Beiträge von *Sascha*

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    Ich möchte aber ausdrücklich dazu sagen,das manche Hunde es brauchen, diese gewissen Dinge wie nicht ins Bett,oder nicht den Hund zuerst fütter. Das sind in dem Fall keine Cheftests, sondern Regeln die bei einigen Hunden so stehen müssen, sonst würden die völlig aus dem Ruder laufen. Sage das, damit ich auch richtig verstanden werde.


    Ich behaupte, dass es weniger die Hunde sind, sondern mehr die Menschen, die es brauchen. ;)
    Es gibt Menschen, die werden sofort und von jeder Mann sofort akzeptiert. Sie strahlen eine Souveränität aus, eine Sicherheit, eine Konsequenz, das ist beeindruckend. Ich denke da ist sehr viel Gefühl dabei, aber auch sehr viel Wissen und Erfahrung.
    Und dann gibt es Menschen, die immer wieder Probleme haben, die einfach nicht diese Ausstrahlung haben, denen es häufig auch an der Konsequenz und der inneren Ruhe fehlt.

    Ich gebe euch aber Recht, sein eigenes Handeln nur noch aus dem theoretischen Blickwinkel zu betrachten ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Es darf niemals soweit kommen, dass man vor lauter Theorie und Gedanken machen sich nicht mehr traut zu handeln.
    Aber genausowenig ist es sinnvoll zu Handeln ohne sich überhaupt Gedanken über die Auswirkungen seines Handelns zu machen.
    Deswegen habe ich das Stichwort der Reflektion eingebracht, denn das eigene Handeln sollte niemals für sich stehen, sondern immer in den theoretischen Kontext eingebettet und unter dessen Gesichtspunkten beurteilt werden, damit man beim nächsten Mal wieder nach Intuition handeln kann, diese Intuition aber bei jedem weiteren Mal auf ein mehr Wissen basiert.

    Irgendwo habe ich mal gelesen, da hieß es sinngemäß: Man muss zunächst lernen, sich Wissen aneignen wie ein Weltmeister UND dann muss man es vergessen, damit es einem in Fleisch und Blut übergehen kann und so kann man schließlich intuitiv richtiger handeln, weil das angelesene Wissen nun nichts "Fremdes" mehr ist.

    Intuition ist schön und gut.
    Mir persönlich ist es aber nicht nur wichtig, dass mein Hund etwas tut, sondern auch warum er etwas tut.

    Es gibt viele Mittel und Wege einen Hund zu erziehen und nicht alle Wege führen zum gleichen Ergebnis, auch wenn am Ende der meisten Wege ein "gehorchender" Hund winkt.

    Mir ist es wichtig viele verschiedene Möglichkeiten zu kennen einen Hund zu erziehen. Ich möchte wissen wie einzelne Methoden auf ihn und meine Beziehung zu ihm wirken. Und aus diesen verschiedensten Methoden suche ich die raus, die ich für die geeignetesten halte meinen Hund zu erziehen.

    Vielleicht bin ich kompliziert und vielleicht sollte ich mir nicht so viele Gedanken machen. Aber mein Hund hat es verdient, dass ich mir diese Gedanken mache, mein Anspruch an mich selbst verlangt es sowieso und so gehe ich eben nicht immer den Weg, des vermeintlich schnellsten Erfolgs.

    Sicher handel auch ich in der Situation intuitiv, das hindert mich aber nicht daran mein Handeln später zu reflektieren und vielleicht auch zu dem Ergebnis zu kommen, das ich falsch gehandelt habe und eine andere bessere Möglichkeit nicht in Betracht gezogen habe.

    Ich finde nicht, dass hier im Forum grundsätzlich ein Softy-Umgang gepredigt wird, nur kommt man in der Diskussion und bei der Reflektion meist an den Punkt, dass man feststellt, dass ein "sanfter" Weg, der geeignete ist.
    Hinzu kommt, ich würde bei echten Problemfällen nie hier im Forum Erziehungsvorschläge machen. Wir können hier nicht feststellen wie es um die Beziehung Hund-Halter bestellt ist und somit werden wir niemals hier das "Gesamtpaket" betrachten können. Das wäre aber nötig um über kleine "Anleitungen" hinaus fundiert Hilfe leisten zu können. In einem solchen Fall bleibt also nur der Rat sich Hilfe vor Ort zu holen.
    Ein Hundehalter kann in einem Online-Forum nunmal nicht lernen sein Auftreten gegenüber seinem Hund zu ändern. Dafür fehlt es allein schon an einer Analyse des Ist-Zustandes, denn ein subjektiver Bericht des Hundehalters kann diese unmöglich ersetzen.

