Beiträge von Oleniv

    Eure Hündin hört sich fast 1:1 an wie unsere Leni. Ich erzähl einfach mal ein bisschen:

    An Tricks kann sie genau Sitz, Platz und Pfote, an allem anderen sind wir bisher gescheitert. Liegt allerdings eher an der Aufregung wenn Futter im Spiel ist bei ihr.

    Das erste Jahr war nur ankommen. Leben im Haus kennen lernen, Autos und Straßenverkehr aushalten, im Auto mitfahren lernen usw. Den Rückruf habe ich von Tag 1 an mit ihr geübt (auf den Spaziergängen), nach 2 Jahren sitzt er jetzt recht gut, so dass sie mehr frei laufen darf. Das war vorher nur begrenzt möglich.

    Alle anderen Kommandos (tauschen, schau, bleib usw.) und die Leinenführigkeit liefen so nebenher auf den Spaziergängen. Das habe ich nicht explizit geübt, sondern wenn es sich eben ergeben hat.

    Ich würde da an Eurer Stelle eher zurückhaltend sein, so wie Du sie beschreibst, ist da noch ganz viel an "normalem" Leben, was sie lernen muss. Klar, ein Sitz kann man üben, aber das lernen sie eigentlich schnell, wenn es das Leckerli nur im sitzen gibt.

    Was Leni Spaß macht, ist z.B, ein Schnüffelteppich oder unterwegs eine kleine Fährte legen. Nasenarbeit-Basics eben, in ruhiger Umgebung, das findet sie super.

    Am Anfang waren wir in der Hundeschule und haben viel Umweltgewöhnung gemacht. Also einfach mal über die verschiedenen Geräte führen und ein bisschen mitarbeiten, soweit das eben möglich war. Das hat ihr ganz gut getan.

    Vor einem Jahr haben wir mit Mantrailing angefangen und das findet sie großartig. Da blüht sie auf, ein großer Teil ihrer Ängste ist dann in dem Moment weg und sie macht es toll. Das wäre vielleicht auch was für Euch irgendwann Mitte/Ende 2021.

    Ja, also ich würde tatsächlich mehr an der Umweltgewöhnung, Leben im Haus "arbeiten". Das ist noch genug geistige Auslastung. Wenn sie sich da relativ ungezwungen bewegt, kann man mal weiter sehen. Aber die Schnüffelspielchen unterwegs oder der Teppich, das könnte Ihr schon machen. Ist ja einfach Spaß für den Hund ohne großen Erwartungsdruck. :smile:

    Wie alt war der erste Hund, gleiche Rasse oder eine andere (warum?)

    Der Ersthund war 2 als der zweite einzog. Leni kam aus dem Tierschutz, weil wir einem Tierschutzhund ein Zuhause geben wollten. (und ich diesen Ohren einfach nicht widerstehen konnte :lol:). Eigentlich war die erste Idee einen zweiten Entli dazu zu nehmen. Aber das hat dann nicht so geklappt und dann dachten wir, so ein Quatsch. Es gibt so viele tolle Hunde, die ein Zuhause brauchen...:nicken:

    Gassi gehen wir fast immer zusammen. Höchstens wenn wir neue Leute mit Hunden kennen lernen (hier aus dem Forum z.B.) nehme ich meistens nur Oliv mit. Leni braucht keine anderen Hunde und reagiert da manchmal ein bisschen über. Das muss ich nicht haben. Leni habe ich am Bauchgurt und Olivs Leine in der Hand, wobei die fast immer frei läuft. Leni ist noch mehr an der Leine, aber mittlerweile auch viel frei, weil sie gute Fortschritte gemacht hat.

    Zwei Hunde machen mehr Arbeit als einer, logisch. Beide haben ihren Sport, das ist ein höherer Zeitaufwand. Und es wird sich auch mal negatives abgeschaut (z.B. pöbeln), das ist manchmal auch ein bisschen knifflig. Kostenmäßig schlagen 2 Hunde natürlich auch entsprechend zu Buche (Steuer, Versicherung, Futter, Urlaub usw.)

    Aber ich finde es sehr bereichernd für alle. Die Hunde haben sich richtig gern und spielen gern miteinander. Die profitieren da auf jeden Fall voneinander. Gerade Leni, die ja sehr ängstlich war und teilweise immer noch ist, hat unheimlich von Olivs furchtloser Art profitiert. Das hätte ich allein wahrscheinlich in dem Maß nicht hinbekommen.

    Es halt einfach schön mit zwei Hunden, ich kann das gar nicht so im Detail begründen, ist einfach mehr ein Gefühl. Manchmal anstrengend, aber hauptsächlich harmonisch und toll. :herzen1:

    Ich habe mal die Vermittlungszahlen unseres Tierheims angeschaut, da ist definitiv eine große Steigerung zu sehen, die ich auch so wahrgenommen habe:

    2018 - 81 Hunde vermittelt

    2019 - 81 Hunde vermittelt

    2020 - 142 Hunde vermittelt (trotz Vermittlungsstop von ca. 5 Wochen im Frühjahr)

    Es ist jetzt nur ein Tierheim von vielen, aber ich finde die Zahlen schon sehr deutlich. Und auch im weiteren Bekannten/Kollegenkreis haben sich viele einen Hund angeschafft dieses Jahr. Das lief aber oft unter dem Motto "Das letzte Kind hat Fell", hat sich halt einfach nur angeboten bei der aktuellen HO Möglichkeit.