Beiträge von Teetrinkerin

    Ulixes

    dann war die Lektüre Hesses dem geschuldet, dass man wenig andere Auswahl hatte? Sprich, mit den Möglichkeiten heute hättest du Hesse evtl nicht gelesen?

    Ich weiß noch, wie ich als Kind mit meiner Mutter oft in unsere Dorfbücherei gegangen bin. Sie war im damaligen Rathaus im ersten Stock, erreichbar über eine knarrende Holztreppe und einen relativ dunklen Flur. Die Bücherei war jedoch immer hell und warm. Es gab Holzregale bis unter die Decke und am Schreibtisch saß der alte Dorflehrer, den mein Vater noch als Lehrer hatte, mit Brillengläsern dick wie Flaschenböden. Immer rauchte er Cigarillos. Der Raum und jedes Buch war erfüllt von diesem Geruch.

    Ich habe die Besuche in der Bücherei immer geliebt und habe mir x-mal "Na klar, Lotta kann radfahren" von Astrid Lindgren ausgeliehen. Ich mag das Buch bis heute sehr.

    Mit Hesse hat das nix zu tun, aber das kam mir gerade so in den Sinn.

    Ich kann meiner Liste Thomas Mann hinzufügen, außerdem noch Hermann Hesse, beide Bücher von ihm jedoch abgebrochen:

    Spoiler anzeigen

    1909 – Selma Lagerlöf:

    Herrn Arnes Schatz


    1929 – Thomas Mann:

    Buddenbrooks


    1946 – Hermann Hesse:

    Eigensinn macht Spaß (abgebrochen)

    Steppenwolf (abgebrochen)


    1972 – Heinrich Böll:

    Irisches Tagebuch


    1982 – Gabriel Garcia Marquez:

    Die Liebe in den Zeiten der Cholera


    1998 – Jose Saramago:

    Die Stadt der Blinden (leider nicht vollständig gelesen, da dem Büchereibuch im letzten Drittel mehrere Seiten fehlten)


    2003 – J.M. Coetzee:

    Schande

    Zeitlupe

    Der Junge


    2014 – Patrick Modiano:

    Damit du dich im Viertel nicht verirrst


    2017 - Kazuo Ishiguro

    Was vom Tage übrig blieb

    Heinrich Mann.... ist auf meiner Liste notiert, abraxas61 :pfeif:

    Ja, die Buchpreisgewinnerin hat mich auch nicht vom Hocker gehauen. Insgesamt fand ich die Auswahl beim heurigen Buchpreis nicht allzu ansprechend. Da gab es - für mein Empfinden - schon bessere Jahre. Da find ich die Liste der unabhängingen Buchhandlungen, die heute erschienen ist und über die ich zufällig gestolpert bin (kannte ich noch gar nicht, gibt es aber schon seit 2015) sehr viel ansprechender. Aber ist halt auch mehr Richtung Mainstream.

    Falls du ein Buch von Thomas Raab in die Hände bekommst, dann lies da mal rein. Ich finde seinen Humor klasse und nicht so plump wie in den Kluftinger-Krimis. Vielleicht wär das ja was für dich.

    Phonhaus,

    danke für den Tipp! Schaue ich mir mal an - auch wenn Faustus nur so als Titel eher als "schwieriger" auf mich wirkt.

    Wollt ihr mir vielleicht helfen, was ich als nächstes lesen soll? Auf meinem kleinen Lesestapel liegen diese Bücher (und auf dem SUB noch sehr viel mehr):

    Herkunft von Sasa Stanisic

    Gesang der Fledermäuse von Olga Tokarczuk

    Königskinder von Alex Capus

    Abbitte von Ian McEwan

    Die Konferenz der Tiere von Erich Kästner

    Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier

    Lempi von Minna Rytisalo

    Alles lacht mich jetzt auf Anhieb gar nicht so sehr an. Mir wäre jetzt eigentlich nach was "Schönem". Das Wetter ist so trübe und schlägt einem aufs Gemüt und Buddenbrooks ist zum Ende hin auch nicht gerade ein stimmungsaufhellendes Buch ;)

    Ich habe "Buddenbrooks" von Thomas Mann beendet.

    Was für ein Buch! Auch wenn sich meine anfängliche Begeisterung etwas abgeschwächt hat, hat mir das Buch dennoch sehr gut gefallen. Bei den ersten 40/ 50 Seiten braucht man etwas Durchhaltevermögen, Mann macht einem den Einstieg nicht ganz leicht (ging wohl nicht nur mir so, wie ich anderweitig gelesen habe). Dann entfaltet sich dieser Gesellschaftsroman - beinahe sogartig - mit voller Wucht. So ab der Hälfte wird es dann jedoch stellenweise manchmal etwas zäh - und mit über 750 Seiten ist das Buch immerhin ein ziemlicher Klopper. Mann hat eine Vorliebe, Situationen und Personen sehr detailgetreu zu beschreiben, was mitunter etwas lang werden kann. Auch ist das Erzähltempo in der zweiten Hälfte - wie ich finde - gemächlicher. Dennoch, es ist ein Roman, der sich zu lesen lohnt. Ein Buch, der die fiktive Familie Buddenbrook über 70 Jahre hinweg begleitet und einige Parallelen zu der Familie Mann aufweist. Er ermöglicht einen Blick in die wohlhabendere Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, was ich sehr interessant fand. Z.B. wusste ich nicht, dass den weiblichen Familienangehörigen im Trauerfall am Grabe nicht kondoliert wurde (es nahmen immer nur die männlichen Angehörigen die Beileidsbekundungen entgegen).

    Alles in allem ein sehr lesenswertes Buch!

    Und nun tut sich mal wieder die Frage auf: Was lese ich nun? Ich werde mal meinen Lesestapel durchsehen, den ich mir schon zurecht gelegt habe (auch wenn mich im Moment kein Buch auf Anhieb anlacht).

    Da das Jahr immer mehr voranschreitet, habe ich mir überlegt, ob ich mir dieses Jahr einen Buchadventskalender oder etwas in der Art gönnen möchte. Allerdings bin ich noch nicht wirklich über ein Buch gestolpert, dass mich wirklich reizen würde. Mal sehen, vielleicht stolpere ich ja noch über was passendes für mich.

    In mir toben gerade auch Begeisterungsstürme. Jedoch für Buddenbrooks von Thomas Mann. Ein Gesellschaftsroman, der unglaublich spannend ist. Ich bin gerade auf S. 230 von 758 und es entwickelt sich fast schon zu einem Krimi.

    Wenn dieser Roman so gut bleibt, dann wird das mein Jahreshighlight. Und ich habe einen neuen Lieblingsautor. Unglaublich, diese Erzählkunst!

    Ich tauche dann mal wieder ab. Nur gut, dass mein Knie gerade zickt und ich immer wieder Pause mit Fuß hochlegen machen muss.