    Schade finde ich insbesondere in letzter Zeit das Schlechtreden verschiedenster "Softy-Methoden". Schon mal daran gedacht, dass es nicht an der Methode liegen könnte, sondern an dem, der sie umsetzt? ;)
    Der Mensch kommt grundsätzlich mit aversiven Methoden besser zu recht, denn es liegt ihm mehr falsches Verhalten zu ahnden statt richtiges Verhalten zu bestärken. Und aversive Methoden versprechen schnellen Erfolg, was auch wieder dem Ungeduldigen zu Gute kommt.

    Naja, wie auch immer, ich denke, die meisten Hundehalter werden in der Situation intuitiv handeln. Handeln kann man aber nur aus Wissen und Erfahrung, dieses wiederum erlangt man durch Beschäftigung mit dem Thema und der Reflektion.

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    Momentan haben wir ziemlich hilflos die ganze Palette (ausser körperliche Maßnahmen natürlich ;) ) ausprobiert.
    Also von ignorieren über rausgehen (dann versucht er, sich ans Bein zu hängen), schimpfen oder mit dem Hund kurz ins Schlafzimmer gehen und dann schnell wieder alleine raus um ihn zur Ruhe kommen zu lassen, war so ziemlich alles dabei...


    Ja, ich frage, weil du sagtest, dass ihr es schon recht flott unterbinden könnt. Deswegen die Frage nach der Methode, die am schnellsten und effektivsten momentan wirkt.

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    Das das mit Sicherheit alles andere als optimal war, weiss ich. :ops:
    Aber wie gesagt, mit den Nachbarn im Nacken fühlte ich mich ziemlich hilflos... :ka:


    Ich rede jetzt nur über das Aufmerksamkeitsbellen, für das "Anschlagen" ist die Lösung mit dem wegführen meiner Meinung nach optimal.

    Das Problem ist, dass euch die Nachbarn im Nacken sitzen und auf einen Nachbarschaftsstreit würde ich es nun auch nicht ankommen lassen.

    Im Prinzip ist das Ignorieren schon die einfachste und vorallem die Lösung, bei der man am wenigsten falsch machen kann. Nur, es muss immer und bei jedem Aufmerksamkeitsbellen konsequent und bis zum "bitteren Ende" :D ignoriert werden.
    (So, diese Lösung fällt in eurem Fall einfach flach.)

    Die zweite Möglichkeit ist es das Bellen sofort im Ansatz zu unterbinden durch ein "Abbruchkommando". Das ist nicht die "netteste" Lösung, sie bringt den Hund aber auch nicht um ;)
    Das NEIN allein reicht bei euch nicht, oder? Ich glaube, das wäre so ein Fall wo ich unter Umständen die Discs konditionieren lassen würde. Dafür brauchst du aber die Unterstützung eines fähigen(!!!) Hundetrainers.

    Eine andere Idee, die mir gerade so kommt, was passiert, wenn du ihn einfach kommentarlos vor die Tür setzt? Hund bellt -> Hund raus -> Tür zu ... Schon mal ausprobiert?

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    1. Wie nutzt Du denn die Schleppe genau? Bleibst Du stehen, wenn sie stehen bleibt etc., also dass sie die Leine NIE spürt? Dann bestimmt sie doch, wie schnell ihr geht, wo ihr stehen bleibt etc. :???:


    Ich nutze die Schleppleine so, dass der momentane Aktionsradius meines Hundes den Radius der Schleppleine nicht übersteigt. Arbeite ich mit 5m Leine, so ist entsprechend auch mehr Aufmerksamkeit und Aktion angesagt als z.B. an der 10m oder 20m Leine, situationsbedingt hat mein Hund dann einen größeren Radius und dementsprechend auch mehr Möglichkeit seinen eigenen Beschäftigungen nachzugehen.
    Ich bleib nicht stehen, neee ... :D Macht mein Hund anstalten den Radius zu verlassen, hole ich ihn aktiv wieder zurück. Durch ein Kommando wie komm, sitz, platz, stopp, hier ... oder einfach durch Spannung, Action und Spiel.

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    2. klar muss sie sich im Freilauf nach mir richten. Sie kann sich aber weiter als 5 m von mir entfernen. Nutzt dann ca. 10 m aus. Vielleicht sollte ich mir noch ne längere Schleppleine kaufen. Dann wäre der Effekt der gleiche wie im Freilauf.

