Kann mir jemand sagen
- ob es korrekt ist dass die Verstoffwechselung von pflanzlichen Proteinen (rote Linse, Erbse ..) beim Hund stärker die Nieren belastet als die Verwertung von tierischen Proteinen
- wenn ja warum das so ist
Es kommt drauf an, wie die pflanzlichen Proteine bzw. die proteinhaltigen Pflanzen verarbeitet sind und ob die richtigen Zusätze im Futter sind.
In kommerziellen Futtermitteln werden die essentiellen Aminosäuren, die in den Hülsenfrüchten limitierend sind, einzeln zugesetzt und das Eiweiß/die Pflanze oft hydrolisiert, so das die Eiweiße und sonstigen Bestandteile besser verwertbar werden. So verhindert man, dass die Gesamtmenge an Eiweiß zu groß werden muss um den Bedarf der essentiellen Aminosäuren zu decken und man sorgt für bessere und weniger belastende Verwertung. Wenn das gelingt, dann werden die Nieren auch nicht stärker belastet.
Wenn man aber die Hülsenfrüchte direkt und ohne Zusatz als Futtermittel verwendet, dann fallen während der Verdauung aus verschiedenen Gründen größere Mengen an Stickstoff- und Schwefelverbindungen an. Der eine Grund ist der oben genannte: man muss eigentlich mehr davon füttern um alle essentiellen AS ausreichend zu geben, muss also mehr Gesamteiweiß füttern. Wenn man die Hülsenfrüchte nur normal kocht, kommt noch das Problem mit den Schwefelverbindungen aus der bakteriellen Verwertung der Hülsenfrüchte-typischen Zuckermoleküle dazu. Beides, die Schwefelverbindungen und die Stickstoffverbindungen werden schlussendlich über die Nieren abgebaut und ausgeschieden. Wenn man nicht gut aufpasst, haben die Nieren beim Verstoffwechseln pflanzlicher Proteine deutlich mehr Arbeit als beim Verstoffwechseln tierischer Proteine.
Man kann es aber wie beschrieben verhindern: durch Substitution der limitierenden Aminosäuren und entsprechende Aufbereitung der Proteinquelle.