Beiträge von Selkie

    Das scheint mir etwas abwegig, da sich dann eine Kastration kaum lohnen würde, es sei denn, man macht sie sehr früh.

    Wenn das Verhalten der einzige Grund für die Kastration ist, dann ist das in jedem Alter zweifelhaft. Dem Hund werden ja nur die Hoden entfernt, nicht das Hirn. ;) Welche Auswirkungen die Entfernung der Hoden auf das Hirn hat, weiß man immer erst hinterher.

    Es ist so, dass Hunde, die vorher massiv Stress mit läufigen Hündinnen hatten, nach der Kastration (egal in welchem Alter) meist nicht mehr so gestresst sind (Betonung auf "meist"). Es ist auch so, dass Rüden, die spät kastriert werden, durch die Kastration idR nicht alles vergessen was vorher war. Es kann aber auch sein, dass ein (relativ früh) kastrierter Rüde trotzdem ein Rüde bleibt bzw. erst wird und es kann auch sein, dass ein sehr spät kastrierter Rüde zu einem ganz anderen Hund wird.

    zwei extreme Beispiele aus meinem persönlichen Umkreis:

    - ein mit knapp 2 Jahren kastrierter Rüde, der zeitlebens jede läufige Hündin beglückt hätte, wenn man ihn denn gelassen hätte. Der wusste auch genau, wann es sich lohnt und wann nicht.

    - ein mit 6 Jahren kastrierter Rüde, der danach an gar nichts mehr Interesse hatte außer am Futter. Vorher war er nur an Hündinnen interessiert. Die Besitzer konnten sich nicht entscheiden, welche Version nun die schlimmere ist.

    Dass da ein Comfy Cone reicht bezweifele ich.

    Mein Einleitungssatz war ja schon: kommt auf den Hund an. ;)

    Bei meinem Hund ist der ComfyCone länger als der Plastetrichter. Umknicken ist sicher möglich, aber für Dina haben die Verstärkungsstreifen gereicht um das zu verhindern.

    Aber Wunden müssen für die optimale Wundheilung feucht sein :/ Also wie gesagt, vielleicht gibt es einen Grund in dem speziellen Fall den ich jetzt nicht kenne, aber ich würde da einfach nochmal nachfragen.

    Gerade bei den Pfoten muss man den Verband aber ordentlich pflegen. Sonst fängt es ganz schnell an zu gammeln und dann heilt gar nichts mehr. Ich wechsel Pfotenverbände spätestens nach 2 Tagen, wenn der Verband nass wird, sofort.

    Die Tierärztin meinte, dass es ihr Meinung nach die bessere Alternative wäre die Wunde offen zu lassen

    Mit einer Socke drüber ist die Wunder immer noch "offen". So eine Socke ist ja kein dichter Verband.

    Allerdings musst du den Hund immer noch daran hindern, die Socke nasszuschlecken oder darab rumzuknabbern.

    Kommt auf den Hund an. ;)

    Meine erste Hündin hätte das problemlos von Anfang an ohne Halskragen gekonnt (besser als mit, denn mit Halskragen konnte die Motte nur wie festgenagelt mitten im Zimmer stehen). Die ist nie an eine Wunde gegangen.

    Meine jetzige Hündin würde vermutlich innerhalb von 5min ihre eigene Vorstellung von Wundversorgung umsetzen. Ergo: da ginge es nicht ohne Schutz. Sie trug einen ComfyCone (zusätzlich zum OP-Body).

    Wenn das mit dem Kragen gar nicht klappt, dann ginge bestimmt auch ein Maulkorb mit Leckschutz.

    Lufenuron (= Program) hat zwei Probleme: es ist seit diesem Jahr verschreibungspflichtig (deshalb ist wahrscheinlich Beaphar raus) und der Zulassungsinhaber von Program sitzt in Großbritannien. Es gibt also derzeit kein Mittel mit Lufenuron in der EU. Ich hoffe, das ändert sich bald aber auch dann wirst du das Mittel nur beim Tierarzt bekommen.

    Aber: bei deinem Problem ist Lufenuron eher nicht das Richtige. Das ist gut geeignet um zu verhindern, dass die eigene Wohnung zum Flohnest wird. Wenn die Wohnung schon ein Flohnest ist, dann braucht es Mittel, die die Flöhe zuverlässig abtöten und die auch alle in den nächsten Wochen aus irgendwelchen Eiern schlüpfende Flöhe möglichst sofort töten. Außerdem würde ich nach einer Flohquelle außerhalb der Wohnung suchen. Bei so langem, erfolglosem Kampf gegen die Flöhe würde ich wohl einen Kammerjäger hinzuziehen.

    Das Szenario ist mein persönlicher Alptraum. Viel Erfolg!

    Ideal wäre doch einfach, Hund hat Eigenschaften XY, dann entspricht der Rasse XY, völlig egal, wie groß der ist, wie das Fell aussieht, ob der schwarz oder braun ist, wo der genau herkommt... Das würde theoretisch auch im "Begleithundebereich" funktionieren.

    Natürlich funktioniert das. Das hat jahrhundertelang funktioniert. Aber insbesondere mit Blick auf die Qualzuchtrassen, sehe ich darin keine Lösung, denn genau so sind die uralten Qualzuchtrassen (Pekingese, Mops) entstanden.

    Untersuchungen an Populationen von Straßenhunden haben übrigens ergeben, dass die sich im Schnitt so anderthalb Kilometer bewegen

    Hast du einen Link?

    Meiner Erfahrung nach macht es einen enormen Unterschied, ob die Hunde in Städten leben oder außerhalb.

    Je mehr Freifläche die Hunde haben, desto mehr bewegen sie sich, auch ohne auf Futtersuche zu sein.

    Und was soll diese Zahl hier aussagen?

    Ein Beispiel kenne ich, wenn auch ohne Link: Bloch hat in den Pizzahunden eine durchschnittliche Zahl des täglichen Spaziergangs der beobachteten Hundegruppe geschrieben. Ich weiß nicht mehr, wie viel das genau war, es war wirklich recht wenig.

    Aber das ist nur eine einzelne Beobachtung und gilt nur für diese konkrete Gruppe in dieser konkreten Umgebung. Es sagt erst mal nur aus, dass Hunde, die sich für die Nahrungssuche nicht bewegen müssen, trotzdem von ganz allein regelmäßig kleine Spaziergänge unternehmen. Es sagt nichts darüber, ob dieses Leben annähernd gesund ist. Erst recht sagt es nichts darüber aus, was diese Hunde leisten könnten, wenn sie es doch mal müssten.