Beiträge von Munchkin1

    Wie alt ist euer Hund denn jetzt?

    Ihr habt einen deprivierten Hund, der nicht viel kennt (wenn überhaupt etwas). Vieles entwickelt sich mit der Zeit, manches jedoch nicht.

    Was ich lese:
    Die Basis stimmt nicht, ihr feilt aber an Feinheiten.
    Euer Hund und ihr habt ein grundlegend verschiedenes Verständnis von euren Rollen und Aufgaben.
    Euer Hund soll laut euch kuscheln und Sozialpartner sein, mit euch interagieren.
    Euer Hund hat daran aber kein oder nur geringes Interesse.
    Prinzipiell ist mein Rat bei „Großbaustellen“ immer - holt einen Trainer ins Haus, der sich das mal live anschaut, denn der Spalt zwischen Aggression, Angst und falscher Spielaufforderung ist haarfein

    Zum Thema Kuscheln:
    Bis zum Alter von etwa 6 Monaten war ich als Schmusepartner Mailo furzegal.
    Seitdem hat er sich so extrem zum Kampfschmuser entwickelt, das hätte niemand erwartet.
    Ich habe aber nie gezwungen, nie erwartet. Wäre er kein Schmuser, wäre das genauso ok, er ist nunmal ein Lebewesen mit eigem Willen und kein Stofftier

    Zum Thema Ausbruchskünstler, bis ich gerafft habe, was da passiert, hat es echt gedauert:

    Ich bringe die Pferde auf den Paddock, muss dazu an diversen Paddocks vorbei. Auf dem Rückweg sehe ich, dass auf einem Paddock weiter hinten ein Pferd auf der Seite liegt und zappelt.
    Ich dachte anfangs - festgelegen? Bin hingegangen, hab nochmal geschaut. War doch recht nah am Zaun, aber kein Graben, ebener Boden.
    Bisl geschnalzt, nichts, das Pferd lag und zappelte.
    Das kam mir echt komisch vor, also bin ich direkt an den Zaun und fand des Rätsels Lösung:
    Herr Wallach wollte unter der untersten Litze durchrobben, hat sich an dem Tag aber verschätzt und ist so blöde hingeplumpst, dass er sich die stromführende Litze ZWISCHEN HUF UND EISEN geklemmt hatte. Das war sicher verflucht unangenehm, aber aus eigener Kraft kam der da so nicht mehr weg, er lag ja auf der Seite.
    Ich war dann nicht sehr sensibel mit dem armen Tier. Da ich nicht in den Stall zurück wollte, um den Strom auszuschalten und dann zum Paddock zurück, hab ich mit meinem Strick einmal saftig auf den Schinken gezielt, das Pferd trat in meine Richtung und die Litze riss. Der Stromfluss war unterbrochen und der Patient rappelte sich furzbuckelnd wieder auf, bleibende Schäden also ausgeschlossen.

    Seitdem wundert mich gar nichts mehr

    Wer ist Jessicam?

    Spaßbeitrag? :???:

    Leider kein Spaßbeitrag.

    Mach dir mal den Spaß und wühle dich mal durch die Beiträge des Users Jessicam und dann durch die Beiträge dieses Users.
    Die Baustelle ist nicht das renovierte Haus, sondern der unerzogene Hund, dessen Namen sich der User selbst nicht merken kann, mit dem der User überfordert ist, ein Halter, der keinerlei Hilfsangebote annimmt und sich immer mehr in Widersprüchen verstrickt. Ein unsauberer Hund, der rammelt, fiddelt und mit (angeblich) 8 Monaten alles und jeden kontrollieren will.


    Das mit 6 Monaten Renovierung (wüsste nicht, welche Renovierung so lange so laut sein sollte, wenn man nicht grade am BER wohnt), da ist für den Hund die Abgabe echt die gnädigere Lösung

    Das Ausbrechen war eine zeitlang bei uns im Stall Thema, zum Glück haben die SB sehr schnell reagiert.
    Akteure:
    •Jungspund, der dank Decke durch jeden Zaun marschiert ist. DURCH den Zaun, weil er den Strom nicht mehr direkt gespürt hat. Die Besitzer bekamen zur Wahl den Herren entweder ohne Decke raus zu stellen oder sich an den Baukosten eines massiven Paddocks zu beteiligen. Er steht jetzt ohne Decke und bleibt auf dem Paddock.

    •Wallach, auf einem Auge blind. Springt ÜBER Zäune, wenn er Panik bekommt.
    Bleibt mit der Herde problemlos draußen, muss aber als letzter raus und als erster rein, damit er keine Panik bekommt, wenn die Herdenzusammenstellung sich ändert.

    Den frechen Schulponys hat bisl mehr Saft auf dem Zaun geholfen, ihren Freiheitsdrang zu kontrollieren.
    Ansonsten eben nur Management

    Ketten und Stachelhalsbänder habe ich schon live fliegen sehen.
    Bei Stachelhalsbändern springen die einzelnen Glieder an den Stellen auseinander, an denen man welche einfügen oder entnehmen kann. Hört sich fies an, aber dazu braucht es kaum Kraft, habe ich sehr eindrucksvoll von einem wütenden Hund bewiesen bekommen (nicht Mailo).
    Ketten fliegen gerne an den Schweißstellen auseinander, selbst die extrem dicken.

    Persönlich bin ich begeistert von dicken Leder- oder Nylonhalsbändern, wie Lorbas schreibt mit Schnalle, ideal mit Sattlernaht.
    Aktuell habe ich eins aus Nylon von PatentoDog hier, auf den Griff verwette ich keinen Cent, das Halsband jedoch ist massiv und hält.
    Und eins aus dickem Sattlerleder, günstig über die Kleinanzeigen bekommen, weil eben sehr groß. Der Hund, der DAS zerreißt, muss erst noch geboren werden, das würde sich auch als Halsring beim Pferd eignen.

    Habt ihr mal Boneguard ausprobiert?

    Mein XXL Zerstörer bekommt tatsächlich nur sehr große und sehr harte Sachen, sehe ich kleine Teile entsorge ich umgehend.
    Ansonsten sind Nylabones eine Alternative, wenn der Hund sie nimmt, die sind nicht steinhart und mit bisl Geschick bastelt man da schnell einen Halter dran

    Alles eine Frage der Organisation und für den ABSOLUTEN Katastrophenfall eines guten sozialen Netzwerkes.

    Ich bin alleinerziehend, immer schon gewesen, September 2017 zog ein Welpe ein, mein Sohn war derweil 8. Welpe deswegen, weil ich absehbar länger zuhause arbeiten konnte.

    Lösen nachts alle 2 Stunden vor die Tür und zurück - da hatte ich wenig Sorgen mein schlafendes Kind alleine zu lassen.
    Um 5 aufstehen, Lösen, Frühstück vorbereiten, Hund füttern, anziehen, Kind wecken blablabla.
    Gassi auf dem Weg zur Haltestelle mit dem Kind (gleichzeitig erstes MiniTraining)
    Während meiner Arbeit pennt der Hund. Den sehe ich (außer zum Lösen in Welpenzeiten) vor 12 Uhr nicht wieder.
    Längere Runde mit ausführlichem Training wahlweise zwischen 13 und 15:30 wenn wir Junior vom Schulbus abholen oder ab 17 Uhr, dann kommt Junior mit.
    Abgestimmt wird das am Vortag, ich involviere meinen Sohn in die Entscheidung.

    TA Termine lege ich so, dass Keks entweder bei Oma und Opa sein kann oder auf Zeiten, an denen er in Hort und co versorgt ist.
    Ansonsten lernen Kinder von Alleinerziehenden ohnehin sehr schnell sehr selbstständig zu sein.
    Da geht es um grundlegende Dinge wie zB Einkaufen - wenn er nicht mit will, muss er einen Moment alleine zuhause warten.
    Auch ich kann mal Zahnweh haben - dann muss der Kleine eben versorgt sein, mitkommen oder alleine warten.

    Natürlich ist schön anders, aber MÖGLICH ist es auf alle Fälle, wenn man möchte

    Das wird flapsig gesagt am gesellschaftlichen Wandel liegen und daran, dass jetzt Menschen mit verschiedenen Interessen um die Ressource Platz „konkurrieren“ und dazwischen steht der Hund als Streitobjekt mit wechselnder Bedeutung.

    Mal ausführlicher erklärt:
    Früher - man arbeitete, meist körperlich und hart. Wer einen Hund hatte, hatte meist einen großen Hund, der Haus und Hof hütete, den Hof selten verließ. Oder einen anderen „Nutzen“ für den Hund, was also Schäfer, Jäger, blablabla, sprich die Hunde waren ausgelastet, gehorsam, einfach lebensnotwendig. Kleinere Hunde waren Luxusgüter und keine Nutztiere, dementsprechend seltener angetroffen. Wenn sich Hundehalter und Nicht-Hundehalter nun begegneten, geschah dies seltener, es gab weniger Gassigänge und weniger aktive Frischluftfans.
    Hundeerziehung lief anders: Gebrauchshunde hatten zu funktionieren, egal wie. „Luxushunde“ habe ich in meiner Kindheit niemals offline erlebt. Und ich war immer ein Tierjunkie.
    Zudem (und das darf man echt nicht unterschätzen) hatten die Medien andere Themen zur Berichterstattung. Einem Hundebiss krähte damals kein Hahn nach, sowas müsste schon echt spektakulär sein oder die falsche Person treffen, um Schlagzeile zu machen. Zweck der Medien war Informationsverbreitung per se und danach erst die Verkaufszahlen.

    Heute - Die Menschen zieht es hinaus ins Freie.
    Hobbys werden vermehrt draußen ausgelebt, denn es hat sich rumgesprochen, dass bei unserem Indoor Lebensstil frische Luft und Bewegung gesund sein sollen und gesund wollen alle bleiben. Die Arbeit wird weniger körperlich und mehr ins Innere verlegt, Bewegungsdrang ist da.
    Hundehalter gehen weg von der Idee des Hundes als Nutztier und hin zur Vorstellung des Hundes als Familienmitglieds mit eigenen Rechten. Somit wird dem Hund das Recht auf Freilauf zugestanden, er nimmt also ebenfalls Raum ein im öffentlichen Leben.
    Vorfälle werden durch die Medien immer reißerischer dargestellt, denn es zählt schon lange nicht mehr der Zweck der Informationsverbreitung, sondern die Verkaufszahlen haben Vorrang.

    Joa und in diesem Wandel stehen nun der Freizeitfan, der Hundehalter und der Hund an einem Ort, der „früher“ wohl maximal von einem von ihnen genutzt worden wäre.
    Jeder will den Ort nutzen. Man kommt sich in die Quere. Ausweichen und Rücksicht nehmen ist doch out, wenn es um die eigene Person geht - noch so ein Wandel.

    Das muss ja schiefgehen

    Auch wenn du das vermutlich grade nicht lesen möchtest - ab in die Klinik, sofort!
    Ich habe einen Hund an seinem eigenen Blut ersticken sehen, sowas von elendig so ein Tod, das wünscht du wirklich niemandem.
    Das Nasenbluten ist höchstes Alarmzeichen, nimm das bitte dringendst ernst und hol euch beiden Hilfe