    Oder was meinst Du genau?


    Ich arbeite eigentlich kaum an der 5m Schlepp. Meist habe ich gerne einen Radius von 10-15m, der ist hier auf dem Dorf, in Feld und Wiesen völlig ausreichend. Momentan ist wenn dann meist die 20m Schleppe dran, weil sie nur noch der Absicherung dient (Mein Depp hat sein Interesse an Hasen entdeckt ... )

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    Hey das sind ja schon mal supertolle Tipps! Danke euch vielmals! :2thumbs:
    Ja es ist ein richtiges 'Übermutsbellen'. Tyler stellt sich dann richtig frech vor einen hin (oder hinter mir, wenn ich am PC sitze oder so) und bellt.
    Es ist auch teilweise ein Knurren dabei, aber ich denke mal, dass gehört zur Aufforderung zum Toben dazu, oder? :???:


    Ja, aber wie du schon sagst, es ist in der Intensität tatsächlich in erster Linie eine Frechheit!

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    Da wir ja wirklich momentan sehr schnell reagieren, wenn Tyler das macht, ist es von der Zeit pro Tag wirklich unter 10 Minuten. Es ist immer nur ein kurzer Moment am Stück.
    Klar, dann wird ja immer von uns 'eingegriffen' damit die Nachbarn geschmeidig bleiben. :roll:


    Wie reagiert ihr denn momentan?

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    Beim Postboten oder sowas ist es schon deutlich besser geworden mit seinem Bellen. Ich war auch genervt und habe ihn bei irgendwelchen Boten dann kurzerhand ins Bad gesperrt für die Minute.
    Nun weiss er wohl, dass er nicht ins Bad braucht, wenn er friedlich ist und bleibt brav im Flur sitzen.

    Das mit dem Abbruchsignal und Leckerlie werde ich auf jeden Fall mal so machen. Hatte ich bislang immer nur ohne Leckerlie gemacht, dann ist es eher nicht so von Erfolg gekrönt...


    Das Wichtigste ist, den Hund aus der Situation zu nehmen und ihn zur Ruhe kommen zu lassen. Dann, aber erst dann kannst du ihm gerne ein Leckerlie geben.

    Hm,
    also wenn ich das richtig verstanden habe, dann nutzt du die Schleppe einfach als längere Leine an Orten, wo du sie nicht ganz kurz führen möchtest, sie aber nicht "frei" sein kann?
    Okay, ich nutze die Schleppe etwas anders ... :D


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    Obwohl ich
    sagen muss, dass die Schleppe nicht wirklich den Freilauf simuliert, weil
    sie sich ja immernoch räumlich nach mir richten muss.


    Muss sie das im Freilauf nicht? :???:

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    Also sollte man erst mal alles so lassen wie es ist ja??? :irre:


    Ja, warum nicht?
    Wenn Probleme tatsächlich auftreten sollten, dann kann man immer noch kastrieren. Wo ist der Sinn darin einen völlig gesunden Junghund einem nicht unerheblichen OP-Risikos auszusetzen? Kommt hinzu, dass eine Kastration auch sehr viele negative Erscheinungen mit sich bringen kann. Und wieso diese unnötig riskieren? Vielleicht bäugt ihr nur Problemen vor, die bei eurer Hündin so nie aufgetreten wären.

    Wartet doch erstmal ab, wie sie sich entwickelt, kastrieren kann man später immer noch ;)

    Hier noch ein Link zu einem Artikel, der die Kastrationsfrage meiner Meinung nach sehr gut zusammenfasst und dabei nicht polarisiert.
    http://www.eurasier-online.de/wissen_kastration_d.htm

    Huhu

    Das soll jetzt keine "böse" Kritik sein :D

    Ich finde es zwar sinnvoll, wenn ich meinen Hund jederzeit hinter mich schicken kann. Das tue ich auch häufiger, wenn uns Hunde begegnen oder anderes und ich mir nicht sicher bin, dass ich ihn, wenn ich hinten bin ausreichend "halten" kann.

    Aber ist es sinnvoll den Hund immer hinter sich zu führen? Ich meine, hinten habe ich keine Augen und habe deswegen mühevoll meinem Hund beigebracht sich nicht ständig zurückfallen zu lassen ;)

    Was ich auch noch nicht ganz verstanden habe ... Du schreibst von Schleppleine und im gleichen Atemzug von Leinenführigkeit :hilfe: Aber eine Schleppleine simuliert doch den Freilauf. :???: