Beiträge von Selkie

    Ich glaube, der "Traumkandidat" (für Tierheime) hat Haus und Garten, 24 h Freizeit, vererbt sein ganzes Vermögen dem Tierheim und möchte irgendeinen Hund. Alter, Rasse, Farbe, Geschlecht, Charakter und Zustand egal. Er hat keinerlei Vorgaben und nimmt den Hund nur, weil er helfen will.

    Das schreibst du nicht zum ersten mal. Es wird aber durch Wiederholung nicht richtiger. ;)

    Tierschutzvereine haben jeweils ihre eigenen Vorstellungen darüber, wie die Hunde gehalten werden sollen. Manchmal aus gutem Grund, manchmal einfach nur weil sie der Meinung sind, das müsse so. Wenn das nicht zusammenpasst, dann hilft nur weitersuchen.

    Aber: gib nicht auf. Es ist keineswegs unmöglich, einen Tierschutzhund zu finden, der für dich passt.

    Noch ein aber (nur zur Sicherheit, vermutlich weißt du das eh schon): mach dich auf Überraschungen gefasst. Es kann sein, dass der vermeintlich katzenfreundliche Hund mit deiner Katze nicht klarkommt (oder sie mit ihm). Es kann sein, dass der hundeverträgliche Hund mit der Hälfte der Hunde in deiner Nachbarschaft gute Feindschaften pflegen will. Es kann sein, dass der kinderfreundliche Hund deinen Besuchskindern eindrucksvoll erklärt, dass er sie nicht mag. Es kann also immer passieren, dass genau das, was du haben willst, nur mit viel Arbeit und Management zu erreichen ist. Ruhe dich nicht auf den Beschreibungen von Vorbesitzer und Tierschutzverein aus.

    Nun zu deinen Beispielen:

    • Junghund, Mischling: Keine Auffälligkeiten bekannt, keine spezielle Rasse erkennbar, auf Pflegestelle in Deutschland, gut eingelebt, mit allem und jedem verträglich, kann schon recht gut an der Leine laufen, stubenrein. Nur an Menschen mit Hundeerfahrung.

    Da würde ich vermuten, dass "keine Auffälligkeiten bekannt" nur sehr bedingt stimmt. Irgendwas ist da. Also eher kein Hund für dich.

    • Junghund, Mischling: Keine Auffälligkeiten bekannt, keine spezielle Rasse erkennbar. Nur an Haus mit angrenzendem Garten.
    • Hund darf max. 4 Stunden täglich alleine bleiben. Nicht in der ersten Zeit, nicht am Stück, nein: Generell, insgesamt und immer. Keine Ausnahme.

    Das erste könnte noch einen Grund haben. Gerade bei Auslandshunden ist es oft so, dass sie das Leben im Haus nicht gut kennen, dass sie das Konzept "Gassi gehen" insbesondere in fremder Umgebung nicht kennen und dass in der Anfangszeit ein frei zugänglicher Garten dem Hund unglaublich viel Stress nimmt.

    Kann aber auch sein, dass das genau so ein Beispiel ist für: die Orga will das halt so. Das zweite ist eindeutig ein Beispiel für "die Orga will das halt so." In dem Fall ist diese Orga für dich nicht der richtige Anprechpartner.


    • Abgabe nur bei positiver Vorkontrolle (ok, macht Sinn. Wie soll man die Leute sonst beurteilen können) und unangekündigten (bitte was??) Nachkontrollen.

    Angekündigte Nachkontrollen machen wenig Sinn. Aber: du musst sowieso niemanden in deine Wohnung lassen, wenn du das nicht willst. Und wenn du grad nicht da bist, dann hat die unangekündigte Nachkontrolle Pech gehabt.

    Solche Klauseln sind eher Papiertiger.

    Ich habe übrigens bei zwei Vermittlungen aus hiesigen Tierheimen trotz entsprechender Klausel im Vertrag noch keine richtige Nachkontrolle erlebt. Bei meiner ersten Hündin damals hat der Verein nach ein paar Wochen angerufen, ich war nicht da, meine Freundin hat erzählt, dass in 2-3 Stunden wieder mit mir zu rechnen sei, weil ich grad mit dem Hund ... die haben sich über die Auskunft gefreut und das war die Nachkontrolle.


    • Hund bleibt auch nach Vermittlung Eigentum des Vereins.
    • ...
    • Am krassesten fand ich bisher aber folgende Aussage, insbesondere weil ich ja meinen Kater vor kurzem einschläfern lassen musste und das ganze noch so frisch für mich ist: Der Verein muss vorab über eine Einschläferung informiert werden und dieser zustimmen, eine Einschläferung darf ohne vorheriger Benachrichtigung nur im Notfall erfolgen.

    Es ist gut möglich, dass diese Vereine sowas in den Vertrag schreiben, weil sie schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Allerdings ist das mit der "Einschläferungsklausel" nur dann überhaupt möglich, wenn der Hund im Eigentum des Vereins bleibt, ansonsten hat der Verein keine Möglichkeit, sich in irgendwas einzumischen.

    Ich würde allerdings beides nicht unterschreiben bzw. keinen Hund von einem Verein aufnehmen, der solche Klauseln im Vertrag hat.

    • Pflegestellen in Deutschland gibt es nicht, eine Rückgabe ist daher nicht möglich. Weitergabe nicht erlaubt, sonst saftige Vertragsstrafe. Hund könnte max. vom Verein in eine Pension geben werden (die natürlich einem Mitglied des Vereins gehört), für die man dann bis zur Vermittlung bezahlen darf.

    Das sollte für dich von vornherein ein Ausschlussgrund sein. Hunde, die aus ausländischen Tierheimen direkt zu dir kommen, können den Vermittlern unmöglich so gut bekannt sein, dass sie deine Kriterien auch nur ansatzweise erfüllen. Du willst einen Hund, der schon in D ist, also fallen Vereine, die nur direkt aus dem Ausland vermitteln für dich raus.

    Ich weiß nicht, wie lange du schon suchst. Möglicherweise bist du bisher nur an die für dich unpassenden Orgas gekommen. Möglicherweise hast du die falschen Ansprechpartner gefunden. Ich kann dir nur raten: nimm dir Zeit für die Hundesuche. Es wäre großer Zufall, wenn dir innerhalb von ein paar Wochen der Traumhund ins Haus fällt. Es gibt Traumhunde im Tierschutz und es gibt Vereine, die gute Vermittlung machen. Aber man muss viel Spreu wegpusten um die Perlen zu finden.

    Und dann gäbe es das Gejammer über das böse RTL mit den ach so überforderten Hunden und Menschen. Nein mM nach brauchst du für sowas vorgearbeitete Teams

    Kann immer noch jeder selbst entscheiden, ob er sich und seinem Hund das zutraut. Wer da jammert, wäre selbst schuld.

    Ich vermute, die haben deshalb hauptsächlich unter Sportlern gesucht, weil sie sonst 99 von 100 Teams schon in der Vorauswahl aussieben müssten. Es ist ja nicht nur die Leistung selbst, die könnten ganz sicher sehr viele Hunde bringen. Es ist auch die Situation im Studio, die für die Hunde und die Menschen extrem anspruchsvoll ist. Hunde, die aktiv im Sport sind, kennen Situationen mit Publikum, entsprechenden Umgebungslärm und ihren aufgeregten Besitzer in Prüfungssituation. Trotzdem hat die Hälfte dieser Hunde nach der ersten Hürde geschaut, woher plötzlich der Lärm kommt, als das (virtuelle?) Publikum losgejubelt hat. Ich bin außerdem ziemlich sicher, dass viele der Fails ausschließlich dem Stress bei Mensch und Hund geschuldet waren. Das wäre bei Teams, die noch nie gemeinsam in einer prüfungs- oder auftrittsähnlichen Situation waren, noch viel schwerer.