Boxennutzer hier, sogar ein ganz schnöder Gitterkennel, der mit Decken behangen zur Höhle wurde und mit Körbchen obendrauf sogar als Doppelstockbett dient.
Der Kennel ist hier relativ spät eingezogen, ich glaube so um den 10. Lebensmonat.
Ich fand die Dinger auch immer scheusslich, ganz besonders wenn man in Reportagen sieht wie die Dinger tatsächlich als Minizwinger missbraucht werden um den Hund stundenlang, teilweise sogar die ganze Nacht lang, wegzusperren und das Haus zu sichern.
Und dennoch zog hier nach langem Grübeln und Soulsearching ein Kennel ein und das war eine der besten Entscheidungen die ich für Gustav treffen konnte.
Vielleicht liegts an seiner schlechten Herkunft, vielleicht an meiner Ahnungslosigkeit als Ersthundehalter, vielleicht ist es ein Mix aus beiden, aber dieser Hund kam nicht zur Ruhe.
Kaum bewegte ich mich fort von ihm sprang er auf und dackelte mir überall hin nach. Sass ich stundenlang auf einem Fleck legte er sich bald hierhin, bald dahin und stand sich selbst im Wege.
Ruhe zu konditionieren mittels Berührung und Streicheln brachte hier nix. Körbchentraining haben wir auch irgendwie nie hingekriegt, und irgendwann ging mir da auch der Atem aus.
Hausleine und dann irgendwo anleinen (bevor der Aufschrei kommt - Wasser stand immer in Reichweite, Knabberzeugs auch) führte nur dazu dass er zwar am Platz blieb, aber sich trotzdem immer so hinlegte dass er mich im Auge behalten konnte.
Und dann kam der Kennel. Riesending. 60*90*70 für den Zwerg, weil er sollte sich ja wenigstens strecken und ein bissl drin bewegen können.
Kaum hatte ich das Ding aufgestellt war Gustl schon drin und lag.
Jetzt steht das Ding direkt am Kopfende des Bettes, wurde umfunktioniert und die Tür ist immer offen.
Aber für kurze Zeit war sie auch mal stundenweise geschlossen. Und wirklich immer, sowie die Tür zu war kippte der Hund um und schlief. Nicht weil er aufgegeben hat oder aus Erschöpfung, sondern weil er tatsächlich diese räumliche Begrenzung brauchte, die Erfahrung, hier drin bin ich geschützt, hier kann ich ruhen. Ich muss nicht aufpassen.
Meinetwegen hätte er auch ungestört auf dem Bett, im Bad, im Flur, oder sonstwo schlafen können, aber es hat den Kennel gebraucht. Mit Tür zu.
Auftrainieren war bei uns übrigens nicht nötig, da die Welpenbox bei den "Züchtern" ein Kennel war. Er kannte das also schon.
Mittlerweile überlege ich, und hadere mit mir, ob ich nicht bei Mom ne Stoffbox hinstelle.
Weil da haben wir genau das gleiche Problem, was er bei mir früher hatte.
Er kommt nicht zur Ruhe. Wir arbeiten dran dass er im Körbchen bzw. auf der Decke bleibt, weil ich hoffe dass es irgendwann klick macht und er dann auch mal ein und durchschläft oder zumindest döst.
Aber solange das nicht funktioniert muss eine andere Lösung her.
Heute waren wir von 7 Stunden bei Mom, neulich 12. Wenn er wirklich irgendwann total erschöpft ist, dann legt sich dieser Hudn auch mal hin und döst ein paar Minuten. Dann bewegt sich jemand oder ein Geräusch im Treppenhaus oder Flur ertönt und zack ist der Hund hoch und wieder auf 180.
Und es tut mir einfach wahnsinnig weh zu sehen wie er total übermüdet ist, die Augen immer wieder zufallen, der Blick total starr ist, er anfängt vor lauter Stress zu hecheln und der Puls hochgeht. Aber ausser ihn einzupacken und schnurrstracks nach Hause zu fahren weiss ich auch keine Lösung.
Wer eine hat, bitte, ich probiers gern aus. Ich mag meinen Hund nämlich.