"Sippenhaft"... - jetzt greifst Du aber langsam in die niveaulose Kiste, darauf lasse ich mich nicht ein.
So funktioniert aber unser Rechtssystem.
Alkohol am Steuer fordert jährlich Todesopfer, wird deshalb am Steuer verboten, aber nicht generell.
Oder: Massentierhaltung ist Tierquälerei. Deshalb werden Mindeststandards gesetzt (ob die ausreichen, sei jetzt mal dahingestellt), nicht die Nutztierhaltung verboten.
Um beim Stachler zu bleiben: Auch mit dem gehört Tierquälerei bestraft.
Wieso kreiselst Du die Runde? Ich sagte bereits - ja, einige wenige benutzen den Stachler im Hundesport.(Hundesport allgemein)
Noch weniger vermutlich korrekt.
Weil du nach wie vor einen Denkfehler hast, den du immer wieder anbringst:
Nochmals anders formuliert, als Beispiel: 10 Hund trainieren für dieselbe Prüfung. Für Hund 1 nehme ich einfach mal als Übungsteil A Gammurs Beispiel (Beitrag #112), die Hunde 2, 3, 4 und 5 werden in den Übungen B, C, D und noch einmal A jeweils mit Stachler trainiert, die Hund 6 bis 10 komplett ohne.
Es ist doch gar nicht gesagt, dass Hund 3 in der Übung C am besten abschneidet, nur weil der da mit Stachler trainiert wurde. Weshalb würde also das Niveau auch nur von Übung C sinken, geschweige denn das Gesamtniveau aller Übungen? Ohne Stachler würde Hund 3 in Übung C schlechter abschneiden, sonst passiert doch rein gar nichts.
Abgesehen davon möchte ich an dieser Stelle noch einmal an Gammurs Beispiel erinnern: 2 Jahre (!) lang ließ sich das Problem vor dem Einsatz des Stachlers nicht wegtrainieren. Manchmal ist es mit "auf einem anderen Weg als Stachler" nicht so einfach.
Das Gesamtniveau ist von Bedeutung, da ja viele der so ambitionierten Hundesportler gerne ein Pokal o.Ä. haben wollen - und sich eben nicht mit einfach nur Just4Fun zufrieden geben.
Da ist dann schon ein gewisser Ehrgeiz dahinter.
Angenomen der Stachler würde verboten - die paar, die ihn 'richtig' anwenden können und es tun, da sie denken, dass es bis jetzt der beste Weg fürs 'Feintuning' war - könnten es dann nicht mehr.
Ergo - sie würden ja offenbar in der Bewertung sinken, wenn sie über dieses Instrument nicht mehr verfügen.
Zunächst.
Bis sie dann evtl. einen anderen Weg finden.
Die, die ihn eh nicht anwenden können, wird die Möglichkeit dazu ebenfalls genommen - und der Hund erleidet bei denen keine Schmerzen/kein Unwohlsein mehr durch den Stachler.
Wenn einfach niemand mehr einen Stachler nehmen kann - man also diese Möglichkeit nimmt, würde man ja, als derjenige, der es anwendet(richtig), offenbar oft nicht mehr so gute Bewertungen im Stand etc. bekommen, jedenfalls die.
Wenn die Regularien dann gelockert würden, was den Stand z.B. angeht - wäre es gar nicht nötig, den Hund so hochzufahren, dass er nur noch auf das Stachlersignal reagiert, da er eben evtl. nicht auf den mm genau stehen muss - sie wären aber gleichbleibend 'gut', da es eben nicht mehr darauf ankommt, den Hund noch etwas mehr hochzuschalten.
Dass würde das heutige Niveau in gewissen Bereichen vielleicht 'senken'("Der steht nicht mehr so wie sie früher stehen mussten, heute reicht das schon." etc.).
Vielleicht auch nicht, da dann die, die bisher an den Stachler dachten - und dass der bei ihrem Hund am besten funktioniert - dann evtl. diese Problematik anders lösen würden - und es würden gute Leistungen erbracht werden, oblgeich das vorher niemand dachte.
Es wäre aber fair den Hunden im Allgemeinen gegenüber und so könnte sich auch niemand wirklich benachteiligt fühlen.
Der Stachler kommt nun einmal aus einer Zeit, in der er nicht fürs Feintuning benutzt wurde, sozusagen ein etwas antiquiertes Gerät, das in seiner ursprünglichen Bedeutung umfunktioniert wurde und nun als schmerzloses(im Besten Fall) Werkzeug dienen soll.
Das aber bei den wenigen(?), die es benutzen auch noch seltener wirklich schmerzlos ist.(Handling)
Bis auf dass die Spitzen nicht total scharf sind, ist es wohl auch in seiner ursprünglichen Form nicht wirklich abgeändert worden.
Und dann wird es auch noch zum Teil versteckt unter schönen neutralen Halsbändern... und man mag keine Videos einstellen, da ja dann darüber hergezogen würde.
Aber wenn man nichts zu verstecken hat und offen mit Dingen umgeht - verstehe ich die Sorge nicht ganz.
Es könnte einen das Gefühl beschleichen, dass man sich Gedanken darum macht, dass es eben doch nicht ganz so harmlos wirkt, aber für einen selbst so 'normal' ist.
Dazu sage ich nur: Shitstorm.
Zeigt mir ein Video mit Stachler, jemand zeigt es am Hundehals, zeigt den Druck, der ausgeübt wird, bei einer Übung... - man muss ja nicht mal den Kopf vom Führer o.Ä. sehen - ansonsten trägt die Fantasie natürlich trotz allem Wollen für Verständnis gewisse Formen und beflügelt sich.
Da es offenbar so wenig Material gibt - wird man irgendwie in die Richtung gedrängt, anzunehmen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht.
Oder hat man Angst vor schlechten Nachamern(?).
Ich bin wirklich neugierig, wie denn so ein Feinschliff wirklich gut aussieht - aber es ist wohl wirklich etwas sagenumwogen.
Der Herr Fuchs in seinem kurzen Video hat wie gesagt für mich auch nicht das Bild wirklich gebessert.
Gerade, wenn ich bedenke, dass selbst meine untrainierte und meist unwillige kleine Sofakartoffel teils anhand meiner Mundwinkel und meines Augenausdruckes sich ins Sitz oder Platz befördert... - selbst, wenn ich das manchmal gar nicht möchte - fällt es mir schwer nachvollziehen, weshalb der Hund so am Stachler herumgeführt wird und man das offenbar da benötigt, wo das doch sogar 'Profihunde' sind.
Ja, für manche Hunde funktioniert es evtl. gut - aber für viele eben auch nicht.
Es gibt ja noch viele Alternativen, die man dann ausprobieren kann. :-)
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Aber ich muss übrigens sagen - ich find's erfreulich, dass offenbar zumindest aus diesem Thread fast niemand einen Stachler benutzt und es zumindest in deren näheren Kreisen wohl auch niemanden gibt, der damit nicht wirklich umgehen kann.
Das freut den Hundehals. ...
Nicht unbedingt, wenn ich an die vielen Leinenrucks, Haltis etc. denke...