Gerade beim ersten Hund- Wie war eure Vorstellung vom Leben mit Hund und ist die eingetroffen? Was ist vielleicht jetzt ganz anders als erwartet?
Ich bin gar nicht sicher, ob ich überhaupt konkrete Vorstellungen hatte, bevor der erste Hund bei mir einzog. Ich wusste: ich will jetzt endlich einen Hund und ich wusste, dass man mit dem raus muss und dass man den erziehen muss und ich habe mich ganz doll vorbereitet und das meiste, was ich in dieser Vorbereitungszeit gelernt habe, später als unpassend wieder verworfen.
Aber das Leben mit Hund hat mich nicht groß überrascht. Die Probleme, auch die die ich eigentlich vermeiden wollte (alleinbleiben!), habe ich eher als nichterfüllte Wünsche wahrgenommen denn als nicht eingetroffene Vorstellungen. Allerdings war die Motte auch in ganz vielen Dingen ein sehr unkomplizierter Begleiter und kam schon gut erzogen bei mir an.
Vorstellung und Realität kollidierten beim zweiten Hund. Und das war meine eigene Schuld. Ich suchte mir bewusst einen Hund, der deutlich anders war als Motte. Dina war dann richtig anders. Anders als ich erwartet habe, denn ich hatte einen sportlichen, aktiven Hund erwartet. Ich wollte raus und ganz viele Sachen machen, so wie ich das von Motte kannte und Dina war damit gnadenlos überfordert und reagierte mit hibbeliger Nervosität. Die ganzen bekannten Probleme eines ehemaligen Hofhundes in der Stadtwohnung fand ich harmlos - da hatte ich Strategien für. Dass sie außerdem ein dezentes Ressourcenproblem mit Fressbarem hatte - geschenkt, da suchte ich mir eine Strategie für. Aber dass sie nicht stunden- und kilometerlang laufen wollte, dass sie mich am Fahrrad konsequent ausbremste bis ich fast umfiel, dass sie keinen Bock auf die ganzen Spielchen hatte, die ich so gerne mit Hund machte, kurz: dass hinter der Hibbeligkeit nur ein gemütlicher Nebenherlaufhund steckt, DAS hat meine Hunderealität sehr ins Wackeln gebracht.
