Beiträge von *Sascha*

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    trotzdem schleicht sich bei mir immer wieder der gedanke ein, dass wir nur aufgrund von vermenschlichung unterbinden, und dass dieses gerammel zum hundeleben dazu gehört... vielleicht liefert mir ja noch jemand ein paar gute argumente.
    gruss, melina


    Hm, eigentlich dachte ich, ich hätte einen Grund genannt.

    Vielleicht sollten wir uns einmal losmachen von dem Gedanken, dass Hunde sich immer völlig natürlich verhalten. Auch an unseren Hunden ist die Domestikation nicht spurlos vorbeigegangen. Auch müssen unsere (!) Hunde heute nicht mehr für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen, sie bleiben so in vielerlei Hinsicht "kindlich". Das heißt, dass sie auch im Spiel vielerlei Verhaltensweisen mischen. Dies kann aber von Hundetyp zu Hundetyp verschiedene Reaktion hervorrufen.
    Ein Wolf, der Aggressionsverhalten zeigt, der meint es auch aggressiv, viele Hunde zeigen aber im Spiel Aggressionsverhalten, welches vom Hund gar nicht als solches gemeint war, sondern nur aufgrund der Vermischung verschiedener Verhaltensweisen zustande kam. Dieses kann aber vom anderen Hund völlig anders aufgefasst werden, so dass sich ein völlig belangloses Spiel schnell zu einer ernsthafteren Auseinandersetzung entwickeln kann.
    Ähnlich verhält es sich mit dem Aufreiten im Spiel, der aufreitende Hund empfindet dabei sicher nichts falsches, aber allein das Unwohlsein desjenigen, auf den fälschlicherweise aufgeritten wird, sollte ausreichend sein ein solches Verhalten zu unterbinden.

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    wir hatten in einem anderen thread schon einmal über ein superkommando erzählt. sicherlich kannst du das verhalten im eigentlichen sinne nicht ändern. du kannst aber verschiedene vorsichtsmaßnahmen ergreifen, zum bsp. wenn du ihn vorher sitz machen lässt oder ähnliches.


    :???: Warum sollte man das Verhalten nicht ändern können?
    Genau das wird bei uns auf dem Hundeplatz mit Erfolg so getan. Natürlich kann man das Verhalten seines Hundes lenken und beeinflussen. Maßregeln rudelfremder Hunde, das geht einfach nicht und das lässt sich auch (in diesem Stadium) problemlos unterbinden.
    Wie gesagt, wenn der andere Hund nervt und aufdringlich ist, dann hat natürlich jeder Hund das Recht eine Grenze zu setzen. Aber kein Hund darf einen rudelfremden Hund maßregeln, nur weil er sich in seinen Augen falsch benimmt.

    Corinna
    Ich glaube nicht, dass es in der zweiten Situation um die Beute ging (Kann natürlich auch sein, dann wären da noch ganz andere Baustellen zu bearbeiten). Es ist ja nun nicht gar so ungewöhnlich, dass sich ein dritter Hund "maßregelnd" in das Spiel zweier anderer Hunde einmischt. Gerade Schäferhunde, finde ich, haben da einen ziemlichen "Kontrollzwang".

    Balljunkie und Chandrocharly
    Ich wäre ehrlich gesagt auch ziemlich entsetzt, wenn ich auf einen Hundeplatz komme, auf dem sich zunächst mal alle Hunde auf meinen stürzen und ihn unterwerfen.
    Soetwas gibt es bei uns nicht. Neue Hunde werden selten während die Gruppe schon spielt dazugelassen, weil dann nämlich genau das passiert, dass sich alle auf den Neuen stürzen. Sind die Hunde schon beim gemeinsamen Loslassen dabei, dann verlieren sie sich meist im ersten Getümmel und die Hunde kommen dann erst nach und nach dazu den Neuen zu begrüßen. Unterworfen wird bei uns überhaupt kein Hund und wenn sich zu viele Hunde um einen neuen tummeln, dann wird auch hier eingegriffen.
    Spätestens, wenn sich ein Hund unwohl fühlt wird grundsätzlich immer eingegriffen.

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    Bei dem ersten Zwischenfall ist der Junghund (es war kein Welpe mehr) um ihn drum herum gehoppst und hat ihn angesprungen.
    Heute haben 2 Junghunde getobt und dabei "rumgequieckt" und wir waren mit Bällchen und ablenken schon fast vorbei, als er seinen Ball fallenläßt hinläuft und einen Moment später zupackt.
    Beide Hunde hatten nicht einen einzigen Kratzer.


    In der ersten Situation war das Verhalten völlig okay und legitim. Wenn dein Hund genervt ist, dann hat er natürlich das Recht dies auch dem Junghund deutlich zu machen. Allerdings könntest du mit ein bißchen Übung solche Situationen bereits im Vorwege erkennen und den nervenden Hund selbst im Zweifel wegschicken, bevor dein Hund sich genötigt sieht den anderen Hund zu "maßregeln".

    In der zweiten Situation hatte dein Hund ganz klar nichts verloren. Wenn zwei andere Hunde spielen, dann hat er nicht "maßregelnd" einzugreifen. Ein solches Verhalten würde ich immer unterbinden.

    Aber Sorgen brauchst du dir nicht zu machen, dein Hund zeigt völlig normales Verhalten für einen Jungrüden. Jetzt gilt es für dich an diesen Stellen regelnd einzugreifen und deinem Hund zu vermitteln, was du von ihm in diesen Situationen erwartest und wo seine Grenzen sind.

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    was bedeutet das? antriebsvermischung.


    Das bedeutet, dass sich Sexual-, Aggressions-, Jagd- und Spielverhalten überlagern.
    Die meisten Hunde sind im Gegensatz zum Wolf nicht in der Lage klar zwischen verschiedenen Antrieben zu unterscheiden. Im Vergleich zum Wolf ist der Hund in dieser Hinsicht in einem welpenhaften Stadium stehengeblieben.

    Bei fremden Hunden schaue ich nur ganz kurz (1-2 Sekunden), ob der andere Hund es selber regelt, wenn nicht dann wird das Aufsteigen von mir unterbunden. Genauso verfahre ich, wenn ein anderer Hund meinen Hund bespringt.
    Das Berammeln anderer Hunde ist eine Frechheit und ich kenne keinen Hund, der gerne berammelt wird.

    Kissen/Decke etc. darf Sascha generell schon mal berammeln, wenn es denn keine Überhand nimmt. Steigert er sich rein, dann unterbreche ich auch das.

    Gibt es beim Wolf eigentlich dieses Berammeln? Ich glaube nicht. Dann wäre es nämlich zudem ein typisches Beispiel hündischer Antriebsvermischung.

    Naja, wenn ich mich so umschaue, dann sehe ich schon erschreckend viele ballsüchtige Hunde und viele Besitzer sind sich darüber gar nicht im Klaren.
    Ich finde, man kann gar nicht häufig genug warnen.
    Mit einem Ball/Apportel kann man wunderbar arbeiten. Schade, dass es allzu häufig auf dieses unsinnige überhaupt nicht reflektierte "Stöckchen werfen" hinausläuft.

    @Sub
    Unser letzter Hund war auch so: "Wie? Wieso wirfst du den weg? :irre: "
    Übrigens von der Rasse her ein Jagdhund gewesen (Münsterländer/Flat-Mix) ... :D Gejagt hat er zwar gerne, aber doch keine Stöcke oder Bälle ... :irre:

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    Denn laut Aussage unsere TÄ ist die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Aussies diesen Defekt haben sehr wahrscheinlich - also kann ich auch gleich entsprechend darauf achten und den Hund mit entsprechend geeigneten Medis behandeln lassen, sofern es nötig wird.


    Warum ist das denn sehr wahrscheinlich? :schockiert: Da wird doch normalerweise bei der Zuchtauswahl drauf geachtet. Selbst wenn du zwei Merkmalträger (d.h. äußerlich gesund, aber verdeckt tragend) miteinander kreuzt ist die Wahrscheinlichkeit "nur" 1/4.

    Also wenn ich den Verdacht hätte, dann würde ich auf jeden Fall testen lassen!

    Labradore gehören zu den sehr schnellwachsenden Rassen (und das hat dann auch nicht unbedingt etwas mit falscher Fütterung zu tun). Viel wird da an Gewicht und Größe nicht mehr kommen. Das Höhenwachstum ist mit 10 Monaten abgeschlossen, dann geht es noch ein bißchen in die Breite und das wars.

    Aber gerade bei so schnellwachsenden Rassen muss unbedingt auf das Gewicht geachtet werden. Wenn er also ein bißchen pummelig ist, dann reduzier einfach das normale Futter und gut. Das ist der einfachste, schnellste und effektivste Weg (Ich denke, ständig mit Leckereien vollstopfen wirst du ihn wohl sowieso nicht ? ;) ).

    Zum Auto, rausspringen ist generell schädlicher als reinspringen, aber wenn er es nicht ständig machen muss, dann sehe ich da auch nicht so das Problem. Besser wäre natürlich, du würdest ihn noch eine Weile rausheben, aber was nicht geht, geht eben nicht.