Denn an und für sich tirfft es der Artikel mMn ganz gut mit der Vermenschlichung - (vor allem auf Seite 2)
"Vermenschlichung, wissenschaftlich Anthropomorphismus genannt, bedeutet, nicht-menschlichen Lebewesen (aber auch Gegenständen, Naturgewalten etc.) menschliche Eigenschaften, sowohl im Verhalten, aber auch in der äußerlichen Erscheinung zuzusprechen." Quelle: https://yourdogmagazin.at/vermenschlichu…en-die-grenzen/
Das klingt viel schöner als die andere Definition, aber ich sehe es nicht unkritisch. Was genau ist eine "menschliche Eigenschaft"? Und ist die vermeintlich menschliche Eigenschaft wirklich ausschließlich dem Menschen vorbehalten?
Es ist inzwischen bei relativ vielen Eigenschaften, die noch vor wenigen Jahrzehnten ausschließlich Menschen zuerkannt wurden, bekannt, dass Hunde und andere Tiere sie auch haben. Wie entscheiden wir also, welche "menschlichen" Eigenschaften das Tier auch hat und welche wir ihm zuschreiben? Sicher, es gibt eindeutige Dinge: wenn ich den Blick meines Hundes in menschliche Sprache "übersetze", dann ist das Vermenschlichung. Aber das ist keine Eigenschaft. Wenn ich andererseits behaupte, mein Hund habe sowas wie ein Gerechtigkeitsempfinden, dann ist das in dem Moment vermutlich auch Vermenschlichung, weil ich es idR in Situationen sage, in den mein Hund nur egoistisch ist (noch eine Vermenschlichung?). Aber es gibt Hinweise, dass Hunde sowas wie ein Gerechtigkeitsempfinden haben, das ist also vermutlich gar keine exklusiv menschliche Eigenschaft.
Wenn man also davon ausgeht, dass das Wissen über rein menschliche Eigenschaften unvollständig ist, dann sagt Vermenschlichung mindestens genauso viel darüber aus, wie wir uns als Menschen sehen (wollen), wie darüber, wie wir die Hunde sehen (wollen). Jemand, der den Abstand zwischen Menschen und anderen Tieren möglichst groß machen will, wird vermutlich viel häufiger Vermenschlichung feststellen als jemand, der den Menschen als ein biologisches Säugetier unter vielen anderen Säugetieren wahrnimmt.