Ich finde es wirklich extrem schwer herauszufinden, ob es dem Hund schmeckt, superdubergut schmeckt oder einfach nur gefressen wird, weil Hunger ….
Ich finde es noch viel schwerer herauszufinden, ob der Hund etwas nicht frisst, weil es einfach nicht schmeckt, oder ob er deshalb nicht frisst, weil er es nicht verträgt.
"Nicht vertragen" kann sich in Unwohlsein nach dem Fressen äußern. Dann liegt der Hund einfach rum (macht meine nach dem Fressen sowieso) und hat ein flaues Gefühl im Bauch. Möglicherweise jeden Tag. Andere, für den Menschen deutlicher erkennbare Probleme gibt es nicht. Dann frisst dieser Hund wahrscheinlich (hoffentlich*) zögerlich. Aber er frisst, weil er ja sonst nichts bekommt. Der Mensch denkt: der ist mäkelig, dem schmeckt das nur nicht. Der Hund denkt: Fressen ist blöd, danach geht es mir immer schlecht.
Ich muss dazu sagen: ich kenne es nicht, dass ein gesunder Hund nicht frisst. Wenn mein Hund nicht frisst, dann ist das ein Fall für den Tierarzt. Aber ich hätte immer im Hinterkopf, dass ich nicht wissen kann, ob zögerliches fressen nur "schmeckt mir nicht" bedeutet oder ob es doch auf "bekommt mir nicht" hinweist. Ich würde immer die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass "Schmeckt nicht" identisch sein kann mit "bekommt nicht", auch wenn der Hund das ausschließlich durch zögerliches Fressen anzeigt.
Zum * oben: es kann auch sein, dass der Hund trotz der Probleme nicht zögerlich frisst. Dann hat man als Mensch nicht mal diesen Anhaltspunkt, dass da was nicht in Ordnung ist. Deshalb mein "hoffentlich", denn mir sind erkennbare Probleme immer lieber als komplett unsichtbare Probleme.
Wenn bei "Geschmacksempfinden" aber darum geht, das Futter zu wählen, das der Hund am gierigsten runterschlingt, dann bin ich anderer Meinung. Es soll schmecken - aber es muss nicht jeden Tag das superduper Lieblingsfutter sein, für das der Hund noch einen Handstand zusätzlich machen würde. (ich übertreibe
)
Vor ner Weile waren wir mal am Wasser und mein Hund hat so viel Salzwasser getrunken das er gefühlt die aktuelle und die Mahlzeit vom Vortag (Trockenfutter) ausgekotzt hatte.. danach mochte er erstmal 5 Tage sein Trockenfutter nicht mehr so gerne. Fressen musste er es dennoch (hab deswegen jetzt nichts neues gekauft) und tja nach den paar Tagen wurde es wieder wie immer geliebt.
Das ist ein gutes Beispiel und zeugt eigentlich von einem Hund mit einem gesunden Empfinden. Ihm wurde schlecht und daraufhin hat er das Futter nicht mehr wirklich gemocht.
Wenn eine Nahrung zu Übelkeit und Erbrechen geführt hat, dann ist es nur vernünftig, diese Nahrung erst mal zu meiden. Dass dabei Fehlverknüpfungen entstehen können, ist in der Natur das kleinere Risiko. Bei einer so eindeutigen Fehlverknüpfung hätte ich es wohl auch ignoriert, aber ich hätte mich über den Hund mit dem "schlauen" Magen gefreut.
Ich hab mir auf die Art mal die Mirabellen versaut. Mein Körper war der festen Überzeugung, dass die Mirabellen am verrenkten Magen schuld sind. Ich wusste, dass das nicht stimmt, aber Mirabellen waren danach einige Zeit lang ein unangenehmes Obst. Zum Glück nicht dauerhaft.