? Keine Option, mal abgesehen davon, dass ihn niemand genommen hätte.
    Mit blieben Trainer, Sicherung und viele Gebete. Darum kann ich aus Erfahrung sprechen, dieser Hund HÄTTE getötet, wenn er gekonnt hätte, aber da er AUSNAHMSLOS IMMER gesichert war wie Hannibal Lecter, wenn er die Chance hätte haben können, einen Hund zu verletzen, ist niemals etwas passiert.

    Manchmal hat man halt den Hund sitzen und muss die Optionen abwägen. Der Hund ist da, er lebt, er braucht ein Zuhause. Wie viele, viele andere Hunde auch. Nur kann so ein Hund nicht zu jedem Halter.
    Kann man diesen bestimmten Hund halten, mit all seinen Special Effects, mit aller Verantwortung, mit allen positiven und negativen Aspekten?
    Oder muss eine andere Lösung her?

    Ahhh ich freu mich über meinen Hund.

    Grad beim Abendgassi (doppelt gesichert) böllerte die Nachbarschaft, teils direkt neben uns. Null Reaktion.
    Halt Stopp, nein: als ein Böller 5m vor uns im Gebüsch zündete, wanderte der Kopf einmal zu mir, dann wurde weiter gepieselt.
    Spaßeshalber habe ich dann die in der Jackentasche wiedergefunden Pfeife benutzt. JEDES! MAL! Kam er sofort angelaufen, obwohl er an der Leine nur wenige Schritte weg war und setzte sich unaufgefordert ins Fuß. Trotz Böllern.
    Selbstverständlich wurde großzügig belohnt.

    Ich liebe diesen Hund einfach für seine saucoole Art

    Weil DU schlechte Erfahrungen mit einer bestimmten Rasse gemacht hast, ist das aber nicht ausschlaggebend für die Gesamtheit aller Rassevertreter.
    Ich hatte mit meinem ersten Schäfi etliche Beißereien, keine davon ging von uns aus, weil meiner immer doppelt gesichert war wegen massiver Unverträglichkeit. Und weißt du, wer der Aggressor war? Der Familiengoldie. Der Wuschelmix. Der unauffällige Kleinhund. Die hingen regelmäßig im Kragen.

    Mit SoKas hatte ICH nie schlechte Erfahrungen. Mailo spielt regelmäßig mit einer Staffhündin, einer Bullyhündin, einem Mastiff Rüden. Auch im Rudel. Auch mit kleineren Hunden dazwischen. Aber es sind alles Einzelhunde, da geht das

    Tragisch...

    Aber zu dem ‘könnten auch 5 Neufundländer‘ (und andere gewesen sein), halte ICH für nun ja. Man muss schon auch mal die Geschichte/Entwicklung der Rassen anschauen.
    Ich bin nicht der Meinung, dass da irgendein Hund was für kann und habe nichts gegen Listenhunde, aber schönreden und konstruieren muss man doch da echt nicht.

    Das hat doch nichts mit schönreden zu tun.
    Ich habe ja niemals gesagt, dass das Verhalten gut und richtig war. Dass diese Hunde sich absolut korrekt verhalten haben.
    Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass die Hauptproblematik seitens der Hunde in DIESEM Fall die Rudeldynamik gekoppelt mit dem Größenunterschied gewesen ist.
    Es ist völlig sinnfrei, daraus eine Hexenjagd in eine oder die andere Richtung zu entwickeln, damit sind DIESE Hunde nicht weniger gefährlich und dynamisch. Weder kann man daraus gesichert ableiten, dass alle Staffs lebensgefährlich sind und im Rudel morden, noch kann man daraus ableiten, dass alle Staffs Stofftiere sind und in beliebiger Konstellation und Menge gehalten und ungesichert geführt werden können.
    Interessanter wäre eher eine Schulung von Mehrhundehaltern zum Thema, unabhängig von Rasse und Größe

    Nach wie vor bin ich der Meinung, dass Rasse hier absolut nichts zu sagen hat.
    Es hätten ebensogut 5 Schäferhunde, 5 Labradore, 5 Bernhardiner oder 5 Neufundländer sein können.
    Bedeutsam ist, dass ein Rudel aus 5 größeren Hunden einen kleinen getötet hat.

    Hier in dem Fall sind gleich zwei tragische Probleme aufgetreten:
    1. Das Verhalten der Hunde
    2. Das Verhalten des Halters des Rudels

    Diese Probleme müssen aber getrennt voneinander beurteilt und gelöst/verhindert werden, denn ich wage zu bezweifeln, dass man eine Lösung für beides finden wird

    Erwähnte ich mal, dass Mailo etwas anders ist als die meisten Hunde?

    Hier hat irgendein Idiot grade einen Polenböller gezündet.
    Mein Hund steht auf, schaut aus dem Fenster, schauft und legt sich wieder hin. Sein erstes Silvester hat er komplett verpennt.

    Wo er etwas empfindlich ist, sind die Dampf-und Rauchschwaden, die mag er nicht, aber es gibt keine kopflose Panik oder Angst, der schnauft nur öfter, mag sich lieber schnell lösen und wieder rein, also nichts Wildes.

    Trotzdem läuft er mir bis zum 03.01 doppelt gesichert - besser so als Dino weg, weil er einen Böller fangen will