Beiträge von Teetrinkerin

    Für mich sind historische Romane im Mittelalter angesiedelt. Ich weiß, dass manche Romane, die vor einigen Jahrzehnten handeln, schon als historisch bezeichnen, aber das ist für mich nicht so recht passend. Wenn man von historischen Romanen spricht, dürfte das für die meisten vermutlich Romane a la Rebecca Gable, Ken Folett, Noah Gordon etc. sein.

    "Der Richter und sein Henker" von Dürrenmatt z.B. ist in den 50ern angesiedelt. Da der Autor diesen Roman auch zu dieser Zeit geschrieben hat, ist das für mich ein (moderner) Klassiker.

    "Der Trafikant" von Robert Seethaler, der ja in den den späten 30ern des 20. Jahrhunderts spielt, zähle ich, da Seethaler den erst vor wenigen Jahren geschrieben hat, als Belletristik.

    abraxas61

    vielen Dank für deine Rezi. Liest sich einerseits gut, andererseits bin ich ja auch nicht gerade der Typ, für Dramatik, Liebe etc. Na ja, dann kann ich auf jeden Fall getrost aufs Taschenbuch warten ;)


    Ich habe "Der Kater lässt das Mausen nicht" von Charlotte MacLeod beendet. Der Krimi hat mir sehr gefallen, auch wenn ich ein paar Abstriche machen musste, da er doch manchmal etwas klischeebehaftet ist. Dennoch ist das für mich so ein richtiges Wohlfühlbuch.

    Als nächstes möchte ich "Der Salzpfad" von Raynor Winn lesen.

    Nach "Der Cellist von Sarajevo" hab ich ein wenig gebraucht, um mich auf ein neues Buch einlassen zu können. Habe mir nun das totale Kontrastprogramm ausgesucht: "Der Kater lässt das Mausen nicht" von Charlotte MacLeod. Ich hab ein wenig gebraucht, mich drauf einzulassen, aber nun gefällt es mir wieder ausnehmend gut. Keine hohe Literatur, sondern nur wunderbar geschrieben. Ich mag diese schrulligen Krimis sehr.

    Außerdem war ich vorhin im Buchladen. Habe ein Buchgeschenk für meinen Sohn bestellt und für mich noch "Der Salzpfad" von Raynor Winn. Leider hab ich den Fehler gemacht und mich umgeschaut und bin über "Lempi" von Minna Rytisalo gestolpert. Da ich das sowieso lesen wollte....

    Ich habe soeben "Der Cellist von Sarajevo" von Steven Galloway beendet.

    Der Roman erzählt die Geschichten von drei ganz unterschiedlichen Menschen, die im belagerten Sarajevo leben. Einer Stadt, die rundum von Bergen umgeben ist und dadurch ein ideales Ziel für Belagerer und Scharfschützen abgiebt. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser mehr, Nahrungsmittel sind knapp.

    Kenan ist Familienvater und macht sich alle paar Tage auf, um Wasser für seine Familie und eine ältere Nachbarin zu holen. Alle paar Tage begibt er sich in Lebensgefahr, alle paar Tage steht er im Treppenhaus, sinkt auf den Boden und will eigentlich nicht aus dem Haus. Und er weiß, dass er sich auch diesmal wieder auf den Weg machen wird, wie die Male zuvor auch.

    Dragan ist 64 Jahre alt, arbeitet in einer Bäckerei. Seine Frau und seinen Sohn hat er mit einem der letzten Busse aus der Stadt geschafft, vermutlich sind sie in Italien. Seine Wohnung ist zerstört, er lebt bei seiner Schwester und seinem Schwager mit dem er sich nicht besonders versteht. Er versucht, alten Bekannten aus dem Weg zu gehen, er will nicht mitbekommen, wie der Krieg sie verändert hat.

    Und dann ist da noch Strijela - der Strich, wie sich sich nennt. Sie ist Scharfschützin, eine der Besten. Aber sie arbeitet nach ihrer Methode. Sie hat ihr altes Ich abgelegt, in der Hoffnung, irgendwann wieder in ihr altes Ich schlüpfen zu können. Sie begibt sich täglich in Lebensgefahr, um Scharfschützen, die auf wehrlose Zivilisten feuern, abzuschießen. Auch wenn sie "die Bösen" bekämpft, ist sie sich bewusst, dass auch an ihren Händen Blut klebt.

    Diese Fäden laufen bei einem Cellist zusammen, der nachmittags um 4 Uhr aus dem Fenster seiner Wohnung mitansehen muss, wie eine Granate in eine Schlange aus wartenden Menschen einschlägt. 22 Menschen verlieren dabei ihr Leben, als sie sich angestellt haben für einen Laib Brot. Dieser Cellist beschließt, 22 Tage lang an dieser Stelle, an der die Granate eingeschlagen hat, das Adagio in G-Moll von Albinoni zu spielen - um jeden Tag einem der Toten zu gedenken.


    Das Buch ist keine leichte Kost. Fast täglich sehen wir Bilder von Kriegen im Fernsehen und Internet. Und doch ist es was ganz anderes, davon zu lesen. Wirklich zu spüren, wie es diesen Menschen im Krieg ergeht. Welche Ängste und Hoffnungen sie haben. Wie sie versuchen zu überleben. Welche Methoden sie sich zurecht legen, um Straßen unbeschadet überqueren, in der Hoffnung, dass in dem Moment kein Scharfschütze auf sie schießt. Eine Frau sagt im Buch dazu: "Das Sarajevo-Roulette. Weitaus kitzliger als das russische".

    Viele Menschen mussten bei der Belagerung in Sarajevo ihr Leben lassen. Viele unschuldige Passanten, aber auch viele Soldaten. Und da kommt auch im Buch die Frage auf, ist es wirklich weniger schlimm, wenn Soldaten sterben? Ist das verzeihlicher? Sind nicht auch viele Familienväter und unschuldige Männer und Frauen eingezogen worden, die das alles gar nicht wollen?

    Aber es gibt auch die Gegenseite,Menschen, die Profit aus dem Krieg schlagen oder die ihre dunklen Seiten ausleben. Menschen, mit denen man lieber als Normalsterblicher keinen Kontakt pflegen möchte.

    Galloway zeichnet ein eindrückliches und auch bedrückendes Bild. Es erklärt nicht die Umstände, wie es zu dem Krieg kam, wie er sich entwickelt hat und wie er endet. Es beschreibt, wie Menschen sich fühlen, die einem Krieg ausgeliefert sind. Das ist ganz sicher ein Buch, das lange in mir nachhallen wird.

    Wer thematisch schwere Kost erträgt, dem kann ich das Buch empfehlen.

    Mein Fazit zum Buch "Der Wal und das Ende der Welt" von John Ironmonger:

    Mir hat es gut gefallen. Es war spannend, hatte keine Längen und animierte zum Weiterlesen. Sprachlich mag es keine große Literatur sein, tut dem Buch aber absolut keinen Abbruch. Es war dennoch richtig gut. Die Charaktere fand ich gut gezeichnet, mehr noch, es gab einige, die mir ungeheuer sympathisch waren. Auch wenn es eine Dystopie ist, sie war ne beklemmend oder bedrückend. Im Netz hab ich mehrmals den Begriff Wohlfühldystopie gelesen und das trifft ganz genau. Zum Ende hin wird es dann vielleicht ein wenig arg kitschig und zu sehr gut gemeint, aber auch das tut dem Buch keinen Abbruch.

    Mich würde es nicht wundern, wenn das Buch verfilmt würde.

    Ich schließe mich der Leseempfehlung von abraxas61 an.

    Ich bin bei der Hälfte von "Der Wal und das Ende der Welt". Bisher gefällt es mir wirklich gut! Bin schon auf die folgenden Seiten gespannt.

    "Meine geniale Freundin" ist nicht schlecht. Ganz und gar nicht. Aber mir ist es zu ausschweifend. Das empfinde ich dann teilweise als ermüdend. Und ich empfand es nervig, dass am Anfang vom ersten Kapitel eine Szene angerissen wird, die im Laufe der folgenden Seiten immer wieder angesprochen wird, aber man auf S. 87 immer noch nicht weiß, was es damit auf sich hat.

    Es gab einige Stellen im Buch, die fand ich wirklich nett und auch spannend. Aber es gab halt auch einige Längen. An sich würde ich ja gerne wissen, was es mit der Anfangsszene im Prolog auf sich hat, aber dafür muss ich dann sicherlich alle 4 Bände komplett lesen. Das ist einerseits geschickt eingefädelt von der Autorin, andererseits finde ich es auch etwas ärgerlich, dass sie einem den Mund wässrig macht, dann aber in dem Band die Auflösung schuldig bleibt.

    Ferrante lässt mich daher etwas ratlos zurück, wenn es darum geht, wie ich das Buch finden soll. Aber ich kann natürlich auch nachvollziehen, dass sie viele Anhänger hat (nur den Hype kann ich nicht ganz nachvollziehen).

    Und das ist auch das Gute! Jeder hat andere Lesevorlieben und -geschmäcker. Das hält das ganze interessant und spannend. Wär ja langweilig, wenn wir alle das Gleiche gut oder schlecht fänden ;)

    So, und ihr habt mir jetzt Interesse am Franzen geweckt. Den kenne ich nämlich noch gar nicht. Wieder so eine Wissens- bzw. Lektürelücke. Kennt ihr das? Man sollte meinen, je mehr man liest, desto mehr schließen sich die Lücken. Aber ich finde, je mehr man liest, desto mehr Lücken tun sich auf. So bleibt das Hobby jedenfalls spannend ;)

    abraxas61  Monstertier  lilactime

    vielen Dank für eure Einschätzung zum Jungen im gestreiften Pyjama. Das nimmt mir doch ein wenig die Sorge, dass es für sie verstörend sein könnte. Jetzt müsste sie es halt lesen ;) Da liegt derzeit eher das Problem ;)

    hm, ok, ich spar mir dann ab sofort die Mühe :lol:

    Sorry, Asche auf mein Haupt. Deine Antwort ging leider unter. Danke fürs hinweisen (dadurch hab ich deinen Post jetzt gesehen) und für deinen Eindruck!