Beiträge von Munchkin1

    In meinen Augen macht Bokr sich lächerlich, weil sie je nach gewünschtem Medium ihre Aussage ändert.

    Ich habe jetzt zum Thema Chico 3 verschiedene Aussagen von ihr gehört:
    Sie hätte ihn nicht genommen, weil er getötet hat
    Sie hätte ihn wieder hinbekommen, man muss aber abwägen
    Sie hätte ihn genommen, denn jeder verdient eine zweite Chance

    Ja was denn nun?

    Also ist es doch nicht nur die Leinenführigkeit.

    Der Bengel weiß gar nicht wohin mit sich vor lauter... tja was genau die Ursache ist, kann man schlecht auf Entfernung sagen.

    Magst du vlt mal eine solche Fressszene oder Schnüffeleinheit filmen?
    Ich stell mir grade hektisches hin und her vor, die Hälfte fällt aus der Gusch und hätte da gerne mal ein Bild zu

    Also ich lese aus deinen Posts heraus, dass du viele Vorstellungen von anderen gefunden hast, wie es am Ende aussehen soll.
    Der Hund soll brav an der Leine gehen ohne zu ziehen, er soll Sitz, Platz und Fuß können, er soll, soll, soll...

    Du hast Wege anderer gefunden (Vorsitz und anschauen), die für euch nicht ideal funktionieren.

    Du machst dir Gedanken darüber, wie es weiter gehen kann - ohne die Basis gelegt zu haben.

    Halt. Stopp. Cut.
    Zurück.

    Jetzt bleiben wir mal bei deinem Hund.

    Nimm dir ein Glas Wein (oder was auch immer du gerne trinkst). Eine Tüte Chips (oder was auch immer du gerne nascht). Setz dich auf die Couch (oder wo auch immer du es bequem hast und gut grübeln kannst).
    Und dann fangen wir mal mit Brainstorming an:

    Ressourcen
    Was kann dein Hund gut?
    Was mag dein Hund gerne?
    Was kannst du gut im Umgang mit dem Hund?
    Was macht dir Freude im Umgang mit dem Hund?

    Baustellen
    Was sind die größten Baustellen des Hundes? Konkret bitte, keine Verallgemeinerungen
    Was sind DEINE größten Hindernisse im Umgang mit dem Hund?

    Ziele
    Was musst du dringend erreichen?
    Was muss erreicht werden, hat aber Zeit?
    Was wäre ein tolles Extra?

    Geh weg von den Vorstellungen anderer, bleib bei euch. Wenn du keinen sauberen Vorsitz brauchst, verzichte zugunsten der Leinenführigkeit drauf.
    Nur so als Beispiel.
    Etliche Wege führen ans Ziel, ihr habt euren noch nicht gefunden.

    Bleiben wir mal beim Beispiel „Sitz“

    Du hast das Leckerli in der Hand.
    Der Hund darf Kontakt mit der Hand aufnehmen (und dabei würde ich anfangs sogar schon aufhören).
    Die Hand bewegt sich langsam über den Kopf des Hundes, der Hund folgt der Hand (nächster Stop).
    Die Hand ist so hoch, dass der Hund sich setzen muss, um den Hals zu strecken, wenn er die Hand beobachten will.
    In dem Moment, in dem der Hundepopo den Boden berührt, geht die Hand auf und das Lecker wird freigegeben.

    Der Hund muss noch gar nicht sitzen, erst recht nicht länger als den Bruchteil einer Sekunde.
    Das sitzen BLEIBEN ist eine völlig neue Übung.

    Reißt er dir das Lecker aus der Hand, weil er Männchen statt Sitz macht, nimm die Hand höher.
    Sitzt er bereits, warst du zu langsam mit dem belohnen.
    Wenn er sitzend vom Lecker wegschaut, warst du zu langsam, du belohnst fürs Hinsetzen, nichts fürs sitzen bleiben, das kommt später

    Wiese ist suboptimal für den Anfang. Aus deiner Sicht mag die stocklangweilig sein.
    Aus Hundesicht: ein Paradies an Gerüchen. Dazu Geräusche. Wind. Bewegung in Gras und Blättern. Vlt eine Maulwurfsfährte oder eine flitzende Maus.
    Die Sonne blendet oder es regnet oder die Wolken werfen Schatten.
    Das Gras kitzelt an den Pfoten, Erde animiert zum buddeln, weite Fläche zum Laufen und toben.
    Kurz gesagt: ein sensibler Hund, der vlt wirklich neugierig ist, wird eine Wiese niemals als langweilig empfinden.

    Mein Tipp:
    Mach dir zuhause DRINNEN einen Raum fertig. Bisl Platz reicht, muss nicht viel sein, Diele, Wohnzimmer, Hauptsache du kannst dich einmal drehen. Wenn du Kinder hast, schick sie kurz weg. Du bist mit dem Hund alleine.
    Fernseher, Radio, alles das aus, Handy weg.

    Dann die Übung: warum Blickkontakt?
    Was möchtest du damit bezwecken?

    Hunde sind Raubtiere. Blickkontakt ist ein Konstrukt, das wir Menschen als Zeichen für Aufmerksamkeit nehmen und wollen. Wenn ein Hund jemanden konzentriert anblickt (=fixiert), bedeutet das etwas gänzlich anderes.
    Blickkontakt habe ich auch eingeführt, aber nur für 1 Sekunde maximal. „Schau“ bedeutet hier nur „Ich möchte was von dir, achte mal auf mich“. Da reicht ein Blick zu mir.

    Du kannst tendenziell zwei Wege gehen:
    Möchtest du, dass der Hund sich auf etwas konzentriert oder möchtest du mit dem Hund kooperieren, wodurch er sich automatisch auf dich konzentriert?

    Was ist für dich eine reizarme Umgebung?
    Und wie genau meinst du das auf dich konzentrieren?

    Ich gebe dir mal ein Beispiel:
    In reizarmer Umgebung (mein Wohnzimmer) beginnen wir Übungen. Wenn es dort nicht klappt, verändere ich die Übung, nicht die Umgebung.
    Jede Übung kann man verkleinern bis in den Urschleim.
    Klappt das Fuß nicht, nehme ich Touch. Klappt Touch nicht, nehme ich Blick. Klappt Blick nicht auf Kommando, shape ich einen zufälligen Blick.

    Vlt kann man dir besser helfen, wenn du ein konkretes Beispiel nennst