Ja glaube ich wirklich. Weil früher Hunde noch nicht so arg den Part des Sozialpartners ausfüllen mussten wie heute, es deutlich weniger Hunde in den Städten gab und sowas wie "Arbeitsrasse muss unter der Woche mit ins Büro und am Wochenende für Hochleistungen im Funsport geeignet sein" früher nicht gab. Aufgrund der immer höheren Hundedichte, immer mehr "funktionslosen" Hunden und dem ganz engen Zusammenleben sind die Anforderungen deutlich gestiegen.Ein Beispiel: Schäferhund zerlegt heute die Wohnung und reißt die Tapeten ab oder will Nachbars Fifi fressen statt nett hallo zu sagen
? Früher hätte man ihn nachtsüber das Grundstück patroullieren lassen und tagsüber in den Zwinger gesteckt. Und auf dem Grundstück hat kein anderer Hund was zu suchen. Ich möchte damit nicht sagen, dass früher alles super un heute alles doof ist, aber da gäbe es einige Probleme von heute nicht.
Na ich habe gerade den 19 Wochen alten RS, von dem ich oben schrieb, im Training. Weil Frauchen ihn jetzt schon nimmer halten kann un Angst hat, wieso er das immer noch tut.Also das denke ich mir nicht aus.
Ich wohne schon immer im gleichen Dorf und ich weiß nicht, wie viele Hundekontakte ich als Kind hatte mit Hunden, die nicht einfach nur freundlich "Grüß Gott" sagen wollten.
Dass wir heute für Probleme mit unseren Hunden sensibler sind, liegt auch am veränderten (und berechtigen) Stellenwert. Einige Häuser weiter von meinem Elternhaus gab es früher einen Berner Sennenhund, hochgradig aggressiv - vermutlich auch deshalb, weil er nie beschäftigt wurde, nie Gassi geführt wurde (er hatte keinen großen Hof als Auslauf).
Früher liefen auch gerne mal Hunde herrenlos rum - zum Gassi gehen wurde einfach die Haustüre auf gemacht und der Hund rausgeschickt. Heute ist der Aufschrei groß, wenn das gemacht werden würde. Heute steht es im Mitteilungsblatt, wenn ein Hund einem Fahrradfahrer hinterher ist. Klar ist dann die Wahrnehmung umso größer und man bekommt den Eindruck, dass die Probleme zunehmen.
Wenn ich mich in meiner Umgebung umschaue, habe ich nicht die Wahrnehmung, dass die Hundeproblematik zugenommen hat. Eher, dass vieles aufgebauscht wird. Was aber nicht heißt, dass es nicht wirklich auch graviernde Probleme mit Hunden gibt, an denen dringend gearbeitet werden muss.