Einige Monate vor dem Tod meiner Hündin begegnete ich auf dem kurzen Gassigang einer Bekannten und wir unterhielten uns (wie soll es anders sein) über meine alte, klapprige Hundedame. Im Laufe des Gesprächs hörte ich mich sagen: "Im Moment würde es sich noch wie Mord anfühlen...".
Das war so. Das war mein Empfinden gegenüber der Situation meines Hundes. Die Motte war krank und es war klar, dass sie nicht mehr gesund wird. Es war klar, dass ich mit guter tierärztlicher Betreuung Lebenszeit für meinen Hund kaufte. Menschen, die den Hund nur in den "langweiligen" Momenten des Tages sahen, konnten leicht den Eindruck bekommen, dass ich wirklich nur Zeit kaufte. Aber ich kannte auch die Momente, in denen mein Hund immer noch eindeutig Lebensqualität hatte. Egal ob sie 23 Stunden des Tages nur zu Hause rumlag oder gelangweilt um die Wiese schlurfte. Wenn etwas für sie interessantes passierte, war sie hellwach und hatte eindeutig Freude . Deshalb der obige Satz. (Nachtrag: Es tut mir sehr leid, wenn sich davon einige hier gekränkt fühlen, ich kann es aber nicht anders ausdrücken.)
Die Frage ist also nicht, was andere Menschen meinen. Die Frage ist, was DU empfindest, wenn du das Leben und vor allem die Lebensperspektive deines Hundes anschaust. Ist da nur "Lebenszeit" oder auch "Lebensqualität"? Ich habe den Eindruck, dass die Antwort für dich schon da ist.
Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Zeit.