Mich hat das ehrlich gesagt, alles total verunsichert! Für mich hörte und hört sich das ganz oft danach an, dass man auf Augenhöhe ist, der Hund ist ein gleichberechtigter Partner etc. Das hat dazu geführt, dass Cassy völlig verunsichert war als sie zu uns kam und meinte, sie muss nun die Führung übernehmen, weil wir so handelten, als ob sie ein gleichberechtiger Partner wäre. Das sah dann so aus, dass sie uns maßregelte, wenn wir uns aufs Sofa setzen wollten oder was vom Couchtisch holen wollten oder uns einfach nur frei im Raum bewegen wollten. Ganz ehrlich, das ist kein schönes Erlebnis!
Unsere Hundetrainerin musste uns erst mal wieder klar machen, dass wir die Führung übernehmen müssen. Und ja, sie nutzte auch den Begriff Rudelführer. Da ich hier gelesen habe, wie schlimm das ist und ein Trainer, der dieses Wort ausspricht, nur ein schlechter Trainer sein kann, wollte ich das ganze fast schon wieder hinschmeißen. Nur eine liebe Userin hat mich darin bestärkt, weiter zu machen und ihr zu vertrauen und dass es schon passt, was sie macht. Und darum bin ich froh!
Ganz ehrlich, wir führen den Hund - und das allein ist schon Dominaz. Und in dem Wort führen steckt einfach auch -führer drin. Ob ich das nun Rudelführer, Hundeführer oder sonstwie nenne, ist doch völlig wurscht!
Ich bin ganz sicher, dass viele Probleme mit unseren Hunden daraus resultieren, dass wir sie nicht richtig führen. Dazu gehört es, dass man den Weg vorgibt, aber auch vertrauensvoll und respektvoll mit dem Hund umgeht. Trotzdem bin ich diejenige, die den Ton angibt. Man kann es umschreiben wie man will, aber es ist und bleibt einfach Dominanz und Unterordnung. Und genau so ist es bei meinen Kindern auch - ich gebe vor, wohin der Weg führt.
Gestern hatte ich Vorstandssitzung in der Schule und wir haben darüber beratschlagt, welchen Vortrag wir organisieren sollen. Da war dann auch Thema, dass wir die Leitfiguren für unsere Kinder sind. Lange Jahre war das total verpöhnt - es galt als schick, das Kind als gleichberechtigten Partner zu sehen. Es wurde diskutiert, dem Kind jeden Wunsch von den Augen abgelesen und die Eltern waren auch Chauffeur, damit das Kind zu allen Freizeitaktivitäten bequem hinkommt. Mittlerweile hat man erkannt, dass das zu ganz vielen Problemen führt(e) und glücklicherweise ist diese Einstellung nun auf dem Rückzug. Aber genau diese Entwicklung sehe ich (und auch meine Trainerin) gerade bei der Hundeerziehung. Dabei ist es so wichtig für den Hund, dass wir die Führung übernehmen. Es gibt ihm Grenzen und Sicherheit. Und das hat nichts mit erniedrigen, demütigen oder körperlich maßregeln zu tun. Und ja, ich schimpfe schon auch mal mit meinem Hund, wenn sie sich daneben benimmt.
Und jetzt könnt ihr mich steinigen 