Das scheint mir etwas abwegig, da sich dann eine Kastration kaum lohnen würde, es sei denn, man macht sie sehr früh.
Wenn das Verhalten der einzige Grund für die Kastration ist, dann ist das in jedem Alter zweifelhaft. Dem Hund werden ja nur die Hoden entfernt, nicht das Hirn.
Welche Auswirkungen die Entfernung der Hoden auf das Hirn hat, weiß man immer erst hinterher.
Es ist so, dass Hunde, die vorher massiv Stress mit läufigen Hündinnen hatten, nach der Kastration (egal in welchem Alter) meist nicht mehr so gestresst sind (Betonung auf "meist"). Es ist auch so, dass Rüden, die spät kastriert werden, durch die Kastration idR nicht alles vergessen was vorher war. Es kann aber auch sein, dass ein (relativ früh) kastrierter Rüde trotzdem ein Rüde bleibt bzw. erst wird und es kann auch sein, dass ein sehr spät kastrierter Rüde zu einem ganz anderen Hund wird.
zwei extreme Beispiele aus meinem persönlichen Umkreis:
- ein mit knapp 2 Jahren kastrierter Rüde, der zeitlebens jede läufige Hündin beglückt hätte, wenn man ihn denn gelassen hätte. Der wusste auch genau, wann es sich lohnt und wann nicht.
- ein mit 6 Jahren kastrierter Rüde, der danach an gar nichts mehr Interesse hatte außer am Futter. Vorher war er nur an Hündinnen interessiert. Die Besitzer konnten sich nicht entscheiden, welche Version nun die schlimmere ist.