Sehr interessantes Thema - habe gerade eure Diskussion gelesen.
Interessant, aber sehr, sehr schwierig... Ich bin immer wieder geschockt, wenn ich sehe, wie sehr sich rechtes Gedankengut wie eine Seuche immer mehr in den Köpfen der Menschen ausbreitet. Und leider habe ich die Erfahrung schon oftmals machen müssen, dass reden nichts hilft.
Vor vielen Jahren habe ich als Auszubildende nebenbei in einem Bistro bedient. Damals waren Nazis bzw. rechtes Gedankengut noch nicht so verbreitet wie jetzt. Aber wir hatten damals eine Gruppe an Nazis (wirklich Nazis, die durch entsprechende Kleidung ihr Statement klar zum Ausdruck brachten) oftmals im Bistro. Total unerwünscht seitens des Chefs, von uns (obwohl sie sich nicht daneben benahmen) und seitens der Gäste. Es blieb dem Chef nichts anderes übrig, als mit ihnen zu sprechen und sie zu bitten, eine andere Lokalität zu suchen. Das alles hat ihn und uns sehr beschäftigt, wir hatten da echt Bauchweh deswegen - denn eines war klar, dass das alles ganz schnell kippen kann und sie kein Problem haben, sich entsprechend körperlich zur Wehr zu setzen.
Wie will man mit solchen Leuten diskutieren? Leuten, die anderen Angst machen, weil sie einfach radikal in ihrer Einstellung sind. Weil sie einfach andere nicht respektieren? Was will man denen mit Worten entgegen setzen?
Ich diskutiere mit Leuten, die offen für Diskussionen sind. Aber nicht mehr mit Leuten, die außer Stammtischparolen und/ oder Einschüchterungen nichts "zu bieten" haben. Da werde ich ignorant und schotte mich komplett ab.
Daher kann ich den Entschluss der Autorin auch gut nachvollziehen. Und ja, ich kann auch nachvollziehen, dass sie einfach keine Lust hatte, dass ihr Buch in der Diskussion über diese rechten Bücher untergeht. Dass sie dann einfach sagte, nö, will ich nicht (einfach, weil sie diese Bücher nicht unkommentiert lassen kann).
Wie der Buchhändler dies nun in der Öffentlichkeit breit tritt, finde ich nicht gut.