Beiträge von Oleniv

    Aber jetzt mal ganz ehrlich, wer vermenschlicht denn seine Hunde nicht? Der Begriff muss ja gar nicht negativ besetzt sein, man kann es auch einfach mal anders betrachten.

    Bei mir: Die Hunde liegen auf dem Sofa, schlafen mit mir im Bett, sie bekommen von meinem Essen ab, ich rede mit ihnen, kuschel mit ihnen, spiele mit ihnen, wir leben quasi 24/7 zusammen, sie sind immer in meiner Nähe. Unser Leben ist auf die Hunde ausgerichtet, wir planen unseren Tagesablauf entsprechend, wir planen den Urlaub entsprechend, wir haben ein passendes Auto, wir gestalten den Garten passend.

    Also so wahnsinnig viel Unterschied zu den Kindern, was die Erfüllung von Bedürfnissen angeht, ist da nicht mehr (das emotionale mal außen vor, das kann kein Hund erreichen, wobei wir sie natürlich auch sehr lieb haben). Aber das macht doch auch das Wesen Hund aus, dass es sich im Laufe der Jahre so perfekt an uns Menschen angepasst hat und somit das einzige Tier ist, was in derartig enger Verbindung mit dem Menschen lebt. Also ist es doch irgendwo die logische Schlussfolgerung, dass durch diese Anpassung an uns und unser Leben die Hunde von uns vermenschlicht werde. Sonst würden wir sie doch gar nicht so nah an uns heran lassen. Und ich schätze, die finden das gar nicht mal so schlecht. xD

    (Vermenschlicht im Sinne von nicht den Bedürfnissen entsprechend gehalten, meine ich damit natürlich nicht.)

    Ich sehe das auch so, dass der Hund Euch da ganz gut im Griff hat. Hört sich an wie ein nölendes Kleinkind, was sich keine Minute allein beschäftigen kann und ständig an Mamas Rockzipfel hängt und um Aufmerksamkeit buhlt. Ich würde als erstes üben, dass Du sie per Kommando von Dir wegschicken kannst. Habe ich bei meiner relativ früh gemacht und ich finde das sehr praktisch, wenn die Hunde im Weg rumliegen oder man die Hände nicht frei hat. Oder man einfach seine Ruhe haben will.

    Dann empfehle ich einen sehr strukturierten Tagesablauf (kommt Dir nachher mit dem Baby auch zu Gute). Und wenn Hund satt ist, draußen war und leer ist, ist einfach Sendepause, Punkt. Komplettes ignorieren bis zum nächsten Programmpunkt. Wenn man sich den Tag so strukturiert, ist das für einen selbst auch eine Hilfe konsequent zu sein. Man weis ja in so und so viel Minuten/Stunden gehts wieder raus oder es gibt eine Spieleinheit etc. Und für den Hund wirds so auch berechenbar und einschätzbar und sie hat nicht diese permanente Erwartungshaltung.

    Muss man ja auch nicht lebenslang so machen, aber die nächsten Monate wäre das genau mein Weg. Gerade im Hinblick aufs Baby wird Dir das helfen, denke ich.