@Ixabel
Angst ist ja nicht gleich Angst. Angst vor der neuen Umgebung mit allem was dazu gehört ist normal, denke ich. Geht vielen Menschen ja nun auch so, wenn sich die Umstände drastisch verändern.
Ja, es gibt die Hunde, die so schwer traumatisiert sind, dass man sie besser lässt wo sie sind, aber das sind die wenigsten. Bei meiner Arbeit im Tierheim habe ich nun den Weg von ca. 200 Hunden verfolgen können, teilweise mit abgeschnittenen Ohren und Schwänzen, die sich trotz allem ihre Zuwendung zu den Menschen bewahrt haben und mittlerweile glücklich und zufrieden in ihren Familien leben.
Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Hunde immer ein sicheres Leben als Teil einer Familie bevorzugen, auch wenn die Umstellung sicher oftmals schwierig ist, als weiterhin in einem überfüllten Shelter zu sitzen, auch wenn das ihre gewohnte Umgebung ist.
Unsere Leni hatte noch 12 kg (bei ca. 19-20 kg Normalgewicht), als sie im September 2018 nach Deutschland kam, den Winter an der Kette in Bulgarien hätte sie mit Sicherheit nicht überlebt.
Die Umstellung war schwierig, keine Frage, aber mittlerweile ist sie ein fröhlicher Hund, der ein ganz normales Leben mit minimalen Einschränkungen führt. (Ängstlichkeit bei neuen Situation z.B., das wird sie wahrscheinlich nicht mehr ablegen, aber kommt immer besser damit zurecht). Allerdings passt unsere Lebenssituation auch für sie, ländlich, ruhig, nicht mitten in der Stadt.
Würde man sie fragen, ich denke ihr jetziges Leben ist ihr deutlich lieber, als der Hungertod in Bulgarien